What is the role of Dronabinol (cannabidiol) in managing radiation-induced nausea and vomiting?

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Last updated: November 26, 2025View editorial policy

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Dronabinol bei strahlentherapieinduzierter Übelkeit

Klare Empfehlung

Dronabinol sollte NICHT zur Prophylaxe oder Erstlinienbehandlung von strahlentherapieinduzierter Übelkeit eingesetzt werden. Die aktuellen ASCO- und MASCC-Leitlinien von 2024 und 2022 empfehlen ausdrücklich gegen die Verwendung von Cannabinoiden zur Prävention von strahlentherapieinduzierter Übelkeit und Erbrechen 1. Die FDA-Zulassung für Dronabinol beschränkt sich auf chemotherapieinduzierte Übelkeit bei Patienten, die auf konventionelle Antiemetika nicht angesprochen haben 2.

Evidenzbasierte Erstlinientherapie

Für strahlentherapieinduzierte Übelkeit sind 5-HT3-Antagonisten (Ondansetron, Granisetron) die Therapie der Wahl:

  • Bei hohem Risiko (>90%, z.B. Ganzkörperbestrahlung): 5-HT3-Antagonist vor jeder Fraktion während der gesamten Strahlentherapie plus Dexamethason 4 mg während der Fraktionen 1-5 3, 1

  • Bei moderatem Risiko (60-90%, z.B. Oberbauchbestrahlung): 5-HT3-Antagonist vor jeder Fraktion, optional Dexamethason 4 mg während der Fraktionen 1-5 3, 1

  • Bei niedrigem Risiko (30-60%): 5-HT3-Antagonist entweder prophylaktisch oder als Bedarfstherapie 3

  • Meta-Analysen zeigen, dass 5-HT3-Antagonisten signifikant wirksamer sind als Placebo (OR 0.49 für Erbrechen, OR 0.43 für Übelkeit) 4

Warum Dronabinol nicht empfohlen wird

Die Leitlinienempfehlungen gegen Cannabinoide bei strahlentherapieinduzierter Übelkeit basieren auf mehreren Faktoren:

  • Die MASCC-Leitlinie von 2022 rät ausdrücklich von der Verwendung von Cannabinoiden zur Prävention von strahlentherapieinduzierter Übelkeit ab 1

  • Die meisten Studien zu Cannabinoiden wurden in den 1970er und 1980er Jahren durchgeführt und untersuchten chemotherapieinduzierte, nicht strahlentherapieinduzierte Übelkeit 1

  • Es gibt nur sehr wenige Studien, die Cannabis oder Cannabinoide speziell bei strahlentherapieinduzierter Übelkeit untersucht haben, und diese lieferten keine klaren Beweise für deren Wirksamkeit 1

  • Die FDA-Zulassung für Dronabinol gilt ausschließlich für chemotherapieinduzierte Übelkeit bei Versagen konventioneller Antiemetika, nicht für strahlentherapieinduzierte Übelkeit 2

Management bei therapierefraktärer Übelkeit

Wenn trotz 5-HT3-Antagonisten Übelkeit auftritt, sollte folgendes Vorgehen gewählt werden:

  • Zunächst andere Ursachen ausschließen: Obstipation, Elektrolytstörungen, Hyperkalzämie, ZNS-Metastasen 3

  • Hinzufügen (nicht ersetzen) eines Antiemetikums aus einer anderen Wirkstoffklasse:

    • Metoclopramid 10-20 mg oral dreimal täglich (bevorzugter Dopaminantagonist) 3, 1
    • Alternativ: Prochlorperazin 5-10 mg oral oder i.v. 3
    • Alternativ: Haloperidol 0,5-1 mg alle 6-8 Stunden 3
    • Dexamethason 4 mg hinzufügen, falls noch nicht verwendet 3
  • Lorazepam kann bei Durchbruchübelkeit zusätzlich eingesetzt werden 1

Theoretische Rolle von Dronabinol als letzte Option

Nur in extrem seltenen Fällen, wenn alle Standardtherapien versagt haben, könnte Dronabinol erwogen werden:

  • Dies wäre ein Off-Label-Einsatz ohne Evidenzbasis für strahlentherapieinduzierte Übelkeit 1, 2

  • Die Dosierung würde sich an der chemotherapieinduzierten Übelkeit orientieren: 2,5-5 mg oral zweimal täglich 2

  • Wichtige Nebenwirkungen: Dysphorie, Euphorie, Sedierung, Schwindel, Verwirrtheit (traten bei 18% der Patienten auf) 1, 2

  • Psychiatrische Nebenwirkungen sind besonders bei Patienten mit psychiatrischer Vorgeschichte zu beachten 2

Wichtige Fallstricke

  • Niemals Dronabinol als Erstlinientherapie verwenden – dies widerspricht allen aktuellen Leitlinien 1, 3

  • Nicht einfach die Dosis des 5-HT3-Antagonisten erhöhen, wenn dieser versagt – stattdessen ein Medikament mit anderem Wirkmechanismus hinzufügen 3

  • Medizinisches Marihuana ist keine Alternative zu FDA-zugelassenen Cannabinoiden, da präzise definierte Dosen und Zeitpläne fehlen 5

  • Bei älteren Patienten sollten reduzierte Dosen aller Antiemetika verwendet werden 3

References

Guideline

Guideline Directed Topic Overview

Dr.Oracle Medical Advisory Board & Editors, 2025

Guideline

Management of Radiation-Induced Nausea

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2025

Guideline

Dronabinol for Chemotherapy-Induced Nausea and Vomiting

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2025

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