Wirksamkeit der Kopfkühlung bei Therapie mit Ifosfamid und Epirubicin
Die Kopfkühlung (Scalp Cooling) kann bei einer Chemotherapie mit Ifosfamid und Epirubicin eine begrenzte Wirksamkeit zeigen, wobei insbesondere bei Anthrazyklin-haltigen Regimen wie Epirubicin eine geringere Effektivität zu erwarten ist als bei Taxan-basierten Therapien. 1
Wirksamkeit der Kopfkühlung bei verschiedenen Chemotherapeutika
- Kopfkühlung ist die einzige nachgewiesene Methode zur Prävention von Chemotherapie-induzierter Alopezie (CIA), mit einer Erfolgsrate von 50-65% der Patienten, die nur einen leichten Haarausfall (Grad 1) entwickeln 1
- Bei Anthrazyklin-haltigen Regimen (wie Epirubicin) ist die Wirksamkeit der Kopfkühlung deutlich reduziert, besonders wenn diese mit anderen Substanzen wie Taxanen oder Cyclophosphamid kombiniert werden 1
- Studien zeigen, dass die Erfolgsraten bei Anthrazyklinen niedriger sind als bei Taxan-basierten Regimen 2
- Bei Patienten, die mit Epirubicin in höherer Dosierung (75 mg/m²) behandelt wurden, konnte trotz Luftkühlung ein vollständiger Haarverlust (Grad 3) beobachtet werden 3
Mechanismus und Anwendung der Kopfkühlung
- Die Kopfkühlung wirkt durch Vasokonstriktion und Reduktion der biochemischen Aktivität in der Kopfhaut und den Haarfollikeln 1
- Das Protokoll umfasst:
- Die optimale Kopfhauttemperatur sollte unter 15°C liegen, um einen wirksamen Schutz zu erzielen 5, 3
Faktoren, die den Erfolg der Kopfkühlung beeinflussen
- Das Alter der Patienten spielt eine Rolle - jüngere Patienten (≤50 Jahre) zeigen bessere Ergebnisse bei der Kopfkühlung 2
- Die Art des Chemotherapie-Regimes ist entscheidend:
Kontraindikationen und Sicherheitsaspekte
- Kontraindikationen für die Kopfkühlung umfassen:
- Bezüglich der Sicherheit: Die Inzidenz von Kopfhautmetastasen bei Brustkrebspatientinnen mit Kopfkühlung lag bei 0,61% gegenüber 0,41% ohne Kopfkühlung, ohne Unterschiede im Überleben 1
Alternativen und unterstützende Maßnahmen
- Nach Abschluss der Chemotherapie kann topisches Minoxidil 5% das Nachwachsen der Haare unterstützen 1
- Die Einnahme von Biotin (2,5 mg oder 2500 mg täglich) oder Orthokieselsäure (10 mg täglich) kann erwogen werden, wird aber nicht allgemein empfohlen 1
- Die Überprüfung von TSH, Vitamin D, Zink und Ferritin-Serumspiegeln und die Korrektur entsprechender Mängel kann hilfreich sein 1
Zusammenfassung für die klinische Praxis
- Bei einer Therapie mit Ifosfamid und Epirubicin ist eine Kopfkühlung möglich, jedoch mit begrenzter Wirksamkeit zu rechnen 1
- Die Entscheidung sollte unter Berücksichtigung des Alters des Patienten, der genauen Dosierung und der Kombination mit anderen Chemotherapeutika getroffen werden 2, 6
- Die Kopfkühlung sollte trotz der begrenzten Wirksamkeit bei Anthrazyklinen in Betracht gezogen werden, da sie die einzige nachgewiesene Methode zur Reduktion des Haarausfalls darstellt und für viele Patienten eine wichtige psychosoziale Unterstützung bietet 4, 6, 7