Behandlung von Zwölffingerdarmgeschwür mit Pantoprazol
Pantoprazol 40 mg einmal täglich für 4-6 Wochen ist die empfohlene Standarddosierung zur Behandlung eines Zwölffingerdarmgeschwürs (Ulcus duodeni). 1
Dosierung und Dauer der Therapie
- Standarddosierung: 40 mg Pantoprazol einmal täglich, vorzugsweise morgens vor dem Frühstück 1, 2
- Behandlungsdauer: 4-6 Wochen (bei unkompliziertem Ulcus duodeni sind 6 Wochen ausreichend für eine Heilungsrate von 96-98%) 1
- Bei schweren oder therapieresistenten Fällen kann eine höhere Dosierung von 40 mg zweimal täglich erwogen werden 3
Therapiealgorithmus
1. Erstlinientherapie
- Pantoprazol 40 mg einmal täglich für 4-6 Wochen 1
- Die Einnahme sollte morgens vor dem Frühstück erfolgen für optimale Wirksamkeit 2
2. Bei Helicobacter pylori-Infektion
- Test auf H. pylori durchführen und bei positivem Befund eine Eradikationstherapie einleiten 1
- Eradikationsschema: Pantoprazol 40 mg zweimal täglich plus Amoxicillin 1 g zweimal täglich und Clarithromycin 500 mg zweimal täglich für 7-14 Tage 4, 5
- Nach der Eradikationstherapie: Fortsetzung mit Pantoprazol 40 mg einmal täglich bis zur Komplettierung der 4-6 Wochen Gesamttherapiedauer 4
3. Bei therapieresistenten Geschwüren
- Dosiserhöhung auf Pantoprazol 40 mg zweimal täglich 3
- Überprüfung auf H. pylori-Status und ggf. erneute Eradikationstherapie 1
- Ausschluss anderer Ursachen wie NSAR-Einnahme, Zollinger-Ellison-Syndrom oder maligne Erkrankungen 1
Wirksamkeit
- Heilungsraten nach 4 Wochen: 88-94% 6, 1
- Heilungsraten nach 6-8 Wochen: 96-98% 1
- Pantoprazol ist wirksamer als H2-Rezeptorantagonisten (wie Ranitidin) und gleichwertig zu anderen Protonenpumpenhemmern (wie Omeprazol) bei der Behandlung von Zwölffingerdarmgeschwüren 2, 6
Besondere Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen
- Schmerzlinderung tritt typischerweise innerhalb der ersten 2 Wochen ein 2, 6
- Bei Patienten mit aktiver Blutung kann initial eine höhere Dosierung (80 mg als Bolus, gefolgt von 8 mg/h für 72 Stunden) erforderlich sein 1
- Nach Abheilung des Geschwürs sollte bei H. pylori-negativen Patienten mit rezidivierenden Ulzera eine Erhaltungstherapie mit 40 mg Pantoprazol erwogen werden 3
- Bei Patienten mit NSAR-induzierten Ulzera sollte das NSAR abgesetzt oder die Dosis reduziert werden, wenn möglich 1
Zu beachtende Fallstricke
- Nicht vergessen, auf H. pylori zu testen - die Eradikation reduziert signifikant das Risiko von Ulkusrezidiven 1
- Bei therapieresistenten Geschwüren andere Ursachen ausschließen (maligne Erkrankungen, Zollinger-Ellison-Syndrom, Vaskulitis, Ischämie) 1
- Potassium-kompetitive Säureblocker (P-CABs) sind keine Erstlinientherapie für Ulcus duodeni, können aber bei Versagen der PPI-Therapie erwogen werden 1
- Langzeitanwendung von Protonenpumpenhemmern kann zu erhöhten Gastrinspiegeln führen, was jedoch in der Regel klinisch nicht relevant ist 3