Umstellung von Furosemid I.v auf p.o Torem
Bei der Umstellung von intravenösem Furosemid auf orales Torsemid (Torem) sollte ein Umrechnungsverhältnis von etwa 4:1 verwendet werden, wobei 40 mg Furosemid i.v. etwa 10 mg Torsemid p.o. entsprechen. 1, 2
Dosierungsempfehlungen
Die Umstellung sollte nach folgendem Schema erfolgen:
| Furosemid i.v. | Torsemid p.o. |
|---|---|
| 20 mg | 5 mg |
| 40 mg | 10 mg |
| 80 mg | 20 mg |
| 120-160 mg | 30-40 mg |
Pharmakologische Grundlagen für die Umstellung
- Bioverfügbarkeit: Torsemid hat eine höhere orale Bioverfügbarkeit (ca. 80%) im Vergleich zu Furosemid (10-60%), was eine zuverlässigere Dosierung ermöglicht 3, 4
- Wirkdauer: Torsemid wirkt länger (12-16 Stunden) als Furosemid (6-8 Stunden), was eine einmal tägliche Dosierung erlaubt 1
- Metabolisierung: Torsemid wird sowohl hepatisch (80%) als auch renal (20%) eliminiert, während Furosemid hauptsächlich renal ausgeschieden wird 3
Praktisches Vorgehen bei der Umstellung
- Zeitpunkt der Umstellung: Die erste orale Torsemid-Dosis sollte gegeben werden, wenn die nächste Furosemid i.v. Dosis fällig wäre
- Überwachung: Engmaschige Kontrolle von:
- Täglicher Gewichtsveränderung (bei Patienten ohne Ödeme max. 0,5 kg/Tag Gewichtsverlust anstreben) 1
- Vitalparametern (besonders Blutdruck)
- Elektrolyten (insbesondere Kalium und Natrium)
- Nierenfunktion (Kreatinin)
- Diurese
Besondere Situationen
- Bei Niereninsuffizienz: Höhere Dosen von Schleifendiuretika und niedrigere Dosen von Aldosteron-Antagonisten verwenden 1
- Bei refraktären Ödemen: Kombination mit Thiazid-Diuretika oder Aldosteron-Antagonisten erwägen 1
- Bei akuter Herzinsuffizienz: Initial kann eine höhere Dosierung erforderlich sein, die dann nach klinischer Stabilisierung reduziert wird 1
Vorsichtsmaßnahmen
- Diuretika sollten bei Hypotonie (systolischer Blutdruck <90 mmHg), schwerer Hyponatriämie oder Azidose mit Vorsicht eingesetzt werden 1
- Bei Zeichen der Hypovolämie, Hypotonie oder Verschlechterung der Nierenfunktion sollte die Dosis reduziert oder das Medikament abgesetzt werden 1
- Elektrolytstörungen (insbesondere Hypokaliämie) überwachen und ggf. korrigieren 1
Vorteile von Torsemid gegenüber Furosemid
- Längere Wirkdauer, die eine einmal tägliche Dosierung ermöglicht 1
- Höhere und konstantere Bioverfügbarkeit 3, 4
- Geringere Ototoxizität 4
- Bessere Vorhersagbarkeit der Wirkung durch geringere interindividuelle Variabilität 3
Die Umstellung von i.v. Furosemid auf orales Torsemid ist eine effektive Strategie bei der Behandlung von Herzinsuffizienz und anderen ödematösen Zuständen, wobei die pharmakologischen Vorteile von Torsemid genutzt werden können, um eine zuverlässige und anhaltende Diurese zu gewährleisten.