Häufigkeit Herzstillstand bei Basilaristhrombose
Bei einer Basilaristhrombose tritt ein Herzstillstand in bis zu 90% der unbehandelten Fälle auf, was diese Erkrankung zu einer der selteneren, aber lebensbedrohlichsten Ursachen für plötzlichen Tod macht. 1
Epidemiologie und Mortalität
Die Basilaristhrombose stellt etwa 1% aller Schlaganfälle dar, ist jedoch mit einer außerordentlich hohen Mortalitätsrate verbunden:
- Unbehandelt liegt die Mortalität bei bis zu 90% 1
- Selbst mit moderner Behandlung bleibt die Prognose ernst
- Die Häufigkeit von Herzstillstand ist besonders hoch aufgrund der kritischen Lage der Basilararterie, die den Hirnstamm versorgt
Pathophysiologie des Herzstillstands bei Basilaristhrombose
Der Herzstillstand bei Basilaristhrombose entsteht durch:
- Ischämie lebenswichtiger Hirnstammzentren, die für die kardiorespiratorische Regulation verantwortlich sind
- Beeinträchtigung des Atemzentrums im Hirnstamm, was zu respiratorischer Insuffizienz und sekundärem Herzstillstand führen kann
- Direkte Auswirkung auf kardioregulatorische Zentren im Hirnstamm
Klinische Präsentation vor Herzstillstand
Patienten mit Basilaristhrombose können folgende Symptome vor einem Herzstillstand zeigen:
- Plötzliche Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma 2
- Hirnnervenausfälle
- Hemiparese oder Tetraparese
- Plötzlicher Kollaps
- Hörstörungen und/oder vestibuläre Funktionsstörungen als initiale Symptome 3
Besonders zu beachten ist, dass vestibuläre und cochleäre Symptome als Frühzeichen auftreten können, bevor neurologische Symptome offensichtlich werden. In einer Fallserie entwickelten zwei von vier Patienten mit initialen vestibulären und cochleären Symptomen innerhalb von 24 Stunden schwere neurologische Symptome und verstarben trotz sofortiger Antikoagulation 3.
Diagnostik
Die Diagnose einer Basilaristhrombose erfolgt durch:
- CT-Angiographie oder MR-Angiographie mit Nachweis der hyperdensen Basilararterie als wichtiger Indikator 1
- Die Thrombuslänge ist ein wichtiger prognostischer Faktor:
- Thromben >13 mm lösen sich praktisch nie durch intravenöse Thrombolyse allein auf
- Selbst bei Thromben <13 mm bleibt die Rekanalisierungsrate nach Thrombolyse mit etwa 20% niedrig 4
Behandlung zur Verhinderung des Herzstillstands
Die aktuellen Leitlinien empfehlen:
- Endovaskuläre Thrombektomie als bevorzugte Behandlungsmethode, insbesondere bei Patienten mit schweren neurologischen Defiziten innerhalb von 24 Stunden nach Symptombeginn 2, 5
- Intravenöse Thrombolyse sollte bei geeigneten Patienten innerhalb von 4,5 Stunden nach Symptombeginn verabreicht werden, auch wenn eine Thrombektomie geplant ist 2
- Die mechanische Thrombektomie zeigt deutlich höhere Rekanalisierungsraten (90%) im Vergleich zur alleinigen Thrombolyse (13%) 4, 5
Prognose und Risikofaktoren
Die Prognose hängt von mehreren Faktoren ab:
- Zeitfenster bis zur Behandlung
- Erfolgreiche Rekanalisation (entscheidender Faktor für das Überleben)
- Ausmaß der bereits eingetretenen Hirnstammischämie
- Thrombuslänge und -lokalisation
- Alter und Komorbiditäten des Patienten
Besondere Überlegungen
- Koma sollte keine Kontraindikation für eine aggressive Behandlung darstellen, da auch komatöse Patienten von einer erfolgreichen Rekanalisation profitieren können 2
- Die Gefahr eines erneuten Verschlusses besteht auch nach erfolgreicher Rekanalisation, was eine engmaschige Überwachung erforderlich macht 6
- Bei etwa 25% der Patienten entwickelt sich ein Masseneffekt mit rascher klinischer Verschlechterung, und bei bis zu 20% kommt es zu einem Hydrozephalus 5
Die frühzeitige Erkennung und aggressive Behandlung einer Basilaristhrombose sind entscheidend, um einen Herzstillstand zu verhindern und die Überlebenschancen zu verbessern.