Prävention der Alopezie bei Epirubicin- und Ifosfamid-Therapie
Die Kopfkühlung (Scalp Cooling) ist die einzige wirksame Methode zur Prävention von Haarausfall bei Patienten, die mit Epirubicin und Ifosfamid behandelt werden. 1, 2
Wirksamkeit der Kopfkühlung
- Die Kopfkühlung reduziert signifikant das Risiko einer chemotherapieinduzierten Alopezie (CIA) mit einer relativen Risikoreduktion von 62% (RR = 0,38) 2
- Das Verfahren wirkt durch Vasokonstriktion und Reduktion der biochemischen Aktivität in der Kopfhaut und den Haarfollikeln 1
- Bei anthracyclinhaltigen Regimen wie Epirubicin ist die Wirksamkeit der Kopfkühlung allerdings geringer als bei Taxan-basierten Regimen 1, 3
- Bei der Kombination von Epirubicin und Docetaxel wurde nur ein marginaler Schutzeffekt beobachtet, was auf ähnliche Einschränkungen bei der Epirubicin-Ifosfamid-Kombination hindeutet 3
Praktische Durchführung der Kopfkühlung
- Die Kühlung sollte 20-45 Minuten vor der Chemotherapie-Infusion beginnen 1
- Die Kühlung wird während der gesamten Infusion fortgesetzt 1
- Nach der Infusion sollte die Kühlung noch 20-150 Minuten beibehalten werden 1
- Die Kopfkühlung ist die einzige von der FDA zugelassene Methode zur Prävention der chemotherapieinduzierten Alopezie 4
Kontraindikationen für die Kopfkühlung
Alternativen und ergänzende Maßnahmen
- Topisches Minoxidil 2% zeigt keine signifikante Wirkung bei der Prävention von chemotherapieinduzierter Alopezie während der Chemotherapie 2, 4
- Minoxidil kann jedoch nach Abschluss der Chemotherapie zur Förderung des Nachwachsens der Haare eingesetzt werden 4, 5
- Bei der Kombination von Ifosfamid und Epirubicin ist mit einer hohen Rate an Alopezie zu rechnen, wie Studien zu dieser Kombination zeigen 6
Unterstützende Maßnahmen
- Perücken können als Hilfsmittel zur Bewältigung der äußerlichen Veränderungen dienen und werden von den meisten Krankenversicherungen bei Vorlage eines Rezepts übernommen 1
- Psychosoziale Unterstützung ist wichtig, da Haarausfall die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und die Therapietreue beeinflussen kann 1, 5
Prognose und Verlauf
- Der Haarausfall beginnt typischerweise 1-3 Wochen nach Beginn der Chemotherapie 1
- Bei etwa 65% der Patienten kommt es zu diffusem Haarausfall von mehr als 50% (Grad 2) 1
- Das Nachwachsen der Haare beginnt in der Regel 2-3 Monate nach Abschluss der Chemotherapie mit einer Rate von etwa 1 cm pro Monat 1
- Bei etwa 65% der Patienten zeigen die nachwachsenden Haare Veränderungen in Farbe und Textur 1