Symptomatik des Zwölffingerdarmgeschwürs
Das Hauptsymptom eines Zwölffingerdarmgeschwürs (Ulcus duodeni) ist der epigastrische Schmerz, der typischerweise mehrere Stunden nach dem Essen auftritt, oft nachts, und durch Hunger verstärkt wird sowie nach Nahrungsaufnahme nachlässt. 1
Charakteristische Symptome
- Epigastrische Schmerzen, die typischerweise mehrere Stunden nach dem Essen auftreten und oft den Patienten nachts wecken 2, 1
- Schmerzen, die durch Hunger verstärkt werden und nach Nahrungsaufnahme oder Einnahme von Antazida nachlassen 2, 1
- Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust können begleitend auftreten 2
- Die Schmerzen sind im Epigastrium lokalisiert, können aber auch ausstrahlen 1
Unterschied zum Magengeschwür
- Im Gegensatz zum Magengeschwür (Ulcus ventriculi), bei dem die Schmerzen unmittelbar nach dem Essen auftreten und durch Nahrungsaufnahme verstärkt werden, bessern sich die Schmerzen beim Zwölffingerdarmgeschwür durch Essen 1
Komplikationen und Alarmsymptome
- Blutungen sind die häufigste Komplikation und können sich als Hämatemesis (Bluterbrechen) manifestieren 2, 3
- Perforation mit plötzlich einsetzenden, starken epigastrischen Schmerzen, die generalisiert werden können, begleitet von Fieber und abdomineller Verhärtung 3
- Magenausgangsstenose als seltene, aber ernste Komplikation 2
Differenzialdiagnostische Überlegungen
- Die Symptome des Zwölffingerdarmgeschwürs können mit anderen Erkrankungen überlappen, insbesondere mit:
Diagnostische Hinweise
- Bei älteren Patienten und Patienten mit Alarmsymptomen (Blutung, Perforation) sollte umgehend eine Endoskopie durchgeführt werden 2
- Bei jüngeren Patienten ohne Alarmsymptome wird eine Test-und-Behandlungs-Strategie basierend auf Helicobacter-pylori-Tests empfohlen 2
- Bildgebende Verfahren wie CT können bei unspezifischen Symptomen oder Verdacht auf Komplikationen eingesetzt werden 3
- CT-Befunde bei Ulkusperforation können extraintestinales Gas (97%), Flüssigkeit oder Fettgewebsinfiltration entlang der gastroduodenalen Region (89%), Aszites (89%), fokalen Wanddefekt und/oder Ulkus (84%) und Wandverdickung (72%) umfassen 3
Wichtige Hinweise für die klinische Praxis
- Die Symptome des Zwölffingerdarmgeschwürs können mit anderen Erkrankungen überlappen, daher ist eine sorgfältige Anamnese wichtig 3
- Patienten mit Einnahme von nichtsteroidalen Antirheumatika sollten diese absetzen, da sie eine häufige Ursache für Ulzera sind 2
- Bei Verdacht auf Perforation ist eine sofortige chirurgische Intervention erforderlich 3
- Bei unkomplizierten Fällen ist eine medikamentöse Therapie mit Protonenpumpenhemmern und bei H. pylori-Infektion eine Eradikationstherapie indiziert 2, 4