Emetogenes Risiko von Epirubicin und Ifosfamid
Epirubicin in Dosen über 90 mg/m² und Ifosfamid in Dosen von 10 g/m² oder mehr gehören zu den hochemetogenen Chemotherapeutika, während beide Substanzen in niedrigeren Dosen als moderat emetogen eingestuft werden.
Emetogenes Risiko nach Dosierung
Epirubicin
Ifosfamid
Antiemetische Prophylaxe
Bei hochemetogener Kombination (hohe Dosen beider Substanzen):
Tag 1: Dreifachkombination aus 1:
- NK1-Rezeptorantagonist (Aprepitant 125 mg p.o. oder Fosaprepitant 115 mg i.v.)
- 5-HT3-Rezeptorantagonist (z.B. Palonosetron 0,25 mg i.v., bevorzugt)
- Dexamethason 12 mg p.o. oder i.v.
- Optional: Lorazepam 0,5-2 mg p.o./i.v./sublingual alle 4-6 Stunden
- Optional: H2-Blocker oder Protonenpumpenhemmer
Tag 2-3: 1
- Aprepitant 80 mg p.o. täglich
- Dexamethason 8 mg p.o. oder i.v. täglich
Bei moderat emetogener Kombination (niedrigere Dosen):
Tag 1: 1
- 5-HT3-Rezeptorantagonist
- Dexamethason 12 mg p.o. oder i.v.
- Bei ausgewählten Patienten zusätzlich Aprepitant 125 mg p.o. (besonders bei Ifosfamid) 1
Tag 2-3: 1
- Dexamethason 8 mg p.o. oder i.v. täglich oder
- 5-HT3-Rezeptorantagonist (wenn kein Palonosetron an Tag 1)
- Aprepitant 80 mg p.o. täglich (wenn an Tag 1 verwendet)
Klinische Erfahrungen mit der Kombination
In klinischen Studien mit der Kombination aus Epirubicin und Ifosfamid wurde über Übelkeit und Erbrechen bei bis zu 82% der Patienten berichtet, wobei schwere Übelkeit (WHO Grad 3-4) bei etwa 19% der Patienten auftrat 2. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer adäquaten antiemetischen Prophylaxe.
Wichtige Hinweise
- Die antiemetische Prophylaxe sollte sich immer nach dem Medikament mit dem höchsten emetogenen Potenzial richten 1
- Die Prophylaxe muss während der gesamten Risikophase erfolgen: 3 Tage bei hochemetogenen und 2 Tage bei moderat emetogenen Substanzen 1
- Palonosetron wird als bevorzugter 5-HT3-Antagonist empfohlen, besonders bei hochemetogenen Regimen 3
- Bei Durchbruchübelkeit/-erbrechen sollte ein zusätzliches Medikament aus einer anderen Wirkstoffklasse gegeben werden 1
Besondere Vorsichtsmaßnahmen
- Regelmäßige Gabe der Antiemetika nach Zeitplan ist effektiver als eine Bedarfsmedikation 1
- Bei Durchbruchübelkeit sollte die antiemetische Therapie auf ein höheres Niveau angehoben werden 1
- Zusätzlich zu medikamentösen Maßnahmen können diätetische Anpassungen hilfreich sein (kleine, häufige Mahlzeiten, leicht verdauliche Kost) 1