Kortison-Therapie bei frühzeitigem Rezidiv des Tolosa-Hunt-Syndroms
Bei einem frühzeitigen Rezidiv des Tolosa-Hunt-Syndroms während oder am Ende der ersten Kortison-Therapie sollte die erneute Behandlung mit hochdosiertem Kortikosteroid in der gleichen Dosierung wie bei der Erstbehandlung erfolgen – typischerweise Prednisolon 1 mg/kg/Tag (maximal 60-80 mg/Tag) als Einzeldosis. 1
Dosierungsempfehlungen für Rezidive
Initiale Hochdosis-Therapie:
- Beginnen Sie mit Prednisolon 1 mg/kg/Tag oder 60-80 mg/Tag als Einzeldosis am Morgen 1, 2
- Bei Patienten mit schwerem Rezidiv kann intravenöses Methylprednisolon (bis zu 1000 mg/Tag) für 3 Tage in Betracht gezogen werden, gefolgt von oraler Therapie 3
- Die Symptome sollten innerhalb von 72 Stunden deutlich ansprechen – dies ist ein diagnostisches Kriterium für THS 1, 3
Behandlungsdauer und Ausschleichen:
- Führen Sie die Hochdosis-Therapie für mindestens 4 Wochen fort, wenn vollständige Remission erreicht wird 1
- Das Ausschleichen sollte langsam über 6 Monate erfolgen nach Erreichen der Remission 1
- Bei zu schnellem Ausschleichen besteht erhöhtes Rezidivrisiko – etwa 27,5% der Patienten erleben Rezidive, oft während der Steroid-Reduktion 4
Algorithmus für Rezidiv-Management
Wenn Rezidiv während des Ausschleichens auftritt (innerhalb der ersten 6 Monate):
- Kehren Sie zur letzten wirksamen Dosis zurück 1
- Verlängern Sie die Behandlungsdauer auf insgesamt 6-12 Monate 1, 4
- Erwägen Sie die Zugabe eines Steroid-sparenden Immunsuppressivums bei zweitem Rezidiv 5
Wenn Rezidiv nach Beendigung der Therapie auftritt:
- Starten Sie erneut mit voller Hochdosis-Therapie (1 mg/kg/Tag) 1, 6
- Die klinische Symptomatik bei Rezidiven ist oft milder, da die Diagnose früher gestellt und die Behandlung schneller eingeleitet wird 6
Steroid-sparende Therapie bei rezidivierendem THS
Bei zweimaligem Rezidiv unter alleiniger Kortikosteroid-Therapie:
- Methotrexat ist die am besten dokumentierte Zweitlinien-Therapie: Initial 0,3 mg/kg/Woche (maximal 25 mg/Woche) in Kombination mit Kortikosteroiden 1, 5
- Alternative Optionen umfassen Azathioprin (1-2 mg/kg/Tag), Cyclosporin, Mycophenolat-Mofetil oder Infliximab 1, 5
- Die Kombination von Methotrexat mit Kortikosteroiden hat sich als erfolgreich erwiesen, um weitere Rezidive zu verhindern 5
Wichtige klinische Überlegungen
Prognostische Faktoren:
- Jüngere Patienten haben ein höheres Rezidivrisiko – das Alter ist mit kürzerer rezidivfreier Dauer assoziiert (HR = 0,944) 4
- Hochdosis-Kortikosteroid-Therapie verkürzt die initiale Symptomdauer (HR = 1,642) und die Gesamtbehandlungsdauer (HR = 2,203) 4
- Etwa 40-50% der THS-Patienten erleben mindestens ein Rezidiv 5, 6
Häufige Fallstricke:
- Zu schnelles Ausschleichen der Kortikosteroide ist die häufigste Ursache für frühe Rezidive 4
- MRT-Befunde können bei Rezidiven normal sein – das Fehlen von Bildgebungsveränderungen schließt ein Rezidiv nicht aus 6
- Rezidive können ipsilateral, kontralateral oder bilateral auftreten 5, 6
Langzeitprognose: