Starke Schmerzmittel für Glaukompatienten mit Bandscheibenvorfall
Für Glaukompatienten mit Bandscheibenvorfall ist Tramadol das am besten geeignete starke Schmerzmittel, da es wirksam gegen neuropathische Schmerzen ist und ein geringeres Risiko für Atemdepression als andere Opioide aufweist. 1, 2
Erstlinientherapie
- Tramadol ist als schwacher μ-Opioid-Agonist mit zusätzlicher Noradrenalin- und Serotonin-Wiederaufnahmehemmung besonders wirksam bei neuropathischen Schmerzen wie bei einem Bandscheibenvorfall 1
- Dosierung: Beginn mit 50 mg 1-2 mal täglich, schrittweise Steigerung bis maximal 400 mg täglich 1
- Tramadol zeigt eine überlegene Wirksamkeit gegenüber Placebo bei der Schmerzreduktion und Verbesserung der körperlichen Funktion 1
- Bei akuten starken Schmerzen kann Tramadol als kurzfristiges Erstlinien-Mittel gerechtfertigt sein 1
Alternative Optionen
Antikonvulsiva
- Gabapentin und Pregabalin sind wirksame Alternativen bei neuropathischen Schmerzen 1
Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI)
- Duloxetin und Venlafaxin haben sowohl antidepressive als auch zentrale analgetische Eigenschaften 1
- Duloxetin ist in Dosen von 20-120 mg/Tag wirksam bei neuropathischen Schmerzen 1
Trizyklische Antidepressiva
- Nortriptylin wird aufgrund des besseren Nebenwirkungsprofils bevorzugt 1
- Dosierung: Beginn mit 10-25 mg zur Nacht, Steigerung alle 3-7 Tage auf 25-100 mg zur Nacht 1
Besondere Überlegungen für Glaukompatienten
- Vermeiden Sie NSAIDs (nicht-steroidale Antirheumatika) bei Glaukompatienten, da sie Nieren- und Magentoxizität verursachen können 1
- Tapentadol kann eine Alternative sein, sollte aber vorsichtig dosiert werden (Beginn mit 50 mg alle 4-6 Stunden) 3
- Bei Patienten mit Leberinsuffizienz sollte die Dosis von Tapentadol auf 50 mg nicht mehr als alle 8 Stunden reduziert werden 3
Vorsichtsmaßnahmen und Nebenwirkungen
- Häufige Nebenwirkungen von Tramadol: Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung und Sedierung 1, 4
- Abhängigkeitspotential ist geringer als bei anderen Opioiden, begrenzt jedoch den Einsatz als Zweitlinientherapie 1, 5
- Bei gleichzeitiger Einnahme mit Monoaminoxidase-Hemmern ist Tramadol kontraindiziert 2
- Laxantien sollten routinemäßig zur Prophylaxe und Behandlung von opioidinduzierter Verstopfung verschrieben werden 1
Therapiealgorithmus
- Erstlinientherapie: Tramadol 50 mg 1-2 mal täglich, bei Bedarf Steigerung bis 400 mg täglich 1
- Bei unzureichender Wirkung: Kombination mit Antikonvulsiva wie Gabapentin oder Pregabalin 1
- Bei anhaltenden Schmerzen: Hinzufügen von Nortriptylin 10-25 mg zur Nacht 1
- Bei therapieresistenten Schmerzen: Erwägen Sie Tapentadol unter sorgfältiger Überwachung 3
Die Schmerztherapie sollte regelmäßig überwacht und angepasst werden, um eine optimale Schmerzlinderung bei minimalen Nebenwirkungen zu gewährleisten 1.