Sichere Verabreichung von Butylscopolamin in flüssiger Form
Butylscopolamin sollte bei intravenöser Gabe langsam injiziert werden mit einer Dosis von 20 mg (1 Ampulle) für Erwachsene, wobei die Injektion über mindestens 1-2 Minuten erfolgen muss, um kardiovaskuläre Nebenwirkungen zu minimieren. 1, 2
Dosierung und Zubereitung
Erwachsene
- Standarddosis: 20 mg intravenös als Einzeldosis 2, 3
- Verabreichungsgeschwindigkeit: Langsame intravenöse Injektion über 1-2 Minuten 2
- Die Ampulle kann unverdünnt gegeben werden, sollte aber niemals als Bolus injiziert werden 2
Pädiatrische Dosierung
- Gewichtsbasierte Dosierung: 0,3 mg/kg Körpergewicht langsam intravenös 1
- Dies entspricht 30 mg Butylscopolamin pro 100 kg Körpergewicht 1
- Bei einem 20 kg schweren Kind: 6 mg (0,3 mL der 20 mg/mL Lösung) 1
Praktische Zubereitungshinweise
Unverdünnte Gabe
- Die handelsübliche Ampulle enthält 20 mg/mL 1
- Kann direkt aus der Ampulle in eine Spritze aufgezogen werden 2
- Wichtig: Langsame Injektion über mindestens 1-2 Minuten ist essentiell 2
Verdünnte Gabe (bei pädiatrischen Patienten oder präziser Dosierung)
- Butylscopolamin kann mit 0,9% NaCl-Lösung verdünnt werden 4
- Für präzise niedrige Dosen: 20 mg auf 10 mL verdünnen = 2 mg/mL 4
- Dies erleichtert die genaue Dosierung bei Kindern 4
Zeitpunkt der Verabreichung
Therapeutische Anwendung
- Bei akuten Spasmen: Sofortige langsame intravenöse Gabe 2
- Wirkungseintritt: Innerhalb von 10-20 Minuten 2
Prophylaktische Anwendung
- Zur Prävention postoperativer Blasenbeschwerden: 20 mg unmittelbar vor Operationsende 3
- Dies reduziert die Inzidenz von Katheter-assoziierten Blasenbeschwerden signifikant (31% vs. 66% in der Kontrollgruppe) 3
Kritische Sicherheitsaspekte
Injektionsgeschwindigkeit
- Niemals als schneller Bolus geben - dies kann zu schweren kardiovaskulären Reaktionen führen 5
- Ein Todesfall nach intramuskulärer Injektion wurde durch anaphylaktische Reaktion dokumentiert 5
- Langsame Injektion über 1-2 Minuten minimiert das Risiko 2
Venenzugang
- Sicheren intravenösen Zugang vor Gabe bestätigen 4
- Extravasation vermeiden - kann lokale Gewebereizung verursachen 4
- Bei Extravasation: Injektion sofort stoppen und Zugang entfernen 4
Überwachung während der Gabe
- Vitalzeichen (Blutdruck, Herzfrequenz) kontinuierlich überwachen 4
- Auf Zeichen einer anaphylaktischen Reaktion achten (Hypotension, Tachykardie, Hautreaktionen) 5
- Notfallausrüstung zur Reanimation sollte verfügbar sein 4
Häufige Fehler vermeiden
Zu schnelle Injektion
- Häufigster Fehler: Gabe als schneller Bolus statt langsamer Injektion 2
- Dies erhöht das Risiko für Hypotension und kardiovaskuläre Nebenwirkungen 5
- Lösung: Immer über mindestens 1-2 Minuten injizieren 2
Falsche Dosierung bei Kindern
- Nicht die Erwachsenendosis bei Kindern verwenden 1
- Korrekt: Strikt gewichtsbasiert dosieren (0,3 mg/kg) 1
- Bei Unsicherheit: Verdünnung auf 2 mg/mL erleichtert präzise Dosierung 4
Intramuskuläre statt intravenöser Gabe
- Die orale Bioverfügbarkeit ist sehr limitiert (2,6% unmetabolisiert im Urin) 6
- Intramuskuläre Gabe hat unvorhersehbare Absorption und erhöhtes Risiko für anaphylaktische Reaktionen 5
- Bevorzugt: Immer intravenöse Gabe bei akuten Indikationen 2