Sofortiges Management eines herausgefallenen Harnleiterstents
Bei einem herausgefallenen Harnleiterstent sollte umgehend ein Urologe kontaktiert werden, um den Stent durch Zystoskopie wieder einzusetzen oder eine perkutane Nephrostomie als temporäre Lösung zu platzieren, falls das retrograde Einsetzen fehlschlägt. 1
Primäre Vorgehensweise
Sofortige Bewertung
- Kontaktieren Sie unverzüglich einen Urologen oder die urologische Notaufnahme, da ein herausgefallener Stent bei Harnstauung zu Komplikationen wie Urinomen, Fieber, zunehmenden Schmerzen, Ileus oder Infektionen führen kann 1
- Prüfen Sie auf Anzeichen einer Obstruktion oder Infektion: Fieber, zunehmende Flankenschmerzen, abdominelle Distension oder Verschlechterung der Nierenfunktion 1
Stent-Wiedereinsetzen
- Die Standardmethode ist die zystoskopische Platzierung eines neuen Harnleiterstents 2
- Dies erfordert eine sekundäre Zystoskopie, es sei denn, ein Zugfaden war am distalen Ende befestigt (was in diesem Fall offensichtlich nicht der Fall war) 1, 2
- Der retrograde Ansatz sollte zuerst versucht werden, da dies die am wenigsten invasive Option ist 1
Alternative bei Versagen des retrograden Ansatzes
Perkutane Nephrostomie
- Wenn das retrograde Stenting fehlschlägt, sollte eine perkutane Nephrostomie (PCN) platziert werden, um die Obstruktion zu entlasten 1
- Dies ist besonders wichtig bei Patienten mit Einzelniere, Niereninsuffizienz oder großer Steinlast 1
- Die PCN kann als Überbrückung zur verzögerten chirurgischen Reparatur dienen, falls erforderlich 1
Antegrade Stent-Platzierung
- Nach PCN-Platzierung kann ein antegrader Ansatz zur Stent-Platzierung versucht werden 1, 3
- Bei Patienten mit Harnableitung (wie Ihrem Verwandten mit Stoma nach Zystektomie) ist der perkutane antegrade Zugang oft die bevorzugte Methode 1, 3
- Interne Double-J-Stents neigen dazu, in Ileumkonduits schnell durch Schleimpfropfen zu verstopfen, daher wird oft ein perkutaner Nephroureterostomie-Katheter bevorzugt 1, 3
Wichtige Überlegungen für diesen speziellen Fall
Besonderheiten bei Harnableitung
- Bei Patienten mit Ileumkonduit nach Zystektomie ist die Situation komplexer 1, 3
- Die routinemäßige mehrstufige Therapie umfasst die Platzierung einer ableitenden PCN oder eines antegraden Nephroureteralkatheters, gefolgt von einer fluoroskopisch gesteuerten Umwandlung in einen transilealen retrograden Nephroureteralkatheter 1
- Die technische Erfolgsrate liegt bei etwa 92% mit einer klinischen Erfolgsrate von 90% 1
Komplikationsprävention
- Zeitnahe Intervention ist entscheidend, um Komplikationen wie vergrößernde Urinome, Fieber, zunehmende Schmerzen oder Infektionen zu vermeiden 1
- Die Harnableitung sollte über einen Harnleiterstent erreicht werden und kann durch eine perkutane Urinom-Drainage, perkutane Nephrostomie oder beides ergänzt werden 1, 3
Häufige Fallstricke
Verzögerung der Behandlung vermeiden
- Warten Sie nicht ab – ein herausgefallener Stent bei bestehender Harnstauung erfordert dringende urologische Intervention 1
- Bei Anzeichen einer Infektion (Fieber, Leukozytose) sollten sofort Antibiotika begonnen und die Drainage beschleunigt werden 1
Spezifische Risiken bei Stoma-Patienten
- Bei Patienten mit Ileumkonduit ist die Schleimproduktion ein besonderes Problem, das zu schneller Stent-Okklusion führen kann 1, 3
- Daher ist bei diesen Patienten oft eine externe Drainage (PCN oder Nephroureterostomie-Katheter) einer internen Double-J-Stent-Platzierung vorzuziehen 1, 3