Management der diffusen Wirbelkörperverdichtung BWK 11 mit paravertebraler Imbibierung
Bei diffuser Wirbelkörperverdichtung mit paravertebraler Imbibierung ohne frische Frakturen oder Osteolysen ist eine konservative Therapie mit engmaschiger Überwachung die empfohlene Behandlungsstrategie.
Differentialdiagnostische Überlegungen
Die beschriebenen MRT-Befunde - diffuse Verdichtung des BWK 11 mit paravertebraler Imbibierung bei glatten Abschlussplatten und nicht erweiterten Zwischenwirbelräumen - können verschiedene Ursachen haben:
- Osteoporotische Veränderungen mit Knochenmarködem
- Frühe entzündliche Veränderungen (Spondylodiszitis)
- Bandscheibenprotrusion mit Knochenmarködem
- Neoplastische Infiltration (frühe Phase)
- SAPHO-Syndrom
Diagnostischer Algorithmus
MRT-Befundanalyse:
- Flüssigkeitssensitive Sequenzen (STIR oder fettgesättigte T2-Wichtung) zur Beurteilung des Knochenmarködems 1
- T1-gewichtete Sequenzen zur Beurteilung der Knochenmarkstruktur
- Kontrastmittelgabe zur Differenzierung zwischen benignen und malignen Veränderungen
Zusätzliche Bildgebung bei unklarem Befund:
Labordiagnostik:
- Entzündungsparameter (CRP, BSG) zum Ausschluss einer Spondylodiszitis 2
- Tumormarker bei Verdacht auf maligne Genese
Biopsie:
- Bei unklarem Befund oder Verdacht auf Malignom/Infektion 1
Therapeutisches Management
Konservative Therapie (Erstlinienbehandlung)
Schmerztherapie:
Mobilisation:
- Vermeidung längerer Bettruhe
- Angepasste körperliche Aktivität
Verlaufskontrolle:
Interventionelle Therapie (bei Therapieversagen)
Bei anhaltenden Schmerzen über 3 Monate trotz konservativer Therapie:
- Erwägung einer perkutanen Vertebroplastie oder Kyphoplastie 1
- Voraussetzung: Ausschluss einer Infektion oder malignen Erkrankung
Besondere Überlegungen
- Ausschluss einer Spondylodiszitis: Bei anhaltenden Schmerzen, Fieber oder erhöhten Entzündungswerten sollte eine Infektion ausgeschlossen werden 2, 3
- Bandscheibenprotrusion mit Knochenmarködem: Kann ähnliche MRT-Befunde verursachen und spricht in der Regel gut auf konservative Therapie an 4
- SAPHO-Syndrom: Bei kontiguierter Beteiligung mehrerer Wirbelkörper mit halbkreisförmigem Muster und fehlender Bandscheibenveränderung zu erwägen 5
Prognose
Die meisten Patienten mit Knochenmarködem ohne strukturelle Schäden zeigen eine spontane Besserung der Symptome innerhalb von 6-8 Wochen 1. Bei ausbleibender Besserung ist eine erneute diagnostische Abklärung erforderlich.
Warnhinweise
- Bei neurologischen Defiziten, Fieber oder anhaltenden starken Schmerzen ist eine umgehende Reevaluation notwendig
- Bei Verdacht auf Infektion ist eine Vertebroplastie kontraindiziert 1
- Die Differenzierung zwischen benignen und malignen Veränderungen kann schwierig sein und erfordert manchmal eine Biopsie