Zielwerte bei CKD-MBD
Bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) sollten die Serumwerte für Phosphat zwischen 2,7-4,6 mg/dl (0,87-1,49 mmol/l) bei CKD Stadium 3-4 und zwischen 3,5-5 mg/dl (1,13-1,78 mmol/l) bei CKD Stadium 5 gehalten werden, während Kalzium bei 8,4-9,5 mg/dl (2,1-2,37 mmol/l) und intaktes Parathormon (iPTH) je nach CKD-Stadium in spezifischen Zielbereichen liegen sollte. 1
Zielwerte nach CKD-Stadium
Kalzium
- CKD Stadium 3-5: 8,4-9,5 mg/dl (2,1-2,37 mmol/l) 1
- Bei Überschreitung von 9,5 mg/dl sollte die Vitamin-D-Therapie pausiert werden 1
Phosphat
- CKD Stadium 3-4: 2,7-4,6 mg/dl (0,87-1,49 mmol/l) 1
- CKD Stadium 5 (Dialyse): 3,5-5 mg/dl (1,13-1,78 mmol/l) 1
Intaktes Parathormon (iPTH)
Die Zielwerte für iPTH variieren je nach CKD-Stadium:
- CKD Stadium 5 (Dialyse): 150-300 pg/ml (16,5-33,0 pmol/l) 1, 2
- Bei Dialysepatienten, die Cinacalcet erhalten, sollte iPTH auf 150-300 pg/ml eingestellt werden 3
Kalzium-Phosphat-Produkt
- Sollte unter 55 mg²/dl² gehalten werden 4
Überwachungsfrequenz
Die Überwachung der Laborparameter sollte in folgenden Intervallen erfolgen:
Kalzium und Phosphat:
iPTH:
Therapeutische Maßnahmen
Phosphatmanagement
- Diätetische Phosphatrestriktion: 800-1000 mg/Tag (angepasst an Proteinbedarf) bei erhöhtem Phosphat (>4,6 mg/dl bei CKD 3-4, >5 mg/dl bei CKD 5) 1
- Phosphatbinder:
Vitamin-D-Therapie
- Dosisanpassung bei Vitamin-D-Therapie:
- Bei iPTH unter dem Zielbereich: Therapie pausieren bis iPTH wieder im Zielbereich, dann mit halber Dosis fortfahren 1
- Bei Kalzium >9,5 mg/dl: Therapie pausieren bis Kalzium <9,5 mg/dl, dann mit halber Dosis fortfahren 1
- Bei Phosphat >4,6 mg/dl: Vitamin-D-Therapie pausieren, Phosphatbinder einleiten/erhöhen 1
Cinacalcet-Therapie
- Startdosis: 30 mg einmal täglich 3
- Titration: Nicht häufiger als alle 2-4 Wochen in Schritten von 30,60,90,120 und 180 mg einmal täglich 3
- Kann allein oder in Kombination mit Vitamin-D-Steroiden und/oder Phosphatbindern verwendet werden 3
Besondere Hinweise und Fallstricke
iPTH-Messung:
Hypocalcämie-Management:
Knochenbiopsie:
- Goldstandard zur Diagnose der renalen Osteodystrophie 1
- In der klinischen Praxis meist nicht notwendig, aber indiziert bei:
- Pathologischen Frakturen
- iPTH zwischen 100-500 pg/ml mit unklarer Hyperkalzämie, starken Knochenschmerzen oder unerklärtem Anstieg der alkalischen Phosphatase
- Verdacht auf Aluminiumknochenerkrankung 1
Die Einhaltung dieser Zielwerte ist entscheidend für die Prävention von Komplikationen wie sekundärem Hyperparathyreoidismus, renaler Osteodystrophie und vaskulären Kalzifikationen, die mit erhöhter Morbidität und Mortalität bei CKD-Patienten assoziiert sind 4, 5.