What are the current recommendations for managing cardiac emergencies according to the latest ERC (European Resuscitation Council) and AHA (American Heart Association) guidelines?

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Aktuelle Empfehlungen zur Reanimation nach den neuesten ERC- und AHA-Leitlinien

Die aktuellen AHA-Leitlinien von 2020 empfehlen sofortigen Beginn qualitativ hochwertiger Thoraxkompressionen mit 100-120 Kompressionen pro Minute und einer Tiefe von 5-6 cm, sobald ein Kreislaufstillstand festgestellt wird. 1, 2

Grundlegende Reanimationsmaßnahmen (Basic Life Support)

Initiale Beurteilung und Aktivierung

  • Überprüfen Sie die Reaktionsfähigkeit durch Anrufen und Antippen des Patienten 1, 2
  • Aktivieren Sie sofort das Notfallsystem und fordern Sie einen Defibrillator an (oder beauftragen Sie jemanden damit) 1, 2
  • Prüfen Sie gleichzeitig Atmung und Puls innerhalb von 10 Sekunden - suchen Sie nach fehlender Atmung oder nur Schnappatmung 1, 2
  • Wenn kein Puls innerhalb von 10 Sekunden definitiv tastbar ist, beginnen Sie sofort mit Thoraxkompressionen 1

Technik der Thoraxkompressionen

Die AHA 2020-Leitlinien spezifizieren präzise Parameter:

  • Kompressionstiefe: 5-6 cm bei Erwachsenen 2, 3
  • Kompressionsfrequenz: 100-120 pro Minute 1, 2, 3
  • Handposition: Mitte des Brustkorbs (untere Hälfte des Sternums) 1, 3
  • Vollständige Entlastung zwischen den Kompressionen ist zwingend erforderlich - unvollständige Entlastung verhindert die kardiale Füllung 2, 3
  • Minimieren Sie Unterbrechungen auf unter 10 Sekunden 3

Kompressions-Ventilations-Verhältnis

  • Für professionelle Helfer: 30 Kompressionen gefolgt von 2 Beatmungen 1, 3
  • Für Laienhelfer ohne Training: ausschließlich Thoraxkompressionen 1
  • Für trainierte Laienhelfer ist es sinnvoll, zusätzlich zu den Kompressionen auch Beatmungen durchzuführen 1

Ein wichtiger Unterschied zwischen den Leitlinien: Die AHA 2020 betont stärker die Bedeutung konventioneller CPR (Kompressionen plus Beatmung) für trainierte Helfer, während frühere Versionen die reine Kompressions-CPR gleichwertiger darstellten 1.

Frühe Defibrillation

Einsatz des Defibrillators

  • Verwenden Sie den AED/Defibrillator sofort, sobald er verfügbar ist 1, 2, 3
  • Bei beobachtetem Kreislaufstillstand mit sofort verfügbarem AED ist die unverzügliche Defibrillation sinnvoll 1
  • Bei unbeobachtetem Kreislaufstillstand beginnen Sie CPR, während der Defibrillator geholt wird 1

Schockabgabe-Protokoll (AHA 2020)

  • Bei defibrillierbarem Rhythmus (VF/pVT): Geben Sie einen Schock ab und setzen Sie sofort CPR für 2 Minuten fort, bevor Sie den Rhythmus erneut überprüfen 1, 3
  • Bei nicht-defibrillierbarem Rhythmus: Setzen Sie CPR sofort für 2 Minuten fort 1, 3

Dies stellt eine wichtige Änderung gegenüber den 2005-Leitlinien dar, die noch 3 gestapelte Schocks empfahlen 1. Die Änderung basiert auf der hohen Erfolgsrate moderner Defibrillatoren beim ersten Schock und der Erkenntnis, dass Thoraxkompressionen zwischen Schocks die myokardiale Sauerstoffversorgung verbessern 1.

Erweiterte Reanimationsmaßnahmen (Advanced Life Support)

Medikamentöse Therapie

  • Etablieren Sie IV/IO-Zugang so schnell wie möglich, ohne Kompressionen zu unterbrechen 1, 3
  • Adrenalin: 1 mg alle 3-5 Minuten bei allen Kreislaufstillstand-Rhythmen 1, 3, 4
  • Amiodaron (erste Dosis: 300 mg Bolus, zweite Dosis: 150 mg) oder Lidocain (erste Dosis: 1-1,5 mg/kg, zweite Dosis: 0,5-0,75 mg/kg) bei refraktärem VF/pVT 1, 3, 4

