Warum gibt es in der Schweiz keine spezifische Empfehlung für weitere Booster-Dosen nach drei Pfizer-Impfungen und einer COVID-19-Infektion?
Die Schweiz hat keine spezifische nationale Empfehlung für zusätzliche Booster-Dosen in Ihrer Situation veröffentlicht, weil die hybride Immunität (Kombination aus Impfung und natürlicher Infektion) als ausreichender Schutz betrachtet wird und die Schweizer Gesundheitsbehörden einen zurückhaltenderen Ansatz bei Booster-Empfehlungen verfolgen als andere Länder.
Unterschiede in nationalen Impfstrategien
Die verfügbare Evidenz zeigt, dass verschiedene Länder unterschiedliche Ansätze bei COVID-19-Booster-Empfehlungen verfolgen:
US-amerikanische Empfehlungen (CDC/ACIP): Die CDC empfiehlt bivalente mRNA-Booster-Dosen für alle Personen ab 5 Jahren, mindestens 2 Monate nach Abschluss der Primärserie oder nach Erhalt einer monovalenten Booster-Dosis 1.
Schweizer Kontext: Die Schweiz hat historisch einen individuelleren, risikobasierten Ansatz bei Impfempfehlungen verfolgt 2. Die Schweizer Gesundheitsbehörden konzentrieren sich primär auf Hochrisikogruppen und berücksichtigen die hybride Immunität stärker in ihren Überlegungen 2.
Hybride Immunität als Schutzfaktor
Ihre spezifische Situation mit drei Impfdosen plus einer durchgemachten Infektion bietet wahrscheinlich robusten Schutz:
Verzögerung nach Infektion: Personen, die kürzlich eine SARS-CoV-2-Infektion hatten, können eine Booster-Dosis um 3 Monate ab Symptombeginn oder positivem Testergebnis verzögern 1, 3, 4.
Immunologische Grundlage: Die Kombination aus Impfung und natürlicher Infektion erzeugt eine breitere Immunantwort als Impfung allein 5.
Wirksamkeit und Halbwertszeit von mRNA-Impfstoffen
Die Forschung zeigt unterschiedliche Schutzdauern:
Pfizer-Impfstoff: Die Zeit bis zum Abfall der neutralisierenden Antikörpertiter auf ein Referenzniveau beträgt etwa 253 Tage für D614G, 252 Tage für Alpha, 174 Tage für Beta und 226 Tage für Delta-Varianten 6.
Dritte Dosis-Wirksamkeit: Eine dritte BNT162b2-Dosis, die im Median 10,8 Monate nach der zweiten Dosis verabreicht wurde, zeigte eine relative Impfstoffwirksamkeit von 95,3% gegen COVID-19 über einen medianen Follow-up von 2,5 Monaten 7.
Praktische Überlegungen für Ihre Situation
In Anbetracht Ihrer drei Pfizer-Dosen und durchgemachten Infektion würde ich empfehlen:
Zeitpunkt: Wenn Sie eine weitere Booster-Dosis in Betracht ziehen, warten Sie mindestens 3 Monate nach Ihrer Infektion 1, 3, 4.
Aktuelle Formulierung: Falls Sie sich für einen Booster entscheiden, sollte dies eine aktualisierte Formulierung sein, die gegen zirkulierende Varianten gerichtet ist (2024-2025 Formulierung) 8.
Individuelle Risikofaktoren: Ihre Entscheidung sollte Ihr persönliches Risiko für schwere COVID-19-Verläufe berücksichtigen, einschließlich Alter, Komorbiditäten und Immunstatus 3, 4.
Häufige Fallstricke
Nicht zu früh boostern: Eine Booster-Dosis unmittelbar nach einer Infektion zu verabreichen, könnte die Immunantwort nicht optimal verstärken 1, 3.
Veraltete Formulierungen: Die Verwendung älterer monovalenter Impfstoffe statt aktualisierter bivalenter oder angepasster Formulierungen bietet möglicherweise suboptimalen Schutz gegen aktuelle Varianten 1, 8.
Schweizer Empfehlungen ignorieren: Obwohl internationale Richtlinien existieren, sollten Sie sich an die spezifischen Empfehlungen des Schweizer Bundesamts für Gesundheit (BAG) halten, die den lokalen epidemiologischen Kontext berücksichtigen 2.