Antipsychotika nach SIADH-Risiko
Alle Antipsychotika können SIADH verursachen, aber basierend auf der verfügbaren Evidenz sollten Sie bei Patienten mit Hyponatriämie-Risiko Aripiprazol bevorzugen, da es das niedrigste dokumentierte Risiko aufweist, gefolgt von anderen atypischen Antipsychotika, während Haloperidol und andere typische Antipsychotika das höchste Risiko tragen.
Risikostratifizierung nach Evidenz
Höchstes Risiko: Typische Antipsychotika
- Haloperidol ist gut dokumentiert als SIADH-Auslöser mit wiederholten Fällen und positiven Rechallenge-Tests 1
- Die American Geriatrics Society identifiziert Antipsychotika generell als SIADH-induzierende Medikamente, mit besonderer Vorsicht bei älteren Erwachsenen 2
- Typische Antipsychotika zeigen ein zeitlich verteiltes SIADH-Risiko über die gesamte Behandlungsdauer, nicht nur initial 3
Mittleres Risiko: Atypische Antipsychotika der ersten Generation
- Risperidon kann SIADH verursachen, besonders bei hohen Dosen (≥6 mg/Tag), mit Mechanismus über 5-HT2A- und D2-Rezeptor-Affinität 4
- Olanzapin wird in ACC/AHA-Leitlinien als Antipsychotikum mit metabolischen Nebenwirkungen genannt, sollte bei Risikopatienten vermieden werden 2
- Clozapin zeigt in der ESC-Studie erhöhtes Arrhythmierisiko (OR 2.03), was auf systemische Effekte hinweist 2
- Quetiapin hat dokumentiertes Arrhythmierisiko (OR 1.29) und wird bei Hyponatriämie-Risiko mit Vorsicht empfohlen 2
Niedrigstes Risiko: Neuere Atypische Antipsychotika
- Aripiprazol hat nur einen einzigen Fallbericht von SIADH in der Literatur, was es zum unwahrscheinlichsten Auslöser macht 5
- Der Mechanismus von Aripiprazol (partieller D2/D3-Agonismus) macht SIADH theoretisch unwahrscheinlich 5
- ACC/AHA-Leitlinien empfehlen Aripiprazol als Alternative zu Olanzapin/Clozapin wegen geringerer metabolischer Risiken 2
Praktische Risikohierarchie (niedrigstes zu höchstem SIADH-Risiko)
- Aripiprazol - nur ein Fallbericht, theoretisch unwahrscheinlicher Mechanismus 5
- Quetiapin - moderate Evidenz, aber als Alternative bei Parkinson empfohlen 6
- Olanzapin - dokumentierte Fälle, aber weniger als typische Antipsychotika 7
- Risperidon - dosisabhängiges Risiko, besonders >6 mg/Tag 4
- Haloperidol und andere typische Antipsychotika - gut dokumentiert, wiederholte Fälle 1, 3
Klinische Überwachung bei allen Antipsychotika
- Initiale Risikofaktoren identifizieren: Alter >65 Jahre, Polydipsie-Anamnese (67% der SIADH-Fälle), Rauchen, Schizophrenie-Diagnose 3, 7
- Zeitfenster beachten: Bei Antipsychotika kann SIADH jederzeit auftreten, nicht nur initial wie bei Antidepressiva 3
- Serum-Natrium überwachen: Baseline und bei Dosissteigerung, besonders in ersten Wochen 7
- Polydipsie erkennen: 10% der Fälle zeigen medikamenteninduzierte Polydipsie als Frühzeichen 7
Besondere Patientengruppen
- Ältere Patienten: Erhöhtes Risiko für SIADH; bevorzugen Sie Aripiprazol oder Quetiapin über typische Antipsychotika 2, 6
- Parkinson-Patienten: Quetiapin oder Aripiprazol sind die einzigen Optionen; Haloperidol ist kontraindiziert 6, 8
- Schizophrenie mit Polydipsie: 70% der SIADH-Fälle betreffen Schizophrenie-Patienten; engmaschige Natrium-Kontrollen erforderlich 7
Wichtige Fallstricke
- Vage Symptome: Schwäche, Lethargie, Kopfschmerzen können psychiatrische Symptome imitieren und SIADH verschleiern 3
- Latente Präsentation: Erste Manifestation kann Krampfanfall sein ohne vorherige Warnsymptome 4
- Dosisunabhängigkeit: Keine signifikante Korrelation zwischen Dosis und Natrium-Spiegel bei systematischer Analyse 7
- Polypharmazie: Kombination mit anderen SIADH-induzierenden Medikamenten erhöht Risiko exponentiell 3