Wiederholung der Optilume-Prozedur bei BPH
Die Optilume-Prozedur kann bei Bedarf wiederholt werden, jedoch empfiehlt die American Urological Association bei wiederholtem Versagen die Erwägung alternativer definitiver chirurgischer Verfahren wie TURP oder HoLEP. 1
Evidenz zur Wiederholbarkeit
Die verfügbaren Daten zeigen, dass die Optilume-Technologie bei Harnröhrenstrikturen erfolgreich wiederholt werden kann:
In der ROBUST I-Studie hatten Patienten mit rezidivierenden bulbären Harnröhrenstrikturen bereits 1-4 vorherige endoskopische Eingriffe vor der Optilume-Behandlung, was demonstriert, dass das Verfahren auch nach multiplen Voreingriffen sicher durchführbar ist 2
Bei der italienischen Real-Life-Kohorte wurden 130 Patienten behandelt, von denen nur 6 (4,6%) während der Nachbeobachtung eine Reoperation benötigten, was auf eine niedrige Wiederholungsrate hindeutet 3
Die Off-Label-Anwendung bei Blasenhalsstenosen zeigte, dass alle 16 Patienten nach 12 Monaten frei von wiederholten Eingriffen blieben 4
Klinische Entscheidungsfindung
Bei der ersten Rezidiv nach Optilume:
- Eine Wiederholung der Optilume-Prozedur ist technisch möglich und kann erwogen werden 2, 3
- Die Erfolgsrate liegt bei 67-77% Freiheit von weiteren Eingriffen über 3 Jahre 2
Bei multiplen Rezidiven oder zweitem Versagen:
- Die American Urological Association empfiehlt die Überlegung definitiver chirurgischer Alternativen 1
- TURP bleibt der Goldstandard mit der höchsten Wirksamkeit bei BPH 5
- Bei großen Prostaten (>60g) sollte eine einfache Prostatektomie (offen, laparoskopisch oder robotergestützt) oder HoLEP in Betracht gezogen werden 5
Wichtige Überlegungen vor Wiederholung
Faktoren, die für eine Wiederholung sprechen:
- Gutes initiales Ansprechen mit späterer Symptomrezidiv 2
- Patientenwunsch nach minimalinvasiver Therapie 4
- Erhaltung der Sexualfunktion ist prioritär (Optilume beeinträchtigt die erektile Funktion nicht) 2, 6
Faktoren, die gegen Wiederholung sprechen:
- Primäres Therapieversagen ohne initiale Verbesserung 1
- Komplikationen wie rezidivierende Harnwegsinfektionen, Blasensteine oder Niereninsuffizienz - diese erfordern definitive chirurgische Therapie 5, 7
- Sehr große Prostata (>80g) - hier sind andere Verfahren effektiver 8
Häufige Fallstricke
Zu frühes Aufgeben: Die volle Wirkung der Optilume-Behandlung zeigt sich erst nach 3-6 Monaten; eine Beurteilung vor diesem Zeitpunkt kann irreführend sein 3, 8
Ignorieren absoluter Operationsindikationen: Bei obstruktiver Uropathie mit Nierenfunktionsverschlechterung, rezidivierender Retention oder Blasensteinen ist eine definitive chirurgische Therapie indiziert, nicht eine weitere minimalinvasive Prozedur 5, 7
Fehlende Berücksichtigung der Prostatagröße: Bei Prostatavolumen >80g sind die Erfolgsraten minimalinvasiver Verfahren deutlich geringer 8, 6