What are the recommendations for initiating antidepressant therapy in patients at risk for switching into mania?

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Last updated: November 24, 2025View editorial policy

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Antidepressiva bei Patienten mit Risiko für manische Switch-Episoden

Kernempfehlung

Antidepressiva sollten bei Patienten mit bipolarer Störung niemals als Monotherapie eingesetzt werden – sie müssen immer mit einem Stimmungsstabilisator kombiniert werden, um das Risiko eines Switches in eine Manie zu minimieren. 1, 2

Evidenz zum Switch-Risiko

Antidepressiva-Monotherapie

  • Antidepressiva-Monotherapie erhöht das Risiko für manische Switches um das 2,8-fache (Hazard Ratio=2.83,95% CI=1.12-7.19) bei Patienten mit bipolarer Störung 2
  • Bei Patienten mit bipolarer Störung, die Antidepressiva ohne Stimmungsstabilisator erhielten, traten in 27-35% der Fälle Switches zu Hypomanie oder Manie auf 3, 2
  • Diese Praxis sollte vollständig vermieden werden 2

Kombinationstherapie mit Stimmungsstabilisatoren

  • Wenn Antidepressiva zusammen mit einem Stimmungsstabilisator gegeben werden, zeigt sich kein erhöhtes akutes Switch-Risiko (Hazard Ratio=0.79,95% CI=0.54-1.15 in den ersten 3 Monaten) 2
  • Nach 3-9 Monaten Kombinationstherapie sinkt das Switch-Risiko sogar signifikant (Hazard Ratio=0.63,95% CI=0.42-0.93) 2
  • Die Kombination von Olanzapin und Fluoxetin ist FDA-zugelassen für bipolare Depression und zeigt die höchste Effektstärke 1

Spezifische Antidepressiva-Wahl

Höchstes Switch-Risiko

  • Venlafaxin (SNRI) trägt das höchste Risiko für Switches mit einem Verhältnis von Threshold-Switches zu subthreshold Hypomanien von 3.60 in akuter Behandlung und 3.75 in Fortsetzungstherapie 4
  • Trizyklische Antidepressiva (TCAs) und MAO-Hemmer sind ebenfalls mit höheren Switch-Raten und intensiveren manischen Episoden assoziiert 5

Niedrigeres Switch-Risiko

  • Bupropion zeigt das niedrigste relative Switch-Risiko mit einem Verhältnis von nur 0.85 in akuter Behandlung und 1.17 in Fortsetzungstherapie 4
  • Sertralin liegt im mittleren Bereich (Verhältnis 1.67 akut, 1.66 Fortsetzung) 4
  • SSRIs wie Fluoxetin werden in Studien mit niedrigeren Switch-Raten als TCAs assoziiert 5

Risikofaktoren für Switch-Episoden

Patientenspezifische Faktoren

  • Hyperthyme Temperament ist der stärkste Prädiktor für antidepressiva-induzierte Switches (p=0.008) 3
  • Bipolar-I-Störung hat ein höheres Switch-Risiko (30.8%) als Bipolar-II-Störung (18.6%) 4
  • Eine größere Anzahl früherer manischer Episoden erhöht das Switch-Risiko (p<0.023) 5

Protektive Faktoren

  • Lithium reduziert das Switch-Risiko signifikant: nur 15% Switch-Rate bei Lithium-Behandlung versus 44% ohne Lithium (p=0.04) 3
  • Antikonvulsiva als Stimmungsstabilisatoren zeigen ebenfalls protektive Effekte, wenn auch möglicherweise weniger ausgeprägt als Lithium 3

Praktisches Vorgehen

Vor Antidepressiva-Initiierung

  • Niemals Antidepressiva ohne gleichzeitige Stimmungsstabilisierung beginnen 6, 1, 2
  • Hyperthymes Temperament identifizieren (erhöhtes Switch-Risiko) 3
  • Anzahl früherer manischer Episoden dokumentieren 5
  • Lithium als bevorzugten Stimmungsstabilisator erwägen 3

Dosierungsstrategie

  • Mit niedrigeren Dosen beginnen und langsam titrieren, da Switch-Risiko dosisabhängig ist 7
  • Dies gilt besonders für SNRIs wie Venlafaxin und Duloxetin 7

Monitoring

  • Engmaschige Überwachung auf Hypomanie/Manie-Symptome in den ersten 3 Monaten nach Antidepressiva-Start 2
  • Bei Patienten mit hyperthymem Temperament besonders wachsam sein 3
  • Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zusätzlich auf Suizidalität achten 6

Wichtige Kontraindikationen

  • Absolute Kontraindikation: Antidepressiva-Monotherapie bei bipolarer Störung 1, 2
  • SSRIs sollten bei Patienten mit bipolarer Depression in der Anamnese vermieden werden, wenn kein Stimmungsstabilisator gegeben wird 6
  • Bei unklarer Diagnose zwischen unipolarer und bipolarer Depression: Vorsicht mit Antidepressiva, da auch bei vermeintlich unipolaren Patienten Switches auftreten können 7

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