Risikovergleich: 200 mg vs. 300 mg Testosteron pro Woche bei Erstanwendung
Für einen Erstanwender ist 200 mg Testosteron pro Woche bereits eine supraphysiologische Dosis mit erhöhten Risiken, während 300 mg pro Woche ein deutlich höheres Risiko für Erythrozytose, kardiovaskuläre Komplikationen und andere Nebenwirkungen birgt – beide Dosierungen liegen weit über den medizinisch empfohlenen therapeutischen Bereichen von 50-100 mg wöchentlich. 1
Medizinisch empfohlene Dosierungen vs. Ihre Frage
Die American Urological Association und die Endocrine Society empfehlen für die Testosteronersatztherapie 50-100 mg wöchentlich als Standarddosierung, mit maximal 100-200 mg alle zwei Wochen. 2, 1 Beide von Ihnen genannten Dosierungen (200 mg und 300 mg wöchentlich) überschreiten diese Empfehlungen erheblich.
Spezifische Risikounterschiede zwischen 200 mg und 300 mg wöchentlich
Erythrozytose (erhöhter Hämatokrit)
Bei 200 mg wöchentlich: Eine Studie mit 200 mg alle zwei Wochen (entspricht etwa 100 mg wöchentlich) zeigte bereits ein Risiko von 8% für Hämatokrit über 54%. 3 Bei 200 mg wöchentlich wäre dieses Risiko deutlich höher.
Bei 300 mg wöchentlich: Studien mit 300 mg wöchentlich zeigten zwar keine vollständige Azoospermie, aber dokumentierten "increases in hematocrit" als signifikante Nebenwirkung. 4 Das Risiko für Erythrozytose steigt dosisabhängig und ist bei injizierbarem Testosteron besonders hoch (bis zu 44%). 2
Klinische Bedeutung: Höhere durchschnittliche Testosteronspiegel über das Dosierungsintervall sind mit einem höheren Erythrozytose-Risiko verbunden. 3 Bei 300 mg wöchentlich sind die Testosteronspiegel 3-fach höher als physiologisch normal. 4
Kardiovaskuläre Risiken
Beide Dosierungen problematisch: Injizierbare Testosteronformulierungen tragen möglicherweise ein höheres kardiovaskuläres Risiko als transdermale Präparate, vermutlich aufgrund fluktuierender Testosteronspiegel. 1, 5
Dosisabhängige Verschlechterung: Bei 300 mg wöchentlich entstehen supraphysiologische Spitzenwerte, die das kardiovaskuläre Risiko weiter erhöhen können. 1 Die Endocrine Society betont, dass kardiovaskuläre Risikofaktoren vor Therapiebeginn bewertet werden müssen. 1, 5
Weitere dosisabhängige Risiken
Bei beiden Dosierungen, aber stärker bei 300 mg:
Hodenathrophie und Infertilität: Häufig, besonders bei jungen Männern, meist reversibel nach Therapieende. 2 Bei 300 mg wöchentlich ist die Suppression von LH und FSH maximal. 4
Akne und fettige Haut: Bei 300 mg wöchentlich wurde "mild truncal acne" dokumentiert. 4
Gewichtszunahme: Tritt bei supraphysiologischen Dosen auf. 4
Gynäkomastie: Selten, meist reversibel, aber Risiko steigt mit höheren Dosen durch Aromatisierung zu Östradiol. 2
Wichtige Unterschiede in der Wirksamkeit
200 mg alle 2 Wochen (nicht wöchentlich!) gilt als eine der effektivsten getesteten Dosierungen zur LH-Suppression bei normalem Testosteronspiegel. 6
300 mg wöchentlich führt zu 3-fach höheren Testosteronspiegeln als normal, ohne zusätzlichen therapeutischen Nutzen für Hypogonadismus. 4
Keine verbesserte Wirksamkeit: 300 mg wöchentlich war nicht effektiver als 100 mg wöchentlich bei der Suppression von LH, FSH und Spermienproduktion. 4
Kritische Warnhinweise für Erstanwender
Beide Dosierungen sind für einen Erstanwender ("erste Kur") medizinisch nicht vertretbar:
- Die therapeutische Standarddosis liegt bei 50-100 mg wöchentlich. 1
- 200 mg wöchentlich ist bereits das Doppelte der Maximaldosis.
- 300 mg wöchentlich ist das Dreifache der Maximaldosis und wurde in Studien als "clearly supraphysiological" bezeichnet. 4
Spezifisches Risikoprofil für 300 mg vs. 200 mg:
- 50% höhere Testosteronspiegel bei 300 mg (3-fach vs. 2-fach über normal). 4
- Proportional höheres Erythrozytose-Risiko bei 300 mg.
- Keine zusätzlichen Vorteile, aber deutlich mehr Nebenwirkungen. 4
Monitoring-Anforderungen bei supraphysiologischen Dosen
Falls trotz medizinischer Bedenken eine dieser Dosierungen verwendet wird: