Wann nach Symptombeginn Paxlovid sinnvoll ist
Paxlovid sollte innerhalb von 5 Tagen nach Symptombeginn begonnen werden, wobei eine Behandlung so früh wie möglich am wirksamsten ist. 1, 2
Zeitfenster für die Behandlung
Die FDA-Zulassung und alle aktuellen Leitlinien empfehlen eindeutig einen Behandlungsbeginn innerhalb von 5 Tagen nach Symptombeginn. 1, 2
Die Behandlung sollte so früh wie möglich nach der COVID-19-Diagnose eingeleitet werden, idealerweise unmittelbar nach Bestätigung der Infektion innerhalb des 5-Tage-Fensters. 1, 2
Die klinischen Studien, auf denen die Zulassung basiert, schlossen ausschließlich Patienten ein, die innerhalb von 5 Tagen nach Symptombeginn behandelt wurden. 1
Evidenz für späteren Behandlungsbeginn
Eine neuere Real-World-Studie aus 2024 zeigt, dass Paxlovid auch bei Behandlungsbeginn nach mehr als 5 Tagen (bis zu 10 Tagen) noch wirksam sein kann, insbesondere wenn die Viruslast noch hoch ist. 3
In dieser Studie zeigte sich bei nicht-schweren Fällen eine signifikant höhere klinische Verbesserungsrate mit Paxlovid-Behandlung nach mehr als 5 Tagen im Vergleich zu keiner antiviralen Behandlung (81,3% vs. 50,0%). 3
Wichtiger Hinweis: Diese Daten stammen aus einer einzelnen retrospektiven Studie und sind nicht Teil der offiziellen Zulassungskriterien. Die Standardempfehlung bleibt das 5-Tage-Fenster. 3
Patientenauswahl innerhalb des Zeitfensters
Paxlovid ist indiziert für Patienten mit:
Wirksamkeit nach Zeitpunkt
Die absolute Risikoreduktion für Hospitalisierung beträgt etwa 0,9 Prozentpunkte bei Hochrisikopatienten, mit einer relativen Risikoreduktion von 39%. 4
Die Mortalitätsreduktion liegt bei 61% mit einer absoluten Risikoreduktion von 0,2 Prozentpunkte. 4
Die Wirksamkeit ist besonders ausgeprägt bei Patienten ≥65 Jahre, mit größerer absoluter Risikoreduktion in dieser Altersgruppe. 4, 5
Die Wirksamkeit bleibt auch bei geimpften Patienten erhalten (adjustierte Hazard Ratio 0,50 bei ≥3 mRNA-Impfungen). 5
Praktische Umsetzung
Dosierung: 300 mg Nirmatrelvir (zwei 150-mg-Tabletten) mit 100 mg Ritonavir (eine 100-mg-Tablette), alle 3 Tabletten zusammen zweimal täglich für 5 Tage. 2
Die Einnahme sollte etwa zur gleichen Tageszeit erfolgen, mit oder ohne Nahrung. 2
Bei moderater Niereninsuffizienz (eGFR 30-59 ml/min) ist eine Dosisreduktion auf 150 mg Nirmatrelvir mit 100 mg Ritonavir zweimal täglich erforderlich. 2
Bei schwerer Niereninsuffizienz (eGFR <30 ml/min) einschließlich Dialysepatienten: Tag 1 volle Dosis einmal, dann Tage 2-5 reduzierte Dosis (150 mg/100 mg) einmal täglich. 2
Wichtige Warnhinweise
Ritonavir ist ein starker CYP3A-Inhibitor und verursacht zahlreiche Arzneimittelinteraktionen, die vor Verschreibung überprüft werden müssen (z.B. mit dem Liverpool COVID-19 Drug Interaction Tool). 1, 6, 2
Kontraindiziert bei Komedikation mit Arzneimitteln, die stark von CYP3A abhängig sind und bei denen erhöhte Konzentrationen zu schwerwiegenden oder lebensbedrohlichen Reaktionen führen können. 2
Häufigste Nebenwirkungen sind Dysgeusie (Geschmacksstörung) und Diarrhö. 1, 6