Testosteron-Kuren: Muskelzuwachs-Vergleich
Direkte Empfehlung
Beide Protokolle (12,5 Wochen à 200 mg/Woche = 2.500 mg Gesamtdosis vs. 8 Wochen à 300 mg/Woche = 2.400 mg Gesamtdosis) führen zu vergleichbarem Muskelzuwachs, aber das längere, niedrig dosierte Protokoll (200 mg/Woche über 12,5 Wochen) ist aus medizinischer Sicht vorzuziehen, da es weniger kardiovaskuläre Risiken, geringere Hormonschwankungen und weniger Nebenwirkungen verursacht.
Evidenzbasierte Analyse
Dosis-Wirkungs-Beziehung für Muskelaufbau
- Testosteron zeigt eine dosisabhängige Wirkung auf fettfreie Masse: Bei 125 mg/Woche +3,4 kg, bei 300 mg/Woche +5,2 kg, und bei 600 mg/Woche +7,9 kg Zunahme über 20 Wochen 1
- Die Veränderungen der fettfreien Masse korrelieren stark mit Testosteronkonzentrationen (r = 0,73, P = 0,0001) 1
- Bereits nach 3 Wochen sind signifikante Kraftzuwächse messbar bei Dosierungen von 3,5 mg/kg/Woche (entspricht ca. 245-350 mg/Woche bei 70-100 kg Körpergewicht) 2
Vergleich der beiden Protokolle
Protokoll 1: 200 mg/Woche × 12,5 Wochen (2.500 mg gesamt)
- Testosteronspiegel im physiologischen bis leicht supraphysiologischen Bereich (ca. 500-800 ng/dl erwartet) 3, 1
- Erwarteter Muskelzuwachs: ca. 4-5 kg fettfreie Masse basierend auf Extrapolation 1
- Längere Expositionszeit ermöglicht kontinuierliche Proteinsynthese über 12,5 Wochen
Protokoll 2: 300 mg/Woche × 8 Wochen (2.400 mg gesamt)
- Testosteronspiegel im supraphysiologischen Bereich (ca. 1.200-1.500 ng/dl erwartet) 3, 1
- Erwarteter Muskelzuwachs: ca. 3,5-4,5 kg fettfreie Masse (kürzere Dauer kompensiert höhere Dosis teilweise) 1
- Kürzere, aber intensivere anabole Stimulation
Kritische Sicherheitsüberlegungen
Kardiovaskuläre Risiken bei höheren Dosen:
- Testosteroninjektionen sind mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko verbunden, insbesondere bei supraphysiologischen Dosen 3
- Die FDA hat 2015 eine Kennzeichnungsänderung vorgeschrieben, die auf mögliche erhöhte Risiken für Herzinfarkt und Schlaganfall hinweist 3
- Patienten verbringen bei Injektionen signifikante Zeit sowohl im supra- als auch im subtherapeutischen Bereich, was das kardiovaskuläre Risiko erhöht 3, 4
Dosisabhängige Nebenwirkungen:
- Nur die höchste Dosis (600 mg/Woche) war mit signifikanter HDL-Reduktion assoziiert 3
- Polyzythämie-Risiko steigt mit der Dosis und kann bei älteren Patienten zu erhöhter Blutviskosität und vaskulären Komplikationen führen 3
- Bei 300 mg/Woche liegt man bereits im oberen supraphysiologischen Bereich mit erhöhtem Nebenwirkungsrisiko 3
Pharmakokinetische Überlegungen
- Testosteronspiegel zeigen nach Injektion einen charakteristischen Peak innerhalb von 2-7 Tagen, gefolgt von progressivem Abfall auf subtherapeutische Werte bis Tag 13-14 4
- Wöchentliche Dosierung wird zunehmend bevorzugt, da sie problematische Peaks und Täler reduziert 4
- Bei 300 mg/Woche sind die Hormonschwankungen ausgeprägter als bei 200 mg/Woche 3, 4
Praktische Empfehlung
Für maximalen Muskelzuwachs bei minimiertem Risiko:
- Wählen Sie das 200 mg/Woche-Protokoll über 12,5 Wochen 3, 1
- Teilen Sie die Dosis auf 2× wöchentlich 100 mg auf, um Hormonschwankungen zu minimieren 4
- Der Muskelzuwachs wird nur geringfügig niedriger sein (ca. 0,5-1 kg weniger), aber mit deutlich besserer Sicherheit 1
Wichtige Warnhinweise:
- Beide Protokolle liegen außerhalb medizinischer Indikationen und sind mit erheblichen Gesundheitsrisiken verbunden 3
- Regelmäßige Überwachung von Hämatokrit, Lipidprofil und kardiovaskulären Parametern ist zwingend erforderlich 3
- Die Verwendung ohne medizinische Indikation (Hypogonadismus) ist nicht empfohlen und in vielen Kontexten illegal 3