In an adult undergoing chemotherapy, can olanzapine cause neutropenia?

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Olanzapin und Neutropenie: Klinische Bewertung

Olanzapin kann in seltenen Fällen Neutropenie verursachen, aber dies ist eine bekannte Klasseneffekt-Nebenwirkung aller Antipsychotika und kein spezifisches Risiko bei Chemotherapie-Patienten. Die FDA-Kennzeichnung warnt ausdrücklich vor Leukopenie, Neutropenie und Agranulozytose als Klasseneffekt antipsychotischer Medikamente, einschließlich Olanzapin 1.

Evidenz aus der Fachinformation

Die FDA-Kennzeichnung für Olanzapin stellt klar:

  • Leukopenie/Neutropenie wurden zeitlich mit antipsychotischen Wirkstoffen, einschließlich Olanzapin, in klinischen Studien und/oder nach Markteinführung berichtet 1
  • Mögliche Risikofaktoren umfassen eine vorbestehend niedrige Leukozytenzahl und eine Vorgeschichte von medikamenteninduzierter Leukopenie/Neutropenie 1
  • Patienten mit klinisch signifikanter Neutropenie sollten sorgfältig auf Fieber oder andere Infektionssymptome überwacht werden 1
  • Bei schwerer Neutropenie (absolute Neutrophilenzahl <1.000/mm³) sollte Olanzapin abgesetzt werden 1

Klinische Falldaten

Die veröffentlichte Literatur dokumentiert mehrere Fälle von Olanzapin-assoziierter Neutropenie:

  • Drei Fälle reversibler Neutropenie unter Olanzapin wurden berichtet, mit schneller Normalisierung der Neutrophilenzahlen nach Absetzen 2
  • In einem Fall trat Neutropenie nach einer Einzeldosis auf, in einem anderen nach 6 Wochen Behandlung 2
  • Dosisabhängige Leukopenie wurde in drei Fällen dokumentiert, wobei eine Dosisreduktion zur Normalisierung der Leukozytenzahl führte