Therapie für Gichtanfall bei Patient mit eingeschränkter Nierenfunktion
Bei einem 64-jährigen Patienten mit Nierenteilresektion und einer GFR von 50 ml/min sollte ein akuter Gichtanfall mit niedrig dosiertem Colchicin (0,5 mg dreimal täglich) oder alternativ mit Kortikosteroiden behandelt werden, wobei auf NSAIDs wegen der eingeschränkten Nierenfunktion verzichtet werden sollte. 1
Akuttherapie des Gichtanfalls
Erstlinientherapie:
- Colchicin in niedriger Dosierung:
Alternative Therapieoptionen:
Kortikosteroide:
- Oral (z.B. Prednisolon) in kurzer Anwendung und niedriger Dosis
- Intraartikuläre Injektion bei Monarthritis 1
- Besonders geeignet bei Niereninsuffizienz, da keine Dosisanpassung erforderlich
NSAIDs sollten vermieden werden:
- Kontraindiziert bei eingeschränkter Nierenfunktion, da sie die Nierenfunktion weiter verschlechtern können 4
Langfristige Therapie zur Harnsäuresenkung
Nach Abklingen des akuten Anfalls sollte eine harnsäuresenkende Therapie eingeleitet werden:
Allopurinol als Erstlinientherapie:
Prophylaxe bei Beginn der harnsäuresenkenden Therapie:
Besondere Überlegungen bei Niereninsuffizienz
- Bei GFR 50 ml/min (mittelschwere Niereninsuffizienz):
Nicht-pharmakologische Maßnahmen
- Gewichtsreduktion bei Übergewicht
- Einschränkung von Alkohol (besonders Bier)
- Vermeidung von zuckerhaltigen Getränken mit Fruktose-Glukose-Sirup
- Reduktion purinreicher Nahrungsmittel (Innereien, Meeresfrüchte) 1, 5
Vorsichtsmaßnahmen
- Bei Colchicin auf Anzeichen einer Toxizität achten (Durchfall, Übelkeit, Erbrechen)
- Bei Allopurinol auf Hypersensitivitätsreaktionen achten, besonders bei Niereninsuffizienz
- Regelmäßige Kontrolle der Harnsäurewerte zur Dosisanpassung
- Bei Diuretika-Therapie wenn möglich Umstellung auf Losartan bei Hypertonie (hat leicht urikosurische Wirkung) 1
Die Therapie sollte engmaschig überwacht werden, um die Nierenfunktion zu schützen und gleichzeitig eine effektive Kontrolle der Gicht zu gewährleisten.