Management von Beschwerden nach Luftinsufflation bei laparoskopischer Cholezystektomie
Bei Beschwerden durch Restluft nach laparoskopischer Cholezystektomie empfehlen sich frühzeitige Mobilisierung, Atemübungen, Schmerzmittel und beruhigende Aufklärung des Patienten, da sich die Symptome in der Regel innerhalb von 24-48 Stunden selbst auflösen.
Ursache der Beschwerden
- Nach laparoskopischer Cholezystektomie verbleibt CO₂-Gas im Peritonealraum, das während des Eingriffs zur Schaffung des Pneumoperitoneums verwendet wurde 1
- Die Restluft kann zu Schulterschmerzen, abdominellen Beschwerden und Blähungen führen, da das CO₂ das Zwerchfell reizt und zu Dehnung des Peritoneums führt 1
Therapeutische Maßnahmen
Unmittelbare Maßnahmen
- Frühzeitige Mobilisierung des Patienten fördern, um die Resorption des verbliebenen CO₂-Gases zu beschleunigen 2
- Tiefe Atemübungen und Atemphysiotherapie anleiten, um die Ausscheidung des CO₂ über die Lunge zu verbessern 2
- Bei Hypoxämie oder ausgeprägten respiratorischen Beschwerden sollte kontinuierlicher positiver Atemwegsdruck (CPAP) oder nicht-invasive Beatmung in Betracht gezogen werden 2
Schmerzmanagement
- Multimodale Schmerztherapie einsetzen, die Paracetamol und NSAR (wenn keine Kontraindikationen vorliegen) beinhaltet 2
- Bei stärkeren Schmerzen können Opioide kurzfristig eingesetzt werden, wobei orale Verabreichung bevorzugt werden sollte, wenn möglich 2
- Transdermal appliziertes Fentanyl (25 μg/h) kann als Alternative bei starken Schmerzen erwogen werden 2
Weitere unterstützende Maßnahmen
- Aufrechte Lagerung des Patienten, um die Zwerchfellbewegung zu erleichtern 2
- Anfeuchten der Atemluft mit Sauerstoff kann bei Atembeschwerden hilfreich sein 2
- Antiemetika (z.B. Ondansetron) bei begleitender Übelkeit 2
Patientenaufklärung und Erwartungsmanagement
- Patient darüber informieren, dass die Beschwerden in der Regel innerhalb von 24-48 Stunden nachlassen, da das CO₂ vom Körper resorbiert wird 3
- Beruhigende Aufklärung, dass diese Symptome normale Folgen des Eingriffs sind und keine Komplikation darstellen 4
- Auf Warnzeichen hinweisen, die ärztliche Hilfe erfordern (zunehmende Atemnot, starke Schmerzen, Fieber) 2
Besondere Vorsichtsmaßnahmen
- Bei Patienten mit vorbestehenden kardiopulmonalen Erkrankungen ist besondere Aufmerksamkeit geboten, da sie anfälliger für CO₂-Retention sein können 5
- Bei plötzlicher Verschlechterung der Symptome oder Auftreten von Atemnot sollte ein Pneumothorax ausgeschlossen werden (seltene Komplikation) 6
- Bei Patienten über 65 Jahren regelmäßiges Screening auf postoperatives Delir durchführen 2
Nachsorge
- Bei anhaltenden Beschwerden über 48 Stunden hinaus sollte eine erneute ärztliche Beurteilung erfolgen 2
- Patienten sollten zu ausreichender Flüssigkeitszufuhr ermutigt werden, um die Resorption des Gases zu unterstützen 2
- Regelmäßige Überwachung der Vitalparameter (Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung) in der unmittelbaren postoperativen Phase 2
Die meisten Patienten erholen sich vollständig von diesen vorübergehenden Beschwerden und können nach laparoskopischer Cholezystektomie eine hohe Zufriedenheit mit dem Eingriff erreichen 4.