Cariprazine Aufdosierung
Die Aufdosierung von Cariprazin sollte langsam erfolgen, wobei die Geschwindigkeit von der Indikation abhängt: Bei Schizophrenie und bipolarer Manie kann die Dosis bereits am Tag 2 auf 3 mg erhöht werden, während bei bipolarer Depression und als Zusatztherapie bei Depression frühestens am Tag 15 eine Dosissteigerung erfolgen sollte. 1
Aufdosierungsschema nach Indikation
Schizophrenie
- Startdosis: 1,5 mg einmal täglich 1
- Die Dosis kann bereits am Tag 2 auf 3 mg erhöht werden 1
- Weitere Dosissteigerungen in Schritten von 1,5 mg oder 3 mg sind je nach klinischem Ansprechen und Verträglichkeit möglich 1
- Empfohlener Dosisbereich: 1,5-6 mg täglich 1
- Maximaldosis: 6 mg täglich 1
Manische oder gemischte Episoden bei bipolarer Störung
- Startdosis: 1,5 mg einmal täglich 1
- Erhöhung auf 3 mg am Tag 2 1
- Empfohlener Dosisbereich: 3-6 mg täglich 1
- Weitere Dosissteigerungen in Schritten von 1,5 mg oder 3 mg möglich 1
- Maximaldosis: 6 mg täglich 1
Depressive Episoden bei bipolarer Störung
- Startdosis: 1,5 mg einmal täglich 1
- Dosissteigerung auf 3 mg erst am Tag 15 möglich 1
- Maximaldosis: 3 mg täglich 1
Zusatztherapie bei Major Depression
- Startdosis: 1,5 mg einmal täglich 1
- Dosissteigerung auf 3 mg erst am Tag 15 möglich 1
- Wichtiger Hinweis: In klinischen Studien führte eine Dosistitration in Intervallen von weniger als 14 Tagen zu einer höheren Inzidenz von Nebenwirkungen 1
- Maximaldosis: 3 mg täglich 1
Wichtige pharmakokinetische Besonderheiten
Verzögertes Erreichen des Steady State
- Aufgrund der langen Halbwertszeit von Cariprazin und seinen aktiven Metaboliten werden sich Dosisänderungen erst nach mehreren Wochen vollständig im Plasma widerspiegeln 1
- Steady State wird innerhalb von 1-2 Wochen für Cariprazin und Desmethyl-Cariprazin erreicht, aber erst nach 4 Wochen für Didesmethyl-Cariprazin 2
- Die effektive Halbwertszeit der gesamten aktiven Substanzen beträgt etwa 1 Woche 2
- Patienten sollten über mehrere Wochen nach Therapiebeginn und nach jeder Dosisänderung auf Nebenwirkungen und Therapieansprechen überwacht werden 1
Langanhaltende Wirkung nach Absetzen
- Nach Absetzen sinken die Plasmakonzentrationen von Cariprazin und seinen aktiven Metaboliten innerhalb von etwa 1 Woche um 50% 1
- Die terminale Halbwertszeit von Didesmethyl-Cariprazin beträgt 314-446 Stunden (ca. 2-3 Wochen) 2, 3
Dosisanpassungen bei Arzneimittelinteraktionen
Bei starken CYP3A4-Inhibitoren
- Wenn Cariprazin bei bestehender Therapie mit einem starken CYP3A4-Inhibitor begonnen wird: Start mit 1,5 mg alle 3 Tage, bei Bedarf Steigerung auf 1,5 mg jeden zweiten Tag 1
- Bei Patienten, die bereits 1,5-3 mg Cariprazin täglich einnehmen: Reduktion auf 1,5 mg alle 3 Tage 1
- Bei Patienten mit 4,5-6 mg täglich: Reduktion auf 1,5 mg jeden zweiten Tag 1
Bei moderaten CYP3A4-Inhibitoren
- Wenn Cariprazin bei bestehender Therapie mit einem moderaten CYP3A4-Inhibitor begonnen wird: Start mit 1,5 mg jeden zweiten Tag 1
- Bei Patienten mit 1,5-3 mg täglich: Reduktion auf 1,5 mg jeden zweiten Tag 1
- Bei Patienten mit 4,5-6 mg täglich: Reduktion auf 1,5 mg täglich 1
Bei CYP3A4-Induktoren
- Die gleichzeitige Anwendung von Cariprazin mit CYP3A4-Induktoren wurde nicht untersucht und wird nicht empfohlen 1
Häufige Fallstricke
- Zu schnelle Aufdosierung bei Depression: Bei bipolarer Depression und als Zusatztherapie bei Major Depression muss mindestens 14 Tage gewartet werden, bevor die Dosis erhöht wird, da kürzere Intervalle mit mehr Nebenwirkungen assoziiert sind 1
- Unzureichende Überwachungsdauer: Aufgrund der langen Halbwertszeit müssen Patienten über mehrere Wochen nach Dosisänderungen beobachtet werden, nicht nur wenige Tage 1
- Unterschätzung der Wirkdauer nach Absetzen: Klinische Symptome können sich nach Absetzen verzögert ändern, da die Plasmakonzentrationen nur langsam abfallen 1