Schwangerschaftsraten nach Chemotherapie mit Epirubicin und Ifosfamid
Die Schwangerschaftsraten nach einer Chemotherapie mit Epirubicin und Ifosfamid sind deutlich niedriger als bei gesunden Personen, wobei besonders männliche Patienten stärker betroffen sind als weibliche. 1
Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit nach Geschlecht
Männliche Patienten
- Männliche Überlebende haben eine signifikant verringerte Wahrscheinlichkeit, eine Schwangerschaft zu zeugen (Hazard Ratio 0,63 im Vergleich zu gesunden Geschwistern) 1
- Ifosfamid ist mit einer besonders starken Verringerung der Fruchtbarkeit bei Männern verbunden (HR 0,42) 1
- Die kumulative Dosis der alkylierende Substanzen korreliert direkt mit dem Risiko der Unfruchtbarkeit bei männlichen Patienten 1
Weibliche Patientinnen
- Weibliche Überlebende haben eine etwas bessere Prognose mit einer Hazard Ratio von 0,87 für Schwangerschaften im Vergleich zu gesunden Geschwistern 1
- Bei Frauen scheint die Fruchtbarkeit nach Chemotherapie mit Epirubicin und Ifosfamid weniger stark beeinträchtigt zu sein als bei Männern, sofern keine Bestrahlung des Beckens oder Gehirns erfolgte 1
- Nur sehr hohe kumulative Dosen der Chemotherapie waren mit einer signifikant verringerten Schwangerschaftsrate bei Frauen assoziiert 1
Zeitlicher Verlauf und Empfehlungen
- Eine Wartezeit von mindestens 6 Monaten nach Abschluss der Chemotherapie wird empfohlen, bevor eine Schwangerschaft angestrebt wird 2
- Schwangerschaften, die innerhalb von 6 Monaten nach Chemotherapie eintreten, haben ein erhöhtes Risiko für Komplikationen (40% abnormale Schwangerschaften) im Vergleich zu Schwangerschaften nach 12 Monaten (10,5% abnormale Schwangerschaften) 2
- Die Europäische Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO) empfiehlt eine aktive Verhütung während der Chemotherapie und für 3-6 Monate nach der letzten Dosis 3
Risiken während der Schwangerschaft
- Die Kombination von Doxorubicin und Ifosfamid während der Schwangerschaft wurde mit einer hohen Rate an fetalem Tod assoziiert, besonders wenn die Behandlung früh im zweiten Trimester begonnen wurde 4
- Epirubicin kann laut FDA-Kennzeichnung fetale Schäden verursachen, wenn es während der Schwangerschaft verabreicht wird (Kategorie D) 5
- Chemotherapie im ersten Trimester sollte vermieden werden, während die Verabreichung im zweiten und dritten Trimester als relativ sicher gilt, jedoch mit erhöhtem Risiko für Frühgeburten verbunden ist 3
Langzeitfolgen und Überwachung
- Nach einer Wartezeit von 3-6 Monaten nach Abschluss der Chemotherapie gilt eine Schwangerschaft nicht mehr als kontraindiziert 3
- Für Schwangerschaften, die Jahre nach Abschluss der Therapie eintreten, sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen oder zusätzlichen Untersuchungen erforderlich 3
- Die Entscheidung über den Zeitpunkt einer Schwangerschaft nach Krebsdiagnose sollte Faktoren wie Abschluss der Therapie, Rezidivrisiko, Alter der Patientin und Ovarialfunktion berücksichtigen 3
Fazit
Die Schwangerschaftsraten nach Chemotherapie mit Epirubicin und Ifosfamid sind insgesamt niedriger als bei gesunden Personen, wobei männliche Patienten stärker betroffen sind als weibliche. Eine angemessene Wartezeit nach Abschluss der Therapie und eine sorgfältige Beratung über Fruchtbarkeitserhaltungsmaßnahmen vor Beginn der Krebsbehandlung sind entscheidend, um das Fortpflanzungspotenzial zu maximieren.