Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft nach Therapie mit Epirubicin und Ifosfamid
Frauen unter 35 Jahren haben eine gute Chance (>80%), nach einer Chemotherapie mit Epirubicin und Ifosfamid schwanger zu werden, besonders wenn vor der Behandlung Maßnahmen zur Fruchtbarkeitserhaltung ergriffen wurden. 1
Risikobewertung der Gonadotoxizität
- Ifosfamid ist ein alkylierendes Mittel mit hohem Risiko für Eierstockschäden und gehört zu den gonadotoxischsten Chemotherapeutika 2, 1
- Epirubicin gehört zu den Anthrazyklinen, die ein mittleres Risiko für Fruchtbarkeitsstörungen darstellen 2
- Das Alter ist der wichtigste Faktor für die Wahrscheinlichkeit einer chemotherapieinduzierten Ovarialinsuffizienz - jüngere Patientinnen haben eine bessere Prognose 1
- Multi-Chemotherapie für Sarkome (einschließlich Ifosfamid) bei Frauen unter 35 Jahren hat ein geringeres Risiko (<20%) für permanente Amenorrhoe 1
Geschlechtsspezifische Unterschiede
Frauen:
- Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft hängt stark vom Alter bei Behandlung ab:
- Die kumulative Dosis von Ifosfamid korreliert direkt mit dem Risiko einer Ovarialinsuffizienz 2
- Frauen können trotz regelmäßiger Menstruation nach der Behandlung Fruchtbarkeitsprobleme haben 1
Männer:
- Ifosfamid kann zu Azoospermie führen, besonders bei kumulativen Dosen >5 g/m² 2
- Epirubicin hat ein mittleres Risiko für Schäden an den Keimzellen 2
- Die Erholung der Spermatogenese kann 2-5 Jahre nach Abschluss der Behandlung dauern 2
Maßnahmen zur Fruchtbarkeitserhaltung
- Sofortige Überweisung an einen Reproduktionsmediziner nach Diagnose wird empfohlen 1
- Für Frauen:
- Für Männer:
- Kryokonservierung von Spermien vor Beginn der Therapie 2
Nachsorge und Familienplanung
- Nach Abschluss der Therapie sollten Patienten mindestens 12 Monate warten, bevor sie eine Schwangerschaft planen 1
- Anti-Müllersches Hormon (AMH) und Zählung antraler Follikel sind bessere Marker für die Ovarialreserve als das Vorhandensein regelmäßiger Menstruation 1
- Frauen mit Krebsanamnese sollten als Hochrisikopatienten für perinatale Komplikationen betrachtet werden 1
Wichtige Überlegungen
- Beratung zur Fruchtbarkeitserhaltung sollte allen jungen Patienten im reproduktiven Alter frühzeitig nach der Krebsdiagnose angeboten werden 2, 1
- Ein multidisziplinäres Team aus Onkologen und Fruchtbarkeitsspezialisten sollte die Behandlung koordinieren 1
- Da die Evidenz in vielen Bereichen der Onkofertilität begrenzt ist, sollten Patienten ermutigt werden, an klinischen Studien teilzunehmen 2
Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft nach einer Therapie mit Epirubicin und Ifosfamid ist also von mehreren Faktoren abhängig, wobei das Alter zum Zeitpunkt der Behandlung und die kumulative Dosis der Medikamente die wichtigsten Faktoren sind. Mit entsprechenden Maßnahmen zur Fruchtbarkeitserhaltung vor der Behandlung können die Chancen auf eine spätere Schwangerschaft deutlich verbessert werden.