Nachsorge nach Prostatektomie von 2012
Nach einer Prostatektomie ist eine regelmäßige PSA-Bestimmung zur frühzeitigen Erkennung eines biochemischen Rezidivs notwendig, da eine frühe Salvage-Strahlentherapie die Mortalität reduzieren kann. 1
PSA-Überwachung
Die PSA-Überwachung ist der wichtigste Bestandteil der Nachsorge nach Prostatektomie:
- Nach erfolgreicher Prostatektomie sollte der PSA-Wert unter die Nachweisgrenze fallen
- Regelmäßige PSA-Kontrollen sind erforderlich, um ein biochemisches Rezidiv frühzeitig zu erkennen
- Ein PSA-Anstieg nach Prostatektomie deutet auf ein Rezidiv hin
Management bei PSA-Anstieg (biochemisches Rezidiv)
Bei einem PSA-Anstieg nach Prostatektomie sollte folgendes Vorgehen erwogen werden:
Bildgebende Diagnostik:
- Patienten sollten eine Beckenbildgebung erhalten, es sei denn, es handelt sich um ein Niedrigrisiko-Rezidiv (PSA <1,0 ng/ml, Gleason-Score <7 und langsame PSA-Progression) 1
Salvage-Strahlentherapie:
Hormontherapie:
Besondere Situationen
Patienten mit positiven Schnitträndern oder extrakapsulärer Ausbreitung nach Prostatektomie sollten über die Vor- und Nachteile einer adjuvanten Strahlentherapie informiert werden 1
Bei Patienten mit positiven Lymphknoten nach radikaler Prostatektomie, die ein hohes Progressionsrisiko haben, sollte eine sofortige Androgendeprivationstherapie erwogen werden 1
Bei metastasierter Erkrankung ist eine kontinuierliche Androgendeprivation die bevorzugte Behandlungsoption 1
Häufigkeit der Nachsorge
- In den ersten Jahren nach Prostatektomie sollten PSA-Kontrollen alle 3-6 Monate erfolgen
- Bei stabilem Verlauf kann das Intervall später auf 6-12 Monate verlängert werden
- Die Nachsorge sollte mindestens 10 Jahre fortgeführt werden
Wichtige Hinweise
- Die Entscheidung über eine Salvage-Therapie sollte im Rahmen eines multidisziplinären Teams getroffen werden
- Bei der Beratung des Patienten sollten mögliche Nebenwirkungen der Salvage-Therapie (Inkontinenz, erektile Dysfunktion, Darmprobleme) berücksichtigt werden
- Die funktionellen Ergebnisse nach einer Salvage-Therapie sind weniger vorhersehbar als bei einer primären Behandlung 2