SSRI-Therapie bei therapieresistenter Angststörung unter Bisoprolol
Ja, ein SSRI ist bei Ihnen indiziert, da die Verhaltenstherapie nach einem Jahr keine ausreichende Besserung gebracht hat, und die Kombination aus SSRI und Verhaltenstherapie nachweislich wirksamer ist als Verhaltenstherapie allein. 1
Sicherheit der SSRI-Einnahme mit Bisoprolol
Die gleichzeitige Einnahme von SSRI und Bisoprolol ist sicher und wird bei POTS-Patienten routinemäßig durchgeführt. 2, 3
- Bisoprolol wird erfolgreich bei POTS eingesetzt und verbessert die Symptome deutlich, insbesondere die orthostatische Tachykardie 2
- In klinischen Studien mit POTS-Patienten wurden Betablocker (einschließlich Bisoprolol und Propranolol) über 3 Monate verabreicht, wobei signifikante Verbesserungen der orthostatischen Intoleranz, Depression und Lebensqualität beobachtet wurden 3
- Es gibt keine Kontraindikation für die Kombination von Bisoprolol mit SSRIs 4
Empfohlenes SSRI und Dosierung
Sertralin oder Escitalopram sind die bevorzugten SSRIs für Ihre Situation.
Sertralin
- Beginnen Sie mit 25 mg täglich als Testdosis, um anfängliche Angst oder Agitiertheit zu minimieren 4
- Steigern Sie nach 1 Woche auf 50 mg täglich 4
- Weitere Dosissteigerungen um 25-50 mg alle 1-2 Wochen bis maximal 200 mg täglich, je nach Verträglichkeit und Ansprechen 4, 1
Escitalopram (Alternative)
- Beginnen Sie mit 5 mg täglich als Testdosis 4
- Steigern Sie nach 1 Woche auf 10 mg täglich 1
- Bei unzureichendem Ansprechen nach 4 Wochen Erhöhung auf 20 mg täglich (Maximaldosis) 1
- Vorteil: Escitalopram hat das geringste Potenzial für Arzneimittelinteraktionen unter allen SSRIs, da es die CYP450-Enzyme am wenigsten beeinflusst 4, 1
Wichtige Überlegungen bei POTS
Beachten Sie, dass SSRIs bei POTS-Patienten akut den Blutdruck leicht erhöhen können, aber dies führt nicht zu einer Verbesserung der Herzfrequenz oder Symptome in den ersten Stunden. 5
- Eine Studie mit Sertralin 50 mg bei POTS-Patienten zeigte nach 4 Stunden einen bescheidenen Blutdruckanstieg im Sitzen, aber keine Verbesserung der stehenden Herzfrequenz 5
- Die Symptome waren kurzfristig sogar schlechter mit Sertralin als mit Placebo 5
- Dies bedeutet jedoch nicht, dass SSRIs bei POTS kontraindiziert sind – die Studie untersuchte nur akute Effekte, während die anxiolytische Wirkung erst nach 4-8 Wochen eintritt 4, 1
Kombination mit Verhaltenstherapie fortsetzen
Setzen Sie die Verhaltenstherapie parallel zur SSRI-Einnahme fort, da die Kombinationstherapie der Monotherapie überlegen ist. 1
- Die Kombination aus SSRI und kognitiver Verhaltenstherapie verbessert primäre Angstsymptome, globale Funktion, Behandlungsansprechen und Remissionsraten signifikant stärker als jede Behandlung allein 4, 1
- Diese Empfehlung basiert auf der Child-Adolescent Anxiety Multimodal Study (CAMS), die auch für Erwachsene relevant ist 4
Behandlungsdauer und Monitoring
Planen Sie eine Behandlungsdauer von mindestens 6-12 Monaten nach Erreichen der Remission ein. 1
- Bewerten Sie das Ansprechen nach 8-12 Wochen mit standardisierten Angstskalen 1
- Überwachen Sie in den ersten 1-2 Monaten engmaschig auf Suizidalität, Agitiertheit oder ungewöhnliche Verhaltensänderungen 1
- Kontrollieren Sie nach 2-4 Wochen nach jeder Dosissteigerung 4, 1
Häufige Fallstricke vermeiden
- Nicht zu früh abbrechen: Warten Sie mindestens 8-12 Wochen bei therapeutischer Dosis, bevor Sie das SSRI als unwirksam einstufen 1
- Nicht abrupt absetzen: SSRIs (besonders Sertralin) können ein Absetzsyndrom mit Schwindel, Angst, Reizbarkeit und sensorischen Störungen verursachen 4, 6
- Keine Kombination mit MAO-Hemmern: Absolut kontraindiziert wegen Serotoninsyndrom-Risiko 4
- Vorsicht bei QT-Verlängerung: Escitalopram kann bei Dosen über 20 mg das QT-Intervall verlängern – bei kardialen Risikofaktoren eventuell EKG-Kontrolle 1
Prognose
Etwa 50-70% der Patienten mit Angststörungen sprechen auf SSRI-Therapie an, und die Kombination mit Verhaltenstherapie erhöht diese Rate weiter. 1