IHHT bei Zöliaki: Keine evidenzbasierte Therapie
Es gibt keine wissenschaftliche Evidenz, die intermittierendes hypoxisch-hyperoxisches Training (IHHT) als Therapie bei Zöliaki unterstützt – die einzige etablierte Behandlung bleibt die strikte, lebenslange glutenfreie Diät. 1, 2, 3, 4
Die einzige evidenzbasierte Behandlung
Die glutenfreie Diät ist die ausschließlich akzeptierte Therapie für Zöliaki und muss sofort nach Diagnosestellung begonnen werden:
- Vollständige Elimination von Weizen, Roggen, Gerste und deren Hybriden (wie Kamut und Triticale) ist zwingend erforderlich 1, 3, 4
- Die Diät muss lebenslang strikt eingehalten werden, ohne Ausnahmen 1, 2, 3, 4
- Reiner Hafer kann bei den meisten Patienten akzeptabel sein und die Ernährungsqualität verbessern, obwohl Kontaminationsbedenken bestehen 1, 3, 4
Warum keine alternativen Therapien wie IHHT?
Die aktuellen Leitlinien von führenden gastroenterologischen Gesellschaften erwähnen IHHT nicht als Therapieoption:
- Keine Leitlinienempfehlung: Weder die europäischen noch die nordamerikanischen Zöliaki-Gesellschaften empfehlen IHHT oder ähnliche Sauerstofftherapien 1
- Fehlende Studienevidenz: Es existieren keine publizierten klinischen Studien, die IHHT bei Zöliaki untersuchen 1, 2, 5
- Unklarer Wirkmechanismus: Die Pathophysiologie der Zöliaki (Autoimmunreaktion gegen Gewebstransglutaminase durch Gliadin-Peptide) wird durch Sauerstofftherapien nicht adressiert 1
Zukünftige Therapieoptionen in der Entwicklung
Während IHHT keine Rolle spielt, werden andere adjuvante Therapien erforscht:
- Enzymatische Glutenspaltung, Tight-Junction-Regulatoren und Immuntherapien befinden sich in klinischen Studien 2, 5, 6
- Diese Therapien zielen darauf ab, die glutenfreie Diät zu ergänzen, nicht zu ersetzen 5, 7
- Keine dieser Therapien ist derzeit zugelassen – die glutenfreie Diät bleibt der einzige wirksame Behandlungsansatz 2, 4, 5
Kritische Warnhinweise
- Niemals alternative Therapien wie IHHT anstelle der glutenfreien Diät verwenden – dies führt zu fortgesetzter Darmschädigung, Malabsorption und erhöhtem Risiko für Komplikationen wie Non-Hodgkin-Lymphom 1, 4
- Unbehandelte oder inadäquat behandelte Zöliaki führt zu schwerwiegenden Komplikationen einschließlich neurologischer Verschlechterung und Dünndarm-Lymphom 4
- Die glutenfreie Diät schützt nachweislich vor der Entwicklung von Non-Hodgkin-Lymphomen, wobei das Risiko mit der Zeit bei strikter Einhaltung sinkt 1, 4
Notwendige Begleitmaßnahmen zur glutenfreien Diät
Anstatt unbewiesene Therapien wie IHHT zu erwägen, sollten Patienten Folgendes erhalten:
- Sofortige Überweisung zu einem erfahrenen Ernährungsberater für umfassende Schulung 1, 3, 4
- Screening auf Mikronährstoffmängel (Eisen, Folsäure, Vitamin D, B12, B6, Zink, Magnesium) bei Diagnose 1, 3, 4
- Knochendichtemessung zur Osteoporose-Beurteilung 1, 3, 4
- Jährliche Nachsorge mit Serologie (Anti-Transglutaminase-IgA-Antikörper) zur Überwachung der Diät-Adhärenz 1, 3, 4
Die glutenfreie Diät ist zwar anspruchsvoll, aber sie ist die einzige Therapie mit nachgewiesener Wirksamkeit zur Verbesserung von Morbidität, Mortalität und Lebensqualität bei Zöliaki-Patienten 1, 2, 4.