Erwartete Ergebnisse nach Tuberositas-tibiae-Medialisierung
Die Tuberositas-tibiae-Medialisierung führt zu signifikanter Verbesserung der subjektiven Kniefunktion und Schmerzreduktion, mit deutlichen Verbesserungen der IKDC-Scores (von 40 auf 72 Punkte) und KOOS-Scores für Alltagsaktivitäten (von 20 auf 60 Punkte) innerhalb von 3 Jahren postoperativ. 1
Funktionelle Ergebnisse und Patientenzufriedenheit
Die Medialisierung der Tuberositas tibiae zeigt konsistent positive Ergebnisse:
- Schmerzreduktion: Patienten berichten über deutliche Schmerzverbesserung, insbesondere bei patellofemoraler Arthrose und Maltracking 1, 2
- Funktionsverbesserung: Der gewichtete mittlere Kujala-Score erreicht 87,4 Punkte nach MPFL-Rekonstruktion mit oder ohne Tuberositasosteotomie 3
- Alltagsaktivitäten: Signifikante Verbesserung der KOOS-Subscores für Alltagsaktivitäten (p = 0,014) 1
- Langzeitergebnisse: Die Verbesserungen bleiben über durchschnittlich 3 Jahre Follow-up stabil 1
Biomechanische Verbesserungen
Die Medialisierung bewirkt wichtige biomechanische Korrekturen:
- Patellastabilität: Progressive Medialisierung reduziert laterale Kontaktdrücke und verbessert die Patellastabilität signifikant (p < 0,048) 4
- Druckverteilung: Mediale Kontaktdrücke steigen nicht exzessiv an, während laterale Drücke deutlich reduziert werden (p < 0,002) 4
- Patellares Tracking: Verbesserung der Patellazentrierung ohne übermäßige mediale Verlagerung 4, 5
- Mechanische Achse: Wiederherstellung der patellofemoralen Mechanik in einem Eingriff 5
Rehabilitationsverlauf und Zeitrahmen
Der postoperative Verlauf folgt einem strukturierten Protokoll:
- Wochen 1-6: Teilbelastung 20 kg, Knieorthese, CPM-Training, ROM-Limitation auf 90°/0°/0° 1
- Ab Woche 7: Steigerung der Belastung um 20 kg pro Woche, freie ROM 1
- Gesamtdauer: 6-8 Monate bis zur vollständigen Rehabilitation, da die Anteromedialisierung zu temporärer Destabilisierung der proximalen Tibia führt 2
- Return to Sport: Meist nach 6 Monaten postoperativ möglich 3
Die meisten Studien beschränken Gewichtsbelastung und ROM nur in der frühen postoperativen Phase (innerhalb von 3 Wochen bei > 50% der Programme), mit scheinbar günstigen klinischen Ergebnissen 3.
Wichtige Fallstricke und Komplikationen
Kritische Warnung: Proximale Tibiafraktur ist eine schwerwiegende Komplikation der Fulkerson-Operation, wenn die Tibia zu früh belastet wird 2. Dies unterstreicht die Notwendigkeit strikter Einhaltung der Teilbelastungsrestriktionen.
Weitere wichtige Überlegungen:
- Timing ist entscheidend: Operation sollte erst nach Ende der Entzündungsphase und vollständiger Fibrosierung des Patellabandes durchgeführt werden 1
- Kontraindikationen beachten: Lokale Infektion, Pseudarthrose, Knochendefekte der Patella, Fraktur im Tuberositasbereich, aktiver Entzündungsprozess 1
- Quadrizepstraining: Sollte als häufigste Übungstherapie innerhalb von 2 Wochen postoperativ begonnen werden 3
- Langfristige Nachsorge: Regelmäßige Kontrollen über mindestens 3 Jahre zur Überwachung der Stabilität 1
Spezifische Indikationen für optimale Ergebnisse
Die besten Ergebnisse werden erzielt bei:
- Symptomatischer Patella baja (Canton-Deschamps-Index < 0,6) nach Versagen konservativer oder arthroskopischer Therapie 1
- Patellofemoraler Instabilität mit erhöhter TT-TG-Distanz 4
- Initialer bis moderater patellofemoraler Arthrose 2
- Mechanischer und schmerzbedingter Bewegungseinschränkung 1
Die Anteromedialisierung ermöglicht primäre Knochenheilung ohne Knochentransplantation, obwohl nur leichte bis moderate Anteriorisierung in den meisten Fällen möglich ist 5.