What is the recommended anticoagulation therapy for a patient with a renal infarct?

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Last updated: September 27, 2025View editorial policy

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Antikoagulation bei Niereninfarkt

Bei Patienten mit Niereninfarkt wird die initiale Antikoagulation mit unfraktioniertem Heparin (UFH) empfohlen, gefolgt von einer langfristigen Therapie mit Vitamin-K-Antagonisten (VKA) mit einem Ziel-INR von 2,0-3,0.

Initiale Antikoagulation

Die Wahl des Antikoagulans bei Niereninfarkt sollte unter Berücksichtigung der Nierenfunktion erfolgen:

Bei normaler bis leicht eingeschränkter Nierenfunktion (GFR > 30 ml/min):

  • Unfraktioniertes Heparin (UFH):

    • Initialer IV-Bolus von 80 U/kg
    • Anschließend kontinuierliche Infusion mit 18 U/kg/h
    • Dosisanpassung basierend auf aPTT (Zielbereich: 1,5-2,5-fache des Ausgangswertes) 1
  • Alternativ kann niedermolekulares Heparin (NMH) erwogen werden:

    • Enoxaparin: 1 mg/kg KG alle 12 Stunden subkutan
    • Dalteparin: 200 IE/kg KG einmal täglich subkutan 1

Bei schwerer Niereninsuffizienz (GFR < 30 ml/min):

  • Ausschließlich unfraktioniertes Heparin (UFH) verwenden, da es vorwiegend nicht-renal eliminiert wird 2, 3
  • NMH sollte vermieden oder mit äußerster Vorsicht und Dosisreduktion eingesetzt werden:
    • Bei Enoxaparin: Dosisreduktion auf 1 mg/kg einmal täglich und Anti-Xa-Monitoring 1, 2
    • Bei Dalteparin: Anti-Xa-Monitoring mit Zielbereich 0,5-1,5 IE/ml 2

Langfristige Antikoagulation

Nach der initialen Heparintherapie sollte die Umstellung auf eine orale Antikoagulation erfolgen:

  • Vitamin-K-Antagonisten (VKA) mit einem Ziel-INR von 2,0-3,0 1
  • Beginn der VKA-Therapie innerhalb von 24 Stunden nach Initiierung der Heparintherapie
  • UFH sollte für mindestens 5 Tage und bis zum Erreichen eines INR > 2,0 an zwei aufeinanderfolgenden Tagen fortgeführt werden 2

Besondere Situationen

Bei Patienten mit Tumorerkrankungen:

  • Langfristige Therapie mit NMH (falls Nierenfunktion ausreichend) anstelle von VKA aufgrund besserer Wirksamkeit 1
  • Bei Dalteparin: Initial 200 IE/kg/Tag für einen Monat, dann Reduktion auf 150 IE/kg/Tag 1

Bei erhöhtem Blutungsrisiko:

  • Engmaschiges Monitoring der Antikoagulation
  • Bei schwerer Niereninsuffizienz und NMH-Therapie: Anti-Xa-Monitoring obligatorisch 2, 4
  • Beachtung von Medikamenteninteraktionen, die das Blutungsrisiko erhöhen können 1

Wichtige Hinweise und Fallstricke

  • Die Blutungsgefahr steigt mit zunehmender Nierenfunktionseinschränkung deutlich an 5
  • Verschiedene NMH sind nicht austauschbar aufgrund unterschiedlicher molekularer Eigenschaften und Akkumulationsverhalten bei Niereninsuffizienz 2
  • Bei älteren Patienten (> 70 Jahre) mit Niereninsuffizienz sollte Enoxaparin vermieden werden, da eine höhere Mortalität im Vergleich zu UFH beobachtet wurde 2
  • Regelmäßige Überprüfung der Nierenfunktion ist erforderlich, da diese bei kritisch kranken Patienten schwanken kann 2
  • Bei Patienten mit Dialysepflicht ist die Antikoagulation mit UFH zu bevorzugen 6

Die Antikoagulation bei Niereninfarkt erfordert eine sorgfältige Abwägung zwischen Thrombose- und Blutungsrisiko unter besonderer Berücksichtigung der Nierenfunktion, um die Morbidität und Mortalität zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern.

References

Guideline

Guideline Directed Topic Overview

Dr.Oracle Medical Advisory Board & Editors, 2025

Guideline

Anticoagulation in Patients with End-Stage Renal Disease

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2025

Research

Anticoagulant use in patients with chronic renal impairment.

American journal of cardiovascular drugs : drugs, devices, and other interventions, 2005

Research

Anticoagulation in Patients with Chronic Kidney Disease.

American journal of nephrology, 2024

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