What is the interpretation of slightly elevated Lactate Dehydrogenase (LDH) and decreased haptoglobin levels?

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Interpretation: Leichte Hämolyse

Die Kombination von leicht erhöhtem LDH (254 U/L) und deutlich erniedrigtem Haptoglobin (0,11 g/L) weist auf eine aktive Hämolyse hin, auch wenn die LDH-Erhöhung minimal ist. 1, 2

Primäre diagnostische Bedeutung

  • Erniedrigtes Haptoglobin ist der sensitivste Marker für Hämolyse und zeigt bei diesem Patienten mit 0,11 g/L (Referenz 0,3-2,0 g/L) eine deutliche Erniedrigung, die praktisch immer bei hämolytischen Prozessen auftritt. 3, 2

  • Das LDH ist nur minimal erhöht (254 vs. 250 U/L Obergrenze), was auf eine milde bis moderate Hämolyse hindeutet, da bei ausgeprägter Hämolyse typischerweise deutlich höhere LDH-Werte (>400 U/L) zu erwarten wären. 4, 2

  • Die Kombination beider Parameter ist spezifischer für Hämolyse als jeder Marker allein, da LDH auch bei Lebererkrankungen, Myokardinfarkt, Nierenerkrankungen und Muskelschäden erhöht sein kann. 5, 1

Notwendige Zusatzdiagnostik

Folgende Untersuchungen sind zur Differenzierung zwingend erforderlich:

  • Retikulozytenzahl zur Beurteilung der Knochenmarkkompensation (sollte bei Hämolyse erhöht sein, außer bei gleichzeitiger Knochenmarkbeteiligung oder Nährstoffmangel). 1, 2

  • Indirektes Bilirubin (sollte bei Hämolyse erhöht sein). 6, 1

  • Direkter Coombs-Test zur Unterscheidung zwischen immunvermittelter und nicht-immunvermittelter Hämolyse. 6, 1

  • Peripherer Blutausstrich zur Identifikation von Schizozyten (bei thrombotischer Mikroangiopathie), Sphärozyten (bei Membrandefekten) oder anderen morphologischen Auffälligkeiten. 6, 2

  • Hämoglobin und Thrombozytenzahl zur Beurteilung des Schweregrades und zum Ausschluss einer thrombotischen Mikroangiopathie (TMA). 6, 1

Differentialdiagnostische Überlegungen

Bei Vorliegen von Anämie plus Thrombozytopenie:

  • ADAMTS13-Aktivität dringend bestimmen (bei <10 IU/dL liegt eine TTP vor), da dies eine notfallmäßige Behandlung erfordert. 6

  • Nierenfunktion prüfen (Kreatinin, Hämaturie, Proteinurie), da die Trias aus Hämolyse, Thrombozytopenie und Nierenbefall auf ein hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) oder atypisches HUS hinweist. 6

  • Stuhluntersuchung auf verotoxinbildende E. coli (VTEC) bei Diarrhoe in der Anamnese. 6

Bei isolierter Hämolyse ohne Thrombozytopenie:

  • Erwägen Sie hereditäre Hämolyseformen (Membrandefekte, Enzymopathien wie Pyruvatkinase-Mangel, Hämoglobinopathien). 6, 1

  • Prüfen Sie Medikamentenanamnese (medikamenteninduzierte Hämolyse). 5, 1

  • Bei chronischer Hämolyse: Eisenstatus und Ferritin bestimmen (Eisenüberladung möglich auch ohne Transfusionen). 6

Klinische Fallstricke

  • Haptoglobin kann bei mechanischen Herzklappen fast immer erniedrigt sein (<1 g/L in 75-91% der Fälle) ohne klinisch relevante Hämolyse, daher ist die Anamnese bezüglich Herzklappenersatz wichtig. 4

  • Schizozyten können bei früher TMA fehlen (geringe Sensitivität), daher schließt deren Fehlen eine TMA nicht aus. 6

  • Retikulozytopenie trotz Hämolyse tritt bei 20-40% der autoimmunhämolytischen Anämien auf und ist ein ungünstiger prognostischer Faktor. 2

  • LDH-Isoenzyme (LD1 und LD2 aus Erythrozyten) können bei unklaren Fällen zur Bestätigung der erythrozytären Herkunft hilfreich sein. 7

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