Bei Vorhofflattern ohne Puls: Sofortige Defibrillation ist erforderlich
Ein Patient mit Vorhofflattern und fehlendem Puls befindet sich im Herzstillstand und benötigt sofortige unsynchronisierte Defibrillation, nicht Kardioversion. Dies ist ein lebensbedrohlicher Notfall, der nach den Prinzipien der kardiopulmonalen Reanimation behandelt werden muss.
Kritische Unterscheidung
Die vorliegenden Leitlinien behandeln ausschließlich Patienten mit hämodynamisch instabilem Vorhofflattern, die jedoch noch einen tastbaren Puls haben 1, 2. Bei diesen Patienten wird synchronisierte Kardioversion empfohlen 1, 2, 3.
Ohne Puls liegt jedoch ein Herzstillstand vor, und die Behandlung folgt einem völlig anderen Protokoll:
Bei Herzstillstand (kein Puls):
- Sofortige unsynchronisierte Defibrillation ist erforderlich, da keine Zeit für Synchronisation besteht 2
- Beginnen Sie unverzüglich mit Thoraxkompressionen und folgen Sie den Standard-Reanimationsprotokollen 2
- Die Unterscheidung zwischen Vorhofflattern und anderen Rhythmen ist sekundär - die Pulslosigkeit bestimmt die Behandlung 2
Bei hämodynamischer Instabilität (mit Puls):
- Synchronisierte Kardioversion ist die Behandlung der Wahl für hämodynamisch instabile Patienten mit Vorhofflattern, die nicht auf pharmakologische Therapie ansprechen 1, 2, 3
- Vorhofflattern kann mit niedrigeren Energieniveaus als Vorhofflimmern erfolgreich kardiovertiert werden 1, 3
- Zeichen hämodynamischer Instabilität umfassen Hypotonie, anhaltende myokardiale Ischämie oder Herzinsuffizienz 1, 2
Wichtige klinische Überlegungen
Die American Heart Association betont, dass bei Patienten mit Vorhofflattern und Zeichen hämodynamischer Kompromittierung die synchronisierte Kardioversion ohne Verzögerung durchgeführt werden sollte 1. Dies gilt jedoch nur für Patienten mit erhaltenem Puls 1.
Der entscheidende Faktor ist das Vorhandensein oder Fehlen eines Pulses, nicht die spezifische Herzfrequenz von 200/min 2. Eine Herzfrequenz von 200/min bei Vorhofflattern (typisches 2:1-Überleitung bei Vorhofflattern mit Vorhoffrequenz von 300/min) kann mit Puls toleriert werden, erfordert aber bei hämodynamischer Instabilität sofortige Kardioversion 1, 2.