Medikamente, die bei Einnahme der Pille vermieden werden sollten
Bei der Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln wie der Pille sollten bestimmte Antikonvulsiva (Phenytoin, Carbamazepin, Barbiturate, Primidon, Topiramat und Oxcarbazepin), Rifampicin und Rifabutin sowie Johanniskraut vermieden werden, da diese die Wirksamkeit der Pille deutlich reduzieren können. 1
Medikamente mit starken Wechselwirkungen
Antikonvulsiva (Antiepileptika)
- Bestimmte Antikonvulsiva wie Phenytoin, Carbamazepin, Barbiturate, Primidon, Topiramat und Oxcarbazepin können die Wirksamkeit hormoneller Verhütungsmittel erheblich verringern (Kategorie 3*) 1
- Lamotrigin kann ebenfalls mit kombinierten hormonellen Verhütungsmitteln interagieren (Kategorie 3*) 1
- Diese Medikamente induzieren Leberenzyme, die den Abbau der Hormone in der Pille beschleunigen, was zu ungewollten Schwangerschaften führen kann 2
Antimikrobielle Mittel
- Rifampicin und Rifabutin (Tuberkulosemedikamente) reduzieren die Wirksamkeit hormoneller Verhütungsmittel signifikant (Kategorie 3*) 1
- Diese Medikamente waren die ersten, bei denen Wechselwirkungen mit oralen Kontrazeptiva berichtet wurden 3
- Im Gegensatz dazu haben die meisten Breitspektrum-Antibiotika, Antimykotika und Antiparasitika keine klinisch bedeutsamen Wechselwirkungen mit hormonellen Verhütungsmitteln (Kategorie 1) 1
Pflanzliche Präparate
- Johanniskraut (St. John's wort) kann die Wirksamkeit hormoneller Verhütungsmittel verringern (Kategorie 2) 1
- Es wirkt als Enzyminduktor und kann den Abbau der Hormone beschleunigen 1
Antiretrovirale Therapie
Wechselwirkungen mit HIV-Medikamenten
- Bestimmte antiretrovirale Medikamente können die Wirksamkeit hormoneller Verhütungsmittel beeinflussen 1
- Ritonavir-verstärkte Proteasehemmer können die Wirksamkeit kombinierter hormoneller Verhütungsmittel verringern 1
- Efavirenz (ein NNRTI) kann die Wirksamkeit von kombinierten hormonellen Verhütungsmitteln reduzieren (Kategorie 2*) 1
- Für aktuelle Informationen zu Wechselwirkungen zwischen hormoneller Verhütung und antiretroviralen Medikamenten sollten spezifische HIV-Richtlinien konsultiert werden 1
Praktische Empfehlungen
Alternative Verhütungsmethoden
- Bei Einnahme von Medikamenten, die die Wirksamkeit der Pille beeinträchtigen können, sollten alternative oder zusätzliche Verhütungsmethoden in Betracht gezogen werden 1, 2
- Kupfer-IUDs und Levonorgestrel-IUDs haben weniger Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und können eine gute Alternative sein 1
- DMPA (Depot-Medroxyprogesteronacetat) hat weniger Wechselwirkungen mit Antikonvulsiva und kann eine Alternative sein 1
Vorsichtsmaßnahmen
- Bei Frauen, die Medikamente mit bekannten Wechselwirkungen einnehmen, sollte die Verwendung einer Barrieremethode (z.B. Kondome) zusätzlich zur hormonellen Verhütung erwogen werden 1, 2
- Bei Durchbruchblutungen während der gleichzeitigen Einnahme von Medikamenten sollte an eine mögliche Wechselwirkung gedacht werden 4
- Die Wirksamkeit der Notfallverhütung kann durch Enzyminduktoren wie Rifampicin oder bestimmte Antikonvulsiva verringert werden 1
Wichtige Hinweise
- Die Kategorie 3* bedeutet, dass die Risiken den Nutzen bei der Verwendung dieser Verhütungsmethode in der Regel überwiegen 1
- Die meisten psychotropen Medikamente wie selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) haben keine bekannten Wechselwirkungen mit hormonellen Verhütungsmitteln 1
- Frauen mit HIV-Infektion können hormonelle Verhütungsmittel verwenden, sollten aber auf mögliche Wechselwirkungen mit ihrer antiretroviralen Therapie achten 1
- Das Thromboserisiko steigt bei Verwendung kombinierter hormoneller Verhütungsmittel von 1 pro 10.000 auf 3-4 pro 10.000 Frauen-Jahre 1
Hinweis: Bei Unsicherheiten bezüglich möglicher Wechselwirkungen zwischen der Pille und anderen Medikamenten sollte immer ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden.