What is the diagnosis and differential diagnosis of functional dyspepsia?

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Diagnose und Differenzialdiagnosen der funktionellen Dyspepsie

Funktionelle Dyspepsie (FD) wird bei Patienten ohne Alarmsymptome diagnostiziert, wenn belastende epigastrische Schmerzen oder Brennen, frühes Sättigungsgefühl und/oder postprandiale Völlegefühl länger als 8 Wochen bestehen. 1

Diagnostische Kriterien

Klinische Diagnosestellung:

  • Die Diagnose erfordert das Vorhandensein von "bothersome" (belastenden) Symptomen, die schwer genug sind, um tägliche Aktivitäten zu beeinträchtigen 1
  • Kardinalsymptome umfassen:
    • Epigastrische Schmerzen oder Brennen
    • Frühes Sättigungsgefühl (während der Mahlzeit)
    • Postprandiale Völlegefühl 1
  • Begleitsymptome können Aufstoßen, Übelkeit oder abdominelle Blähungen sein, aber Sodbrennen allein ist kein Dyspepsie-Symptom 1
  • Erbrechen ist atypisch und sollte zur Überlegung anderer Erkrankungen führen 1

Wichtiger Hinweis zur Symptomdauer: Die Rome IV-Kriterien verlangen 3 Monate Symptome mit Beginn vor mindestens 6 Monaten, aber die Rome Foundation hat weniger restriktive "klinische Kriterien" entwickelt, die nur 8 Wochen Symptomdauer erfordern, um Verzögerungen bei Diagnose und Behandlung zu vermeiden 1

Subtypen der funktionellen Dyspepsie

Zwei distinkte Subtypen nach Rome IV: 1

  • Postprandiales Distress-Syndrom (PDS):

    • Frühes Sättigungsgefühl und postprandiale Völlegefühl
    • Hauptsächlich durch Mahlzeiten ausgelöst
    • Symptome müssen mindestens 3-mal pro Woche auftreten
  • Epigastrisches Schmerzsyndrom (EPS):

    • Epigastrische Schmerzen oder Brennen
    • Oft unabhängig von Mahlzeiten vorhanden
    • Symptome müssen mindestens 1-mal pro Woche auftreten

Überlappung ist häufig: Patienten können Merkmale beider Subtypen aufweisen, besonders in der sekundären und tertiären Versorgung 1

Diagnostischer Algorithmus

Schritt 1 - Ausschluss von Alarmsymptomen: 1

  • Gewichtsverlust
  • Anämie
  • Dysphagie
  • Persistierendes Erbrechen
  • Gastrointestinale Blutung
  • Tastbare abdominelle Masse

Schritt 2 - Laboruntersuchungen: 1

  • Großes Blutbild bei Patienten ≥55 Jahre mit Dyspepsie
  • Zöliakie-Serologie bei allen FD-Patienten mit überlappenden Reizdarmsyndrom-Symptomen

Schritt 3 - Endoskopie-Indikationen: 1

Dringende Endoskopie ist gerechtfertigt bei:

  • Patienten ≥55 Jahre mit Dyspepsie und Gewichtsverlust
  • Patienten >40 Jahre aus Gebieten mit erhöhtem Magenkrebsrisiko
  • Patienten mit familiärer Anamnese von gastroösophagealem Karzinom

Nicht-dringende Endoskopie erwägen bei:

  • Patienten ≥55 Jahre mit therapieresistenter Dyspepsie
  • Dyspepsie mit erhöhter Thrombozytenzahl
  • Dyspepsie mit Übelkeit oder Erbrechen

Schritt 4 - Bildgebung: 1

  • Dringende abdominelle CT bei Patienten ≥60 Jahre mit Bauchschmerzen und Gewichtsverlust zum Ausschluss eines Pankreaskarzinoms

Schritt 5 - Helicobacter pylori "Test and Treat": 1

  • Alle anderen Patienten mit Dyspepsie sollten nicht-invasive H. pylori-Testung erhalten
  • Bei Infektion: Eradikationstherapie durchführen
  • Erfolgreiche Eradikation nur bei Patienten mit erhöhtem Magenkrebsrisiko bestätigen

Schritt 6 - Empirische Säuresuppression: 1

  • Patienten ohne H. pylori-Infektion sollten empirische Säuresuppressionstherapie erhalten

Wichtige Differenzialdiagnosen (organische Ursachen)

Strukturelle/organische Erkrankungen auszuschließen: 2

  • Peptisches Ulkus - durch Endoskopie ausgeschlossen
  • Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) - Sodbrennen als Hauptsymptom unterscheidet sie von FD 1
  • Magen- oder Ösophaguskarzinom - durch Endoskopie bei Risikopatienten ausgeschlossen
  • Pankreatische oder biliäre Erkrankungen - durch Bildgebung und Laborwerte
  • Nahrungsmittel- oder Medikamentenunverträglichkeit - durch Anamnese
  • Zöliakie - durch Serologie bei IBS-Überlappung 1
  • Infektiöse oder systemische Erkrankungen - durch klinische Bewertung und Laborwerte

Andere funktionelle Störungen: 2

  • Reizdarmsyndrom (IBS) - kann mit FD überlappen, aber Hauptsymptome sind Stuhlveränderungen
  • Gastroparese - verzögerte Magenentleerung, diagnostiziert durch Szintigraphie 3, 4
  • Zyklisches Erbrechen-Syndrom - episodisches Erbrechen mit symptomfreien Intervallen 3

Pathophysiologische Mechanismen (zur Patientenaufklärung)

FD als Störung der Darm-Hirn-Interaktion erklären: 1

  • Verzögerte Magenentleerung 5, 2
  • Beeinträchtigte Magenfundus-Akkommodation 2
  • Viszerale Hypersensitivität gegenüber Magendehnung 5, 6, 2
  • Mikroentzündung und postinfektiöse Veränderungen 5, 7
  • Psychosoziale Faktoren und Stress 5, 6
  • Autonome und zentrale Nervensystem-Dysregulation 2

Häufige Fallstricke

Zu vermeidende Fehler:

  • 80% der Patienten mit Dyspepsie haben FD nach Endoskopie - die meisten haben keine organische Ursache 1
  • Symptome allein sind nicht zuverlässig zur Unterscheidung zwischen funktionellen und organischen Ursachen 1
  • Übermäßige oder wiederholte Untersuchungen ohne lokalisierende Symptome oder Alarmzeichen haben geringe diagnostische Ausbeute 7
  • Effektive Arzt-Patienten-Kommunikation ist entscheidend - Erklärung der Diagnose, Pathophysiologie und natürlichen Verlauf kann Gesundheitsversorgungsnutzung reduzieren und Lebensqualität verbessern 1

References

Guideline

Guideline Directed Topic Overview

Dr.Oracle Medical Advisory Board & Editors, 2025

Research

Dyspepsia: organic versus functional.

Journal of clinical gastroenterology, 2012

Guideline

Diagnostic Testing for Gastroparesis

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2025

Research

Functional (Nonulcer) Dyspepsia.

Current treatment options in gastroenterology, 2002

Research

Current understanding of pathogenesis of functional dyspepsia.

Journal of gastroenterology and hepatology, 2011

Research

Somatization, sensitization, and functional dyspepsia.

Scandinavian journal of psychology, 2002

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