Borretschöl sollte während der Schwangerschaft vermieden werden
Borretschöl (Borage Oil) wird während der Schwangerschaft nicht empfohlen und sollte vermieden werden, da es theoretisch wehenfördernde und teratogene Effekte durch Prostaglandin-E-Agonismus haben könnte.
Sicherheitsbedenken und Mechanismus
- Borretschöl enthält Gamma-Linolensäure, die Prostaglandin-E-Spiegel erhöht, welche wiederum wehenfördernde und potenziell teratogene Effekte haben können 1
- Die biochemischen Eigenschaften von Borretschöl legen nahe, dass es aufgrund der teratogenen und wehenfördernden Effekte von Prostaglandin-E-Agonisten in der Schwangerschaft kontraindiziert sein könnte 1
- Borretschöl kann schwerwiegende neurologische Nebenwirkungen verursachen, einschließlich Status epilepticus, was zusätzliche Sicherheitsbedenken aufwirft 2
Klinische Evidenz und Praxis
- Eine Umfrage unter schwangeren Frauen zeigte, dass Borretschöl-Verwendung zwar selten ist, aber gastrointestinale Beschwerden verursachen kann 3
- Die European Association for the Study of the Liver (EASL) betont in ihren 2023 Leitlinien, dass bei unerklärten Leberwerterhöhungen während der Schwangerschaft eine sorgfältige Anamnese bezüglich verschreibungspflichtiger, rezeptfreier Medikamente und pflanzlicher Produkte erforderlich ist 4
- Es gibt keine ausreichenden Sicherheitsdaten für die Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln wie Borretschöl während der Schwangerschaft 3
Wichtige Überlegungen
- Die Verwendung von pflanzlichen Produkten während der Schwangerschaft ist generell problematisch, da robuste Sicherheitsdaten fehlen 3, 5
- Schwangere Frauen sollten ihre Gesundheitsdienstleister über die Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln informieren, da viele dies bereits tun (75% in einer Studie) 3
- Im Gegensatz zu gut untersuchten Omega-3-Fettsäuren, die während der Schwangerschaft als sicher gelten können 6, fehlen für Borretschöl entsprechende Sicherheitsnachweise
Häufige Fallstricke
- Schwangere Frauen verwenden oft pflanzliche Produkte zur Linderung von Übelkeit und gastrointestinalen Symptomen, ohne sich der potenziellen Risiken bewusst zu sein 3
- Die Annahme, dass "natürliche" Produkte automatisch sicher sind, ist gefährlich - Borretschöl kann ernsthafte Nebenwirkungen verursachen 2
- Fehlende Kommunikation zwischen Patientinnen und Gesundheitsdienstleistern über die Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln kann zu unerkannten Risiken führen 5