Wartezeit nach Amiodarongabe bis zur Kardioversion
Nach intravenöser Amiodarongabe sollte 8-12 Stunden bis zur elektrischen Kardioversion gewartet werden, da die Konversion zu Sinusrhythmus durch Amiodaron verzögert erfolgt. 1
Amiodaronwirkung und Kardioversion
- Amiodaron benötigt eine längere Zeit bis zur vollen antiarrhythmischen Wirkung, mit verzögerter Konversion zum Sinusrhythmus (8-12 Stunden) nach intravenöser Gabe 1
- Bei oraler Gabe von Amiodaron ist eine längere Vorbehandlung notwendig, idealerweise einige Wochen vor geplanter Kardioversion 1
- Die intravenöse Dosierung beträgt typischerweise 5-7 mg/kg über 1-2 Stunden, gefolgt von 50 mg/Stunde bis zu einer maximalen Dosis von 1,0 g über 24 Stunden 1
Empfehlungen zur Vorbehandlung mit Amiodaron
- Wenn eine antiarrhythmische Therapie zur Aufrechterhaltung des Sinusrhythmus nach Kardioversion geplant ist, sollte die Therapie mit Amiodaron etwa 1-3 Wochen vor der Kardioversion begonnen werden 1
- Bei anderen Antiarrhythmika (wie Sotalol, Flecainid) reichen 1-3 Tage Vorbehandlung, während bei Amiodaron mehrere Wochen empfohlen werden, um wirksame Medikamentenspiegel zu erreichen 1
- Die Vorbehandlung mit Amiodaron kann die Wirksamkeit der elektrischen Kardioversion verbessern und die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Konversion erhöhen 1
Antikoagulation bei Kardioversion
- Unabhängig von der Wartezeit nach Amiodarongabe ist die Antikoagulation bei Kardioversion entscheidend 1
- Bei Vorhofflimmern >48 Stunden oder unbekannter Dauer sollte eine therapeutische Antikoagulation mindestens 3 Wochen vor und 4 Wochen nach erfolgreicher Kardioversion erfolgen 1
- Bei Patienten mit erhöhtem Schlaganfallrisiko sollte die Antikoagulation unbegrenzt fortgesetzt werden 1
Praktische Aspekte der Amiodarontherapie
- Bei Patienten mit strukturellen Herzerkrankungen oder eingeschränkter linksventrikulärer Funktion ist Amiodaron oft das Mittel der Wahl, da andere Antiarrhythmika wie Flecainid oder Propafenon kontraindiziert sein können 2
- Niedrigdosiertes Amiodaron (200 mg täglich) kann für die Erhaltungstherapie nach Kardioversion wirksam sein und ist mit weniger Nebenwirkungen verbunden 3
- Die Wirksamkeit von Amiodaron zur Aufrechterhaltung des Sinusrhythmus ist höher als bei anderen Antiarrhythmika, mit Erfolgsraten von bis zu 53% nach 3 Jahren 3
Faktoren, die den Erfolg der Kardioversion beeinflussen
- Kürzere Dauer des Vorhofflimmerns und kleinere linksatriale Größe sind Prädiktoren für eine erfolgreiche Konversion 4, 2
- Höhere Amiodarondosen sind mit höheren Konversionsraten verbunden, wobei die meisten Konversionen 6-8 Stunden nach Therapiebeginn auftreten 2
- Bei Patienten mit chronischem Vorhofflimmern >48 Monate ist die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Wiederherstellung des Sinusrhythmus geringer 4
Die Wartezeit von 8-12 Stunden nach intravenöser Amiodarongabe bis zur Kardioversion ist wichtig, um die volle antiarrhythmische Wirkung zu erreichen und die Erfolgsrate der Kardioversion zu optimieren.