Diacetyl in E-Zigaretten und Bronchiolitis Obliterans
Ja, Diacetyl in Vapes kann Bronchiolitis Obliterans verursachen – eine schwere, irreversible Lungenerkrankung, die durch Inhalation von Aromastoffen entsteht. 1, 2
Bewiesene Kausalität
Die Evidenz zeigt eindeutig, dass Diacetyl-Inhalation Bronchiolitis Obliterans auslöst:
- Diacetyl verursacht subepitheliale entzündliche und fibrotische Verengung der kleinen Atemwege, was zur charakteristischen Pathologie der Bronchiolitis Obliterans führt 1
- Bei Ratten führte Diacetyl-Inhalation bei Konzentrationen ab 224 ppm zu epithelialer Nekrose und suppurativer Entzündung in Nase, Larynx, Trachea und Bronchien 3
- Arbeiter in Mikrowellen-Popcorn-Fabriken mit Diacetyl-Exposition zeigten eine 4-fach erhöhte Mortalität durch COPD (SMR = 4.10; CI: 1.12-10.49) im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung 4
Klinische Fallberichte bei Vape-Nutzern
Ein dokumentierter Fall eines 17-jährigen kanadischen Jugendlichen demonstriert die lebensbedrohliche Gefahr:
- Der Patient entwickelte nach intensivem Vaping von aromatisierten E-Liquids akute Bronchiolitis mit diffuser zentrilobulärer "Tree-in-Bud"-Nodularität im CT 2
- Er benötigte Intubation, invasive Beatmung und venovenöse ECMO wegen refraktärer Hyperkapnie 2
- Trotz Hochdosis-Kortikosteroid-Therapie blieb Monate nach Entlassung eine persistierende, fixierte Atemwegsobstruktion mit Gas-Trapping bestehen – konsistent mit Bronchiolitis Obliterans 2
- Alle Kulturen und Biopsie-Färbungen waren negativ für Infektionen, was die toxische Ätiologie bestätigt 2
Sichere Expositionsgrenzen
Die Forschung zeigt extrem niedrige Sicherheitsschwellen:
- Ein sicheres Expositionsniveau liegt bei oder unter 1 ppb als zeitgewichteter Durchschnitt für einen 8-Stunden-Arbeitstag 5
- Konsumenten von Mikrowellen-Popcorn können Expositionsniveaus erreichen, die das Risiko schwerer Lungenerkrankungen einschließlich Bronchiolitis Obliterans bergen 5
- In Kaffeeröstereien wurden Diacetyl-Konzentrationen gemessen, die 84-fach höher als die empfohlene Expositionsgrenze lagen, mit resultierender atemwegszentrierter Lungenerkrankung 6
Pathologische Variabilität
Wichtiger Hinweis: Die Lungenpathologie bei Diacetyl-induzierter Erkrankung kann erheblich variieren:
- Ein Kaffeearbeiter mit hoher Diacetyl-Exposition entwickelte fokale milde zelluläre Bronchiolitis, Pleuritis und peribronchioläre Riesenzellen/Granulome, aber keine typische konstriktive Bronchiolitis 6
- Dies bedeutet, dass das Fehlen klassischer obliterativer Bronchiolitis in der Biopsie eine Diacetyl-induzierte Lungenerkrankung nicht ausschließt 6
Behandlung
Die primäre Behandlung ist sofortiger und permanenter Stopp jeglicher Vaping-Exposition, gefolgt von Hochdosis-Kortikosteroiden bei physiologischer Verschlechterung:
- Sofortiger Stopp des Vapings und der Exposition gegenüber Diacetyl-haltigen Produkten ist absolut notwendig 1
- Hochdosis-systemische Kortikosteroide sind bei Patienten mit physiologischer Verschlechterung indiziert 1
- Azithromycin (Makrolide), das bei Post-Transplantations-Bronchiolitis Obliterans verwendet wird, hat keine dokumentierte Rolle bei toxischer/antigener expositionsbedingter Bronchiolitis Obliterans wie Diacetyl-induzierter Erkrankung 1, 7
Diagnostische Evaluation
Vor Therapiebeginn erforderlich:
- Spirometrie, Lungenvolumen und Gasaustausch-Tests zur Quantifizierung der Verschlechterung 1
- Bronchoskopie zum Ausschluss bakterieller suppurativer Atemwegserkrankungen 1
- Chirurgische Lungenbiopsie kann notwendig sein, wenn klinisches Syndrom, Physiologie und HRCT-Befunde keine sichere Diagnose ermöglichen 1
Wichtige Warnhinweise
- Die Erkrankung ist irreversibel – selbst nach Behandlung bleiben oft persistierende Atemwegsobstruktionen 2
- Regelmäßiges spirometrisches Monitoring ist zur Beurteilung der Krankheitsprogression notwendig 1
- Die Erkrankung unterscheidet sich vom kürzlich beschriebenen Muster der alveolären Schädigung bei EVALI (E-cigarette or Vaping product use-Associated Lung Injury) in den USA 2