What are the electrophysiological thresholds for diagnosing carpal tunnel syndrome?

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Elektrophysiologische Grenzwerte bei Karpaltunnelsyndrom

Die elektrophysiologische Diagnostik des Karpaltunnelsyndroms basiert auf definierten Grenzwerten, wobei ein Querschnittsflächenwert des Nervus medianus von >15 mm² als diagnostisch gilt und als primärer Schwellenwert verwendet werden sollte. 1

Diagnostische Kriterien und Grenzwerte

Die Kombination aus klinischer Untersuchung und elektrophysiologischer Testung gilt als Goldstandard für die Diagnose und Stadieneinteilung des Karpaltunnelsyndroms. Folgende Grenzwerte sind entscheidend:

Nervenleitgeschwindigkeitsstudien (NLG)

  • Sensible Nervenleitgeschwindigkeit (SNCV) vom Finger zum Handgelenk
  • Vergleich der sensiblen Latenzzeiten zwischen Nervus medianus und Nervus ulnaris
  • Motorische distale Latenz des Nervus medianus (verlängert bei KTS)
  • Reduzierte Amplitude im Vergleich zu altersbezogenen Normwerten

Sonographische Kriterien

  • Querschnittsfläche des Nervus medianus >15 mm² gilt als diagnostisch 1
  • Die Sonographie wird aufgrund ihrer hohen Sensitivität und Spezifität als initiale diagnostische Methode empfohlen

Elektrophysiologische Testverfahren

Die elektrophysiologische Untersuchung umfasst:

  1. Sensible und motorische Nervenleitgeschwindigkeitsstudien des Nervus medianus im Bereich des Handgelenks im Vergleich zu einem anderen Nervensegment, das nicht durch den Karpaltunnel verläuft (z.B. Nervus medianus proximal, Nervus radialis oder Nervus ulnaris) 2

  2. EMG (Elektromyographie) zur Beurteilung der Denervation der Thenarmuskulatur bei fortgeschrittenen Fällen

  3. Vergleichende Tests zwischen betroffenen und nicht betroffenen Nerven, da diese die sensitivsten und genauesten Techniken darstellen 2

Schweregrad-Einteilung

Die Schweregrade des Karpaltunnelsyndroms können anhand elektrophysiologischer Parameter eingeteilt werden:

  • Leicht: Verlängerte sensible Latenzzeit, normale motorische Latenzzeit
  • Mittel: Verlängerte sensible und motorische Latenzzeiten
  • Schwer: Verlängerte motorische und sensible Latenzzeiten, reduzierte Amplituden, ggf. fehlende sensible Potentiale

Es besteht eine hohe Korrelation zwischen den Leitungsabnormalitäten des Nervus medianus in elektrophysiologischen Tests und der Messung der Querschnittsfläche des Nervs mittels Ultraschall 3.

Ergänzende diagnostische Verfahren

Neben den klassischen elektrophysiologischen Tests können folgende Verfahren zur Diagnose beitragen:

  • Thermische Schwellentests: Insbesondere die Kälteschwelle ist bei KTS signifikant erhöht 4
  • MRT: Kann bei unklaren Fällen hilfreich sein, zeigt abnorme Befunde in 62% der klinisch und elektrophysiologisch bestätigten KTS-Fälle 5
  • Ultraschall: Dient als nicht-invasives Verfahren zur Beurteilung des Karpaltunnels und korreliert gut mit elektrophysiologischen Befunden 6

Häufige Fallstricke

  • 10-25% der NLG-Ergebnisse können falsch-negativ sein 6
  • Die alleinige Verwendung von provokativen Manövern wie dem Phalen-Test und Tinel-Zeichen wird nicht empfohlen 1
  • Fehldiagnosen bei ähnlichen Symptomen wie zervikaler Radikulopathie oder Pronator-Syndrom können zu unvollständiger Genesung führen 1
  • Bei Thenar-Atrophie liegt bereits eine langanhaltende Kompression des Nervus medianus vor, was auf eine schwerere Erkrankung hinweist und eine chirurgische Intervention erfordert 1

Die elektrophysiologischen Parameter sind bessere Prädiktoren für die Symptomschwere und den funktionellen Status als sonographische Messungen und sollten immer im Kontext der klinischen Symptome interpretiert werden 1.

References

Guideline

Diagnosis and Management of Carpal Tunnel Syndrome

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2025

Research

Carpal tunnel syndrome: pathophysiology and clinical neurophysiology.

Clinical neurophysiology : official journal of the International Federation of Clinical Neurophysiology, 2002

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