Management von Postperfusions-Arrhythmien mit Kardioversion und Katecholaminbedarf
Bei Postperfusions-Arrhythmien mit hämodynamischer Instabilität ist eine sofortige synchronisierte Gleichstrom-Kardioversion indiziert, gefolgt von einer antiarrhythmischen Therapie und Katecholaminen zur hämodynamischen Stabilisierung.
Akutmanagement bei hämodynamischer Instabilität
Sofortige Kardioversion
- Bei Vorliegen von hämodynamischer Instabilität, laufender Myokardischämie, symptomatischer Hypotonie oder Herzinsuffizienz ist eine sofortige R-Zacken-synchronisierte Gleichstrom-Kardioversion indiziert 1
- Initiale Energiedosis:
- 100-200 J für biphasische Geräte
- 360 J für monophasische Geräte 2
- Bei Vorhofflimmern mit Präexzitation (WPW-Syndrom) ist ebenfalls eine sofortige Kardioversion erforderlich 1
Katecholamin-Therapie
- Nach erfolgreicher Kardioversion kann bei persistierender Hypotonie Epinephrin (Adrenalin) eingesetzt werden:
- Engmaschiges Monitoring des Blutdrucks zur Vermeidung exzessiver Blutdruckanstiege 3
Antiarrhythmische Therapie
Bei Vorhofflimmern
- Amiodarone ist eine vernünftige Option zur pharmakologischen Kardioversion 1:
Bei ventrikulären Tachykardien
- Amiodarone i.v. sollte bei hämodynamisch instabiler, monomorpher ventrikulärer Tachykardie erwogen werden, wenn diese auf elektrische Kardioversion nicht anspricht 1
- Bei Torsade de pointes kann Magnesiumsulfat erwogen werden 2
Management bei sofortiger Reinitiation der Arrhythmie
- Bei sofortiger Wiederaufnahme der Arrhythmie nach Kardioversion:
- Antiarrhythmische Vorbehandlung mit Amiodaron, Flecainid, Ibutilid, Propafenon oder Sotalol kann den Erfolg der Gleichstrom-Kardioversion verbessern und erneutes Vorhofflimmern verhindern 1
- Bei Patienten mit Rezidiv nach erfolgreicher Kardioversion kann eine Wiederholung des Verfahrens nach prophylaktischer Gabe von Antiarrhythmika sinnvoll sein 1
- Studien zeigen, dass 91% der Patienten mit sofortiger Reinitiation von Vorhofflimmern nach elektrischer Kardioversion unter Amiodarone und wiederholter Kardioversion einen langfristigen Sinusrhythmus aufrechterhalten können 4
Besonderheiten bei Reperfusions-Arrhythmien
- Reperfusions-Arrhythmien entstehen durch komplexe zelluläre und humorale Reaktionen nach Wiedereröffnung einer Koronararterie 5
- Freie Sauerstoffradikale, Kalzium und andere Substanzen spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung 5
- Beta-Blocker können hilfreich sein, da Katecholamine eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Arrhythmien spielen, besonders unter ischämischen Bedingungen 6, 7
Antikoagulation
- Bei Vorhofflimmern mit einer Dauer von ≥48 Stunden oder unbekannter Dauer wird eine Antikoagulation (INR 2,0-3,0) für mindestens 3 Wochen vor und 4 Wochen nach der Kardioversion empfohlen 1
- Bei Patienten mit Vorhofflimmern >48 Stunden, die aufgrund hämodynamischer Instabilität eine sofortige Kardioversion benötigen, sollte gleichzeitig Heparin verabreicht werden 1
Langzeitmanagement
- Nach erfolgreicher Kardioversion sollte eine antiarrhythmische Erhaltungstherapie erwogen werden
- Bei wiederkehrenden Arrhythmien trotz medikamentöser Therapie kann eine Katheterablation in Betracht gezogen werden 1
- Regelmäßige Nachsorge zur Überwachung von Arrhythmie-Rezidiven und zur Anpassung der Therapie
Vorsichtsmaßnahmen
- Vermeiden von Digitalis und Sotalol zur pharmakologischen Kardioversion von Vorhofflimmern 1
- Bei Präexzitation (WPW-Syndrom) keine Gabe von Digoxin, Amiodaron oder Beta-Blockern, da diese die Leitung über den akzessorischen Leitungsweg verstärken und das Risiko lebensbedrohlicher ventrikulärer Arrhythmien erhöhen können 1
- Engmaschige Überwachung der Elektrolyte und Säure-Basen-Haushalt, da Störungen Arrhythmien begünstigen können