Atemwegsmanagement

  • Nach Platzierung eines erweiterten Atemwegs: 1 Beatmung alle 6 Sekunden (10 Beatmungen/Minute) bei kontinuierlichen Thoraxkompressionen 1
  • Verwenden Sie Kapnographie zur Bestätigung und Überwachung der Tubuslage 1

Mechanische Reanimationshilfen

Die AHA 2015-Leitlinien zeigen eine zurückhaltende Position:

  • Manuelle Thoraxkompressionen bleiben der Behandlungsstandard 1
  • Mechanische Kompressionssysteme (Kolben- oder Bandgeräte) können als vernünftige Alternative bei speziell trainierten Anwendern in Betracht gezogen werden (Klasse IIb) 1
  • Spezifische Situationen für mechanische Geräte: prolongierte CPR bei hypothermem Kreislaufstillstand, CPR im fahrenden Rettungswagen, CPR im Herzkatheterlabor, CPR während Vorbereitung auf ECPR 1

Wichtiger Vorbehalt: Unterbrechungen während Platzierung und Entfernung mechanischer Geräte müssen strikt minimiert werden 1.

Extrakorporale CPR (ECPR)

Die Evidenz für ECPR hat sich weiterentwickelt:

  • Die AHA 2015 stellte fest, dass unzureichende Evidenz für routinemäßigen ECPR-Einsatz besteht (Klasse IIb) 1
  • ECPR kann bei ausgewählten Patienten mit potenziell reversibler Ursache des Kreislaufstillstands in Betracht gezogen werden 1, 4
  • Neuere Evidenz (ARREST-Studie) zeigt verbesserte Überlebensraten bei ECPR für refraktären Kreislaufstillstand mit defibrillierbarem Initialrhythmus 4
  • ECPR sollte nur in entsprechend ausgestatteten und trainierten Systemen durchgeführt werden 4

Spezielle Situationen

Opioid-Überdosierung

  • Bei Verdacht auf Opioid-Überdosierung: Verabreichen Sie Naloxon, falls verfügbar, während Sie CPR fortsetzen 1, 3

Post-Reanimationsversorgung

  • Bei komatösen Patienten nach Reanimation: Erwägen Sie therapeutische Hypothermie/Temperaturmanagement 1, 4
  • Bei Patienten mit vermutetem kardialen Kreislaufstillstand und ST-Hebung: Führen Sie unverzüglich eine Koronarangiographie durch (Klasse I) 1, 4
  • Bei komatösen Patienten nach außerklinischem Kreislaufstillstand ohne ST-Hebung: Notfall-Koronarangiographie ist bei ausgewählten (elektrisch oder hämodynamisch instabilen) Patienten sinnvoll (Klasse IIa) 1

Häufige Fehler und wie man sie vermeidet

Kritische Fallstricke

  • Zu lange Pulskontrolle: Medizinisches Personal nimmt sich oft zu viel Zeit für die Pulskontrolle - beginnen Sie CPR, wenn nach 10 Sekunden kein definitiver Puls tastbar ist 2, 3
  • Unzureichende Kompressionstiefe oder -frequenz: Kompressionen müssen hart und schnell sein, um effektiv zu sein 3
  • Aufstützen auf dem Brustkorb zwischen Kompressionen: Dies verhindert die kardiale Füllung 3
  • Prolongierte Unterbrechungen: Halten Sie Pausen unter 10 Sekunden 3
  • Verzögerung der CPR zur Entfernung der Kleidung: Beginnen Sie sofort mit Kompressionen 1

Algorithmus-Fehler

  • Nicht sofort das Notfallsystem aktivieren: Ein einzelner Helfer sollte zuerst das Notfallsystem aktivieren, dann CPR beginnen 1
  • Verzögerung der Defibrillation: Wenden Sie den Defibrillator sofort nach Verfügbarkeit an, ohne CPR zu verzögern 1, 3

Hinweis zu ERC-Leitlinien: Die bereitgestellten Evidenzen enthalten ausschließlich AHA-Leitlinien. Für einen vollständigen Vergleich mit ERC-Leitlinien wären die entsprechenden ERC-Dokumente erforderlich. Die AHA-Leitlinien 2020 stellen jedoch den aktuellsten verfügbaren Standard dar 1, 2, 3.

References

Guideline

Guideline Directed Topic Overview

Dr.Oracle Medical Advisory Board & Editors, 2025

Guideline

Adult Cardiopulmonary Resuscitation Guidelines

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2025

Guideline

Cardiac Arrest Management

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2025

Guideline

Guidelines for Starting Extracorporeal Cardiopulmonary Resuscitation (ECPR)

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2025

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