Erhöhung der Ceftriaxon-Dosis bei schwerer Sepsis
Bei schwerer Infektion mit Sepsis kann die Ceftriaxon-Dosis auf 4 Gramm pro Tag erhöht werden, insbesondere bei Meningitis oder schweren Infektionen, die eine optimale antimikrobielle Exposition erfordern. 1
Dosierungsempfehlungen bei Sepsis
- Die Standarddosis für Ceftriaxon bei Erwachsenen mit Sepsis beträgt 1-2 g täglich, aufgeteilt auf eine oder zwei Dosen, abhängig von Schweregrad und Art der Infektion 1
- Bei schweren Infektionen wie Meningitis kann die Dosis auf bis zu 4 g täglich erhöht werden 1
- Bei Kindern mit Meningitis wird eine Anfangsdosis von 100 mg/kg (maximal 4 g) empfohlen, gefolgt von einer Tagesdosis von 100 mg/kg/Tag (maximal 4 g täglich) 1
Spezifische Situationen für höhere Dosierungen
Bei bakterieller Meningitis:
- Bei Verdacht auf Pneumokokken-Meningitis: 2 g Ceftriaxon alle 12 Stunden 2
- Bei Pneumokokken mit Penicillin- und Cephalosporin-Resistenz: 2 g Ceftriaxon alle 12 Stunden plus Vancomycin und Rifampicin 2
- Die Behandlungsdauer beträgt 10-14 Tage, abhängig vom klinischen Ansprechen 2
Bei schwerer Sepsis ohne Meningitis:
- Neuere Studien zeigen, dass eine 1 g Einmaldosis möglicherweise nicht ausreicht, um therapeutische Konzentrationen bei >90% der Patienten mit Sepsis zu erreichen 3
- Eine 2 g Einmaldosis wird empfohlen, um eine ausreichende antimikrobielle Exposition bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance ≤140 ml/min zu gewährleisten 3
Pharmakokinetische Überlegungen
- Bei kritisch kranken Patienten mit normaler Nierenfunktion kann die Clearance von Ceftriaxon um bis zu 100% erhöht sein, was zu suboptimalen Plasmakonzentrationen führen kann 4
- Das Verteilungsvolumen kann bei septischen Patienten um bis zu 90% erhöht sein, was höhere Dosierungen rechtfertigt 4
- Bei Patienten mit septischem Schock und Hypoalbuminämie kann die ungebundene Fraktion von Ceftriaxon bis zu 44% betragen (im Vergleich zu etwa 10% bei gesunden Personen) 5
Besondere Vorsichtsmaßnahmen
- Bei Patienten mit Niereninsuffizienz ist die Eliminationshalbwertszeit verlängert (21,4 ± 9,8 Stunden), was zu einer Akkumulation führen kann 4
- Ceftriaxon sollte nicht gleichzeitig mit calciumhaltigen Lösungen verabreicht werden, da es zu Ausfällungen kommen kann 1
- Bei Neugeborenen, insbesondere Frühgeborenen, ist Ceftriaxon kontraindiziert, wenn sie mit calciumhaltigen IV-Lösungen behandelt werden müssen 1
Praktische Anwendung
- Bei schwerer Sepsis mit Verdacht auf resistente Erreger oder bei Meningitis: Initial 2 g alle 12 Stunden (4 g/Tag) 2, 1
- Bei guter klinischer Besserung kann nach 24-48 Stunden auf 2 g täglich reduziert werden 2
- Bei ambulanter parenteraler Therapie (OPAT) nach initialer Stabilisierung kann Ceftriaxon 2 g zweimal täglich oder 4 g einmal täglich verabreicht werden 2
Die Erhöhung der Ceftriaxon-Dosis auf 4 g/Tag ist besonders wichtig bei Patienten mit schwerer Sepsis, um eine optimale antimikrobielle Wirksamkeit zu gewährleisten und das Risiko eines Therapieversagens zu minimieren 1, 3.