Keine erhöhte Fehlbildungsrate bei Schwangerschaften Jahre nach Epirubicin- und Ifosfamid-Behandlung
Nach einer abgeschlossenen Behandlung mit Epirubicin und Ifosfamid ist bei einer Jahre später auftretenden Schwangerschaft keine erhöhte Fehlbildungsrate zu erwarten. 1
Risiken während der Chemotherapie vs. nach Abschluss der Therapie
- Während einer aktiven Chemotherapie mit Epirubicin und Ifosfamid besteht ein erhebliches Risiko für fetale Fehlbildungen, besonders im ersten Trimester (bis zu 20% Fehlbildungsrate) 1, 2
- Bei Exposition im ersten Trimester wurden spezifische Fehlbildungen wie Mikrognathie und Extremitätenanomalien beobachtet 3
- Nach vollständigem Abschluss der Chemotherapie und einer angemessenen Wartezeit (3-6 Monate) besteht jedoch kein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen bei späteren Schwangerschaften 4
Empfehlungen zur Familienplanung nach Krebstherapie
- Die ESMO-Leitlinien empfehlen eine aktive Empfängnisverhütung während der Chemotherapie und für 3-6 Monate nach der letzten Dosis 4
- Nach dieser Wartezeit wird eine Schwangerschaft nicht mehr als kontraindiziert angesehen, selbst bei Frauen mit hormonempfindlichem Brustkrebs in der Vorgeschichte 4
- Die Entscheidung über den Zeitpunkt einer Schwangerschaft nach Krebsdiagnose sollte folgende Faktoren berücksichtigen:
- Abschluss der Therapie
- Rückfallrisiko
- Alter der Patientin
- Ovarialfunktion 4
Spezifische Überlegungen zu Epirubicin und Ifosfamid
- Epirubicin kann laut FDA-Zulassung während einer aktiven Schwangerschaft fetale Schäden verursachen, mit dokumentierten Fällen von Embryotoxizität und Wachstumsverzögerung in Tierversuchen 2
- Bei gleichzeitiger Anwendung von Doxorubicin (einem anderen Anthrazyklin) und Ifosfamid während der Schwangerschaft wurde eine höhere Rate an fetalem Tod beobachtet, besonders bei Therapiebeginn früh im zweiten Trimester 5
- Nach vollständiger Elimination der Medikamente aus dem Körper (was nach 3-6 Monaten der Fall ist) besteht kein biologischer Mechanismus für eine anhaltende teratogene Wirkung 4, 1
Fazit für die klinische Praxis
- Patientinnen sollten über die Notwendigkeit einer wirksamen Empfängnisverhütung während und für mindestens 3-6 Monate nach der Chemotherapie informiert werden 4
- Nach dieser Wartezeit kann eine Schwangerschaft ohne erhöhtes Risiko für fetale Fehlbildungen angestrebt werden 4
- Bei versehentlicher Schwangerschaft während der aktiven Chemotherapie mit Epirubicin und Ifosfamid sollte die Patientin über das erhöhte Risiko für fetale Fehlbildungen informiert werden 4, 2
- Bei einer Schwangerschaft Jahre nach Abschluss der Therapie sind keine speziellen Vorsichtsmaßnahmen oder zusätzlichen Untersuchungen erforderlich, da kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko besteht 4, 1