From the Guidelines
Die korrekte Aussage ist, dass differentialdiagnostisch reaktive Veränderungen auszuschließen sind. Bei der Untersuchung von Barrett-Ösophagus mit niedriggradiger intraepithelialer Neoplasie (LGIEN) ist es wichtig, zwischen reaktiven Veränderungen und echten neoplastischen Veränderungen zu unterscheiden. Die Histologie von LGIEN zeigt spezialisierte columnare Epithelien (intestinale Metaplasie) mit Zellkernvergrößerung, Hyperchromasie und Stratifikation, die auf die untere Hälfte des Epithels beschränkt sind. Die Kerne behalten typischerweise ihre Polarität zum Basalmembran, und die glanduläre Architektur zeigt milde Distortionen, aber ohne komplexe Budding- oder Cribriform-Muster. Mitosefiguren können vorhanden sein, sind aber in der Regel auf die basale Region des Epithels beschränkt. Diese Veränderungen stellen eine frühe neoplastische Transformation dar, die ein erhöhtes Risiko für Progression zu hochgradiger Dysplasie und letztendlich Adenokarzinom mit sich bringt, obwohl das jährliche Progressionsrisiko relativ niedrig ist, etwa 0,5-1% pro Jahr 1. Die Diagnose erfordert eine sorgfältige pathologische Untersuchung, oft mit Bestätigung durch einen zweiten Experten-Gastrointestinalpathologen aufgrund der signifikanten Interobserver-Variabilität bei der Unterscheidung zwischen LGIEN und reaktiven Veränderungen.
Einige der wichtigsten Punkte bei der Diagnose und Behandlung von LGIEN sind:
- Die Verwendung einer standardisierten Klassifikation für die Dysplasiegradierung, wie in der WHO-Klassifikation definiert 1
- Die Bedeutung der Differentialdiagnose, um reaktive Veränderungen auszuschließen 1
- Die Notwendigkeit einer sorgfältigen pathologischen Untersuchung und Bestätigung durch einen Experten-Gastrointestinalpathologen 1
- Die Verfügbarkeit von Behandlungsoptionen wie endoskopischer Resektion und Ablation für Patienten mit bestätigter LGIEN 1
From the Research
Histologische Befunde bei Barrett-Ösophagus mit LGIEN
Die histologische Untersuchung von Barrett-Ösophagus mit niedriggradiger intraepithelialer Neoplasie (LGIEN) zeigt bestimmte Merkmale, die für die Diagnose und das Management wichtig sind.
- Die Schleimhaut weist eine Architekturstörung auf, die jedoch nicht immer ausgeprägt ist 2.
- Die LGIEN zeigt typischerweise keine rundeten, aufsteigenden Zellkerne, sondern eher eine Veränderung in der Zellmorphologie und -anordnung 3.
- Differentialdiagnostisch müssen reaktive Veränderungen ausgeschlossen werden, da diese von der LGIEN unterscheidbar sind 2.
- Es zeigt sich ein erhöhtes Risiko für die Karzinomentstehung, da LGIEN ein Vorstadium für hochgradige intraepitheliale Neoplasie oder Adenokarzinom darstellt 3, 2.
- Atypische Mitosen können in LGIEN vorkommen, sind jedoch nicht immer vorhanden 4, 5.
Diagnose und Management
Die Diagnose von LGIEN in Barrett-Ösophagus erfordert eine sorgfältige histologische Untersuchung und kann von einem erfahrenen Pathologen abhängen 2. Das Management von LGIEN umfasst in der Regel eine Kombination aus endoskopischer Überwachung, Ablationsbehandlung und gegebenenfalls chirurgischem Eingriff 6, 4.
- Die endoskopische Überwachung sollte regelmäßig durchgeführt werden, um das Risiko einer Progression zur hochgradigen intraepithelialen Neoplasie oder zum Adenokarzinom zu minimieren 3.
- Die Ablationsbehandlung kann effektiv sein, um die LGIEN zu eliminieren, jedoch müssen regelmäßige Nachuntersuchungen durchgeführt werden, um metachrone Neoplasien zu detektieren 2.