Mönchspfeffer bei Kinderwunsch: Nicht empfohlen
Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) sollte bei bestehendem Kinderwunsch nicht verwendet werden, da die FDA-Kennzeichnung ausdrücklich empfiehlt, vor der Anwendung während der Schwangerschaft oder Stillzeit einen medizinischen Fachmann zu konsultieren, und keine ausreichenden Daten zur Sicherheit in der Schwangerschaft vorliegen. 1
Warum Mönchspfeffer problematisch ist
- Die FDA-Kennzeichnung für Vitex agnus-castus warnt explizit: "If pregnant or breast-feeding ask a health professional before use" 1
- Es fehlen kontrollierte Studien zur Sicherheit während der Schwangerschaft und bei Frauen, die aktiv versuchen schwanger zu werden 2
- Die Anwendung bei Kinderwunsch ist nicht durch hochwertige klinische Evidenz gestützt 2, 3
Evidenzbasierte Alternativen für PMS bei Kinderwunsch
Erste Wahl: Lebensstilmodifikation
- Gewichtsreduktion von 5-10% durch ein Kaloriendefizit von 500-750 kcal/Tag verbessert nachweislich die Ovulation und Schwangerschaftsraten 4, 5
- Mindestens 250 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Woche plus Krafttraining an 2 nicht aufeinanderfolgenden Tagen 5
Bei gleichzeitiger PCOS-Diagnose
- Clomiphencitrat ist die Erstlinientherapie zur Ovulationsinduktion mit 80% Ovulationsrate und 50% Konzeptionsrate bei Ovulierenden 4, 5
- Metformin als Adjuvans zur Verbesserung der Ovulationsfrequenz, erscheint sicher in der Schwangerschaft 4
- Letrozol zeigt überlegene Lebendgeburtenraten im Vergleich zu Clomiphen 4
Wichtige Warnhinweise
- Vermeiden Sie Spironolacton bei Kinderwunsch, da es in der Schwangerschaft kontraindiziert ist 4
- Mycophenolat-Produkte sind mit hohem Risiko für Fehlgeburten und Geburtsfehler verbunden und müssen mindestens 6 Wochen vor Konzeptionsversuch abgesetzt werden 6
- Hormonelle Kontrazeptiva (kombinierte Östrogen-Gestagen-Präparate) sind bei aktivem Kinderwunsch offensichtlich nicht geeignet 6
Klinische Überlegungen zur Mönchspfeffer-Evidenz
Die vorhandenen Studien zu Mönchspfeffer konzentrieren sich ausschließlich auf PMS-Symptombehandlung, nicht auf Fertilität oder Schwangerschaftssicherheit 2, 7, 3. Eine systematische Übersichtsarbeit von 2017 zeigte zwar große Effekte bei PMS-Symptomen, warnte jedoch vor hohem Bias-Risiko, extremer Heterogenität und Publikationsbias 2. Die Autoren schlussfolgerten, dass die gepoolten Behandlungseffekte "bestenfalls den wahren Behandlungseffekt überschätzen" 2.
Der postulierte Wirkmechanismus über Dopamin-D2-Rezeptor-Aktivierung und Prolaktinsenkung 8, 9 ist für PMS-Behandlung relevant, aber die Auswirkungen auf Fertilität und frühe Schwangerschaft sind unzureichend untersucht 8.
Praktisches Vorgehen
Bei Frauen mit PMS und Kinderwunsch: