Haloperidol-Dosierung bei älteren Patienten
Bei älteren Patienten sollte Haloperidol mit 0,5-1 mg täglich begonnen werden, mit einer maximalen Tagesdosis von 5 mg, da höhere Dosen das Risiko für extrapyramidale Symptome, Stürze, Schlaganfall und Tod signifikant erhöhen. 1, 2, 3
Initiale Dosierung
Orale Verabreichung:
- Startdosis: 0,5-1 mg oral zur Nacht und alle 2 Stunden bei Bedarf für Delir-Management 1
- Bei geriatrischen oder geschwächten Patienten: 0,5-2 mg zweimal oder dreimal täglich 3
- Maximale Tagesdosis bei älteren Patienten: 5 mg täglich (nicht die 10 mg, die bei jüngeren Erwachsenen verwendet werden) 1, 2
Parenterale Verabreichung:
- Initiale intramuskuläre oder intravenöse Dosis: 0,5 mg 4
- Diese niedrige Dosis zeigt vergleichbare Wirksamkeit wie höhere Dosen mit besseren Sicherheitsprofilen 4, 5
Dosistitration
- Erhöhung in 0,5-1 mg Schritten nach Bedarf 1
- Bei schwerer Erregung oder unmittelbarer Gefahr: Erwägen Sie eine höhere Startdosis von 1,5-3 mg oral 1
- Die optimale Antwort wird typischerweise mit gradueller Dosistitration und niedrigeren Dosierungen erreicht 3
Kritische pharmakokinetische Überlegungen
Ältere Patienten haben deutlich höhere Plasmaspiegel:
- Bei 2 mg/Tag Haloperidol haben geriatrische Patienten doppelt so hohe Plasmakonzentrationen wie jüngere schizophrene Patienten (1,39 vs. 0,56 ng/ml) 6
- Reduziertes Haloperidol (aktiver Metabolit) ist fast 5-mal höher bei älteren Patienten 6
- Dies erklärt die erhöhte Empfindlichkeit und das Nebenwirkungsrisiko in dieser Population 6
Wirksamkeitsdaten
Optimale therapeutische Dosis:
- 2-3 mg/Tag zeigt überlegene Wirksamkeit (55-60% Ansprechrate) im Vergleich zu niedrigeren Dosen von 0,5-0,75 mg/Tag (25-35% Ansprechrate) bei Alzheimer-Patienten mit Psychose 7
- Jedoch entwickeln 20% der Patienten bei 2-3 mg/Tag moderate bis schwere extrapyramidale Symptome 7
- Empfohlener Ansatz: Beginnen Sie mit 1 mg/Tag und titrieren Sie schrittweise nach oben 7
Sicherheitsüberlegungen und Nebenwirkungen
Extrapyramidale Symptome (EPS):
- Das Risiko steigt signifikant bei Dosen >5 mg/Tag 2
- Bei Auftreten von EPS: Reduzieren Sie die Haloperidol-Dosis weiter oder wechseln Sie zu einem alternativen Antipsychotikum (nicht Anticholinergika hinzufügen) 2, 8
- Vermeiden Sie Benztropin oder Trihexyphenidyl bei älteren Patienten aufgrund erhöhter Empfindlichkeit gegenüber anticholinergen Effekten 8
Absolute Kontraindikationen:
Andere Risiken:
- Erhöhtes Risiko für Stürze, Schlaganfall und Mortalität bei Dosen >5 mg/Tag 2
- Sedierung tritt häufiger bei Dosen >1 mg in 24 Stunden auf 5
Alternative Antipsychotika bei Unverträglichkeit
Hierarchie nach EPS-Risiko (niedrigstes zu höchstem):
- Quetiapin (bevorzugt bei Parkinson-Patienten) 2, 8, 9
- Aripiprazol 2, 8
- Olanzapin 2, 8
- Risperidon 2, 8
- Haloperidol (höchstes Risiko) 2, 8
Quetiapin-Dosierung für ältere Patienten:
- Startdosis: 25 mg zur Nacht 9
- Vorsichtige Titration mit niedrigeren Dosen bei Leberfunktionsstörung 9
Dosisreduktion bei Langzeitbehandlung
Bei Patienten mit 20 mg/Tag (deutlich über empfohlener Dosis):
- Reduzieren Sie um 25% alle 1-2 Wochen mit engmaschiger Überwachung auf Symptomrezidiv 2
- Vermeiden Sie abruptes Absetzen - Risiko für Entzugsdyskinesien, Parkinson-Krise oder malignes neuroleptisches Syndrom 2
- Minimale Tapering-Dauer: 1 Monat 2
Praktischer Algorithmus
- Beginnen Sie mit 0,5-1 mg oral zur Nacht 1, 3
- Geben Sie zusätzliche 0,5-1 mg alle 2 Stunden bei Bedarf für akute Agitation 1
- Erhöhen Sie in 0,5-1 mg Schritten, wenn häufige Bedarfsdosen erforderlich sind 1
- Überschreiten Sie nicht 5 mg/Tag bei älteren Patienten 1, 2
- Überwachen Sie auf EPS, Sedierung und Stürze 4, 5
- Wenn EPS auftreten: Dosis reduzieren oder zu Quetiapin wechseln 2, 8, 9
Häufige Fallstricke
- Verwendung von Dosen >5 mg/Tag erhöht dramatisch das Risiko ohne zusätzlichen Nutzen 2, 5
- Hinzufügen von Anticholinergika bei EPS verschlimmert die kognitive Beeinträchtigung - reduzieren Sie stattdessen Haloperidol 2, 8
- Annahme, dass höhere Dosen wirksamer sind - Studien zeigen vergleichbare Wirksamkeit mit ≤0,5 mg bei besserer Verträglichkeit 4, 5
- Verwendung bei Parkinson-Patienten - absolut kontraindiziert, verwenden Sie stattdessen Quetiapin 8, 9