Fenbendazol ist NICHT für die Behandlung von geplatzten Metastasen geeignet
Fenbendazol sollte nicht zur Behandlung von geplatzten Metastasen oder anderen Krebserkrankungen beim Menschen verwendet werden, da es keine zugelassene Krebstherapie ist, keine nachgewiesene Wirksamkeit beim Menschen hat und potenziell schwere Leberschäden verursachen kann.
Fehlende klinische Evidenz und Zulassung
- Fenbendazol ist ein antiparasitäres Tierarzneimittel (Anthelminthikum), das bei Hunden und Schweinen eingesetzt wird, aber weder von der FDA noch von der EMA für den Einsatz beim Menschen zugelassen ist 1
- Die Pharmakokinetik und Sicherheit von Fenbendazol beim Menschen sind in der medizinischen Literatur nicht gut dokumentiert 1
- Es existieren keine klinischen Studien, die die Wirksamkeit oder Sicherheit von Fenbendazol bei menschlichen Krebserkrankungen belegen 1
Dokumentierte Toxizität beim Menschen
- Ein Fall einer 80-jährigen Patientin mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom, die Fenbendazol auf Basis von Social-Media-Informationen selbst einnahm, entwickelte nach einem Monat eine schwere Leberschädigung 2
- Die Patientin zeigte keine Tumorverkleinerung trotz der Einnahme von Fenbendazol 2
- Die Leberfunktionsstörung bildete sich erst nach Absetzen des Medikaments spontan zurück 2
Fehlende antitumorale Wirksamkeit in präklinischen Studien
- Intensive Behandlungen mit Fenbendazol zeigten in EMT6-Maus-Mammatumorzellen in vitro zytotoxische Effekte, jedoch keine Wirkung auf das Tumorwachstum in vivo 3
- Fenbendazol in maximal-intensiven Behandlungsregimen veränderte weder das Wachstum von EMT6-Tumoren noch verstärkte es die antineoplastischen Effekte von Bestrahlung 3
- Diese Studien lieferten keine Evidenz dafür, dass Fenbendazol einen Wert in der Krebstherapie hätte 3
Etablierte Behandlungsstandards für Metastasen
Bei geplatzten/symptomatischen Metastasen:
- Chirurgische Resektion ist die Standardbehandlung für resektable lokale oder Fernmetastasen, wenn keine disseminierte Erkrankung vorliegt 4
- Palliative Resektion, Ablation (z.B. Radiofrequenz, Embolisation) oder andere regionale Behandlungen sollten bei symptomatischen Fernmetastasen in Betracht gezogen werden 4
- Strahlentherapie ist indiziert für fokale Symptome und nicht-resektable Läsionen 4
- Systemische Chemotherapie entsprechend der Histologie des Primärtumors ist die Standardbehandlung bei disseminierten Metastasen 4
Spezifische Empfehlungen nach Lokalisation:
- Bei Hirnmetastasen: Chirurgische Resektion plus postoperative Ganzhirnbestrahlung (WBRT) oder stereotaktische Radiochirurgie (SRS) plus WBRT für 1-3 Läsionen 4
- Bei Lebermetastasen (kolorektales Karzinom): Simultane rektale und hepatische Chirurgie bei ≤3 Segmenten oder Hepatektomie 3 Monate nach rektaler Chirurgie 4
- Bei multiplen nicht-resezierbaren Metastasen: Systemische palliative Chemotherapie ist Standard 4
Wichtige klinische Fallstricke
- Social-Media-Informationen über angebliche Krebstherapien sind oft unbewiesen und für medizinische Laien schwer zu filtern 2
- Ärzte sollten Patienten aktiv nach Selbstmedikation mit Nahrungsergänzungsmitteln, Kräutern oder bioaktiven Substanzen befragen, insbesondere bei unerwarteten Nebenwirkungen 2
- Die Verwendung nicht zugelassener Substanzen verzögert etablierte, evidenzbasierte Behandlungen und kann die Prognose verschlechtern
Alternative Benzimidazole mit besserer Evidenz
- Mebendazol (ein verwandtes Anthelminthikum) zeigt in präklinischen Studien vielversprechendere antitumorale Aktivität als Fenbendazol, einschließlich Hemmung der Tubulinpolymerisation, Angiogenese und Synergismus mit Chemotherapie 5
- Mebendazol ist beim Menschen für parasitäre Infektionen zugelassen und hat ein bekanntes Sicherheitsprofil, jedoch fehlen auch hier klinische Studien zur Krebsbehandlung 5
- Selbst für Mebendazol sind weitere Untersuchungen erforderlich, um die klinische antineoplastische Aktivität und Sicherheit in Kombination mit anderen Medikamenten zu bestätigen 5