What is the recommended treatment approach for a patient with treatment-resistant depression, considering adjunctive therapy options such as lithium?

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Lithium bei therapieresistenter Depression

Lithium-Augmentation ist eine gut etablierte und wirksame Behandlungsstrategie bei therapieresistenter Depression, die als Alternative zu atypischen Antipsychotika eingesetzt werden kann, wobei atypische Antipsychotika (insbesondere Aripiprazol) als primäre First-Line-Strategie empfohlen werden. 1

Definition der therapieresistenten Depression

Bevor eine Lithium-Augmentation in Betracht gezogen wird, muss die Diagnose einer therapieresistenten Depression (TRD) bestätigt werden:

  • TRD ist definiert als das Versagen von mindestens zwei adäquaten Antidepressiva-Versuchen mit unterschiedlichen Wirkmechanismen in der aktuellen depressiven Episode. 2, 1
  • Jeder Behandlungsversuch muss mindestens 4 Wochen in minimaler effektiver Dosierung durchgeführt worden sein. 1, 3
  • Bei lang anhaltenden aktuellen Episoden sollten nur Behandlungsversagen innerhalb der letzten 2 Jahre berücksichtigt werden. 2, 1

Behandlungsalgorithmus mit Lithium

Primäre Empfehlung

  • Atypische Antipsychotika (insbesondere Aripiprazol) werden als primäre First-Line-Augmentationsstrategie nach unzureichendem Ansprechen auf mindestens ein Antidepressivum empfohlen. 1, 4
  • Die Evidenzbasis für atypische Antipsychotika ist die umfangreichste und rigoroseste aller pharmakologischen Ansätze bei TRD. 4

Lithium als etablierte Alternative

  • Lithium-Augmentation ist eine gut untersuchte alternative Augmentationsstrategie mit etablierter Wirksamkeit. 1
  • Lithium kann als gleichwertige Alternative zu atypischen Antipsychotika betrachtet werden, wenn diese nicht vertragen werden oder kontraindiziert sind. 4
  • Eine systematische Übersicht zeigte keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen Lithium- und AAP-Augmentation, wobei Lithium kostengünstiger sein kann. 5

Dosierung und praktische Durchführung

Standarddosierung

  • Die übliche Lithium-Dosierung liegt bei etwa 900 mg/Tag mit Plasmaspiegeln im Bereich von 0,5-0,8 mEq/L. 6
  • Diese Dosierung erfordert Plasmaspiegelmonitoring und erhöht das Risiko für Toxizität und Nebenwirkungen. 6

Niedrigdosis-Lithium

  • Niedrigdosis-Lithium (300-450 mg/Tag) kann ebenso wirksam sein wie höhere Dosierungen und ist besser verträglich. 6
  • In einer offenen Studie zeigten 51% der Patienten nach 5 Wochen Niedrigdosis-Lithium-Augmentation (mittlerer Plasmaspiegel 0,33±0,09 mEq/L) eine deutliche oder sehr deutliche Verbesserung. 6
  • Die meisten Patienten (76%) zeigten ein schnelles Ansprechen (bis zu 7 Tage), und nur 4,6% sprachen nach mehr als 2 Wochen an. 6
  • Niedrigdosis-Lithium minimiert das Risiko von Nebenwirkungen und Arzneimittelinteraktionen und erfordert möglicherweise kein routinemäßiges Plasmaspiegelmonitoring. 6

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten

  • Lithium-Augmentation kann bei älteren Patienten mit refraktärer Depression wirksam sein, wobei 7 von 14 Patienten eine vollständige Remission und 3 eine partielle Response zeigten. 7
  • Vorsicht ist geboten, da Nebenwirkungen wie periphere Schwäche, schwerer Feinschlägiger Tremor und Neurotoxizität bei 3 von 14 Patienten zum Absetzen führten. 7
  • Niedrigere Dosierungen können Nebenwirkungen lindern. 7

Bipolare vs. unipolare Depression

  • Bipolare Patienten zeigten eine bessere Response auf Lithium-Augmentation als unipolare Patienten (64,3% vs. 45,5%). 6

Wichtige klinische Überlegungen

Begleitende Psychotherapie

  • Kognitive Verhaltenstherapie sollte während der gesamten Behandlung in Verbindung mit der Pharmakotherapie eingesetzt werden. 1, 3

Häufige Fallstricke

  • Antidepressiva-Dosen nicht über die minimale effektive Dosierung hinaus erhöhen, da die meisten Studien keinen Nutzen bei erhöhtem Risiko für Nebenwirkungen zeigen. 1
  • Behandlungsversagen nicht vor Abschluss von mindestens 4 Wochen in adäquater Dosierung erklären. 1, 3
  • Patienten nicht aufgrund der Anzahl früherer Medikamentenversagen von Behandlungsversuchen ausschließen. 1, 3

Vergleichende Wirksamkeit

  • Eine direkte Head-to-Head-Vergleichsstudie (LQD-Studie) wurde konzipiert, um Lithium und Quetiapin über 12 Monate zu vergleichen, wobei die Hypothese aufgestellt wurde, dass Quetiapin überlegen sein würde. 8
  • Frühere Kurzzeitstudien konnten keine Überlegenheit einer der beiden Behandlungen nachweisen. 8
  • Eine kleine placebokontrollierte Studie fand keinen signifikanten Unterschied zwischen Lithium und Placebo, möglicherweise aufgrund niedrigerer Dosierung, längerer vorheriger Behandlungsdauer und weniger schwerer Depression. 9

Dokumentation und Staging

  • Die Maudsley Staging Method (MSM) ist das bevorzugte Staging-Instrument für strukturierte Dokumentation, das Behandlungsversagen, Krankheitsdauer, Symptomschwere, Augmentationsstrategien und EKT-Historie einbezieht. 1, 3
  • Die MSM sagt Behandlungsresistenz in >85% der Fälle korrekt voraus. 1, 3

References

Guideline

Treatment-Resistant Depression Management

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2025

Guideline

Guideline Directed Topic Overview

Dr.Oracle Medical Advisory Board & Editors, 2025

Guideline

Treatment-Resistant Depression: Evidence-Based Management

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2025

Guideline

Treatment-Resistant Depression: FDA-Approved Options

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2026

Research

Lithium augmentation for treatment-resistant depression in the elderly.

Journal of geriatric psychiatry and neurology, 1988

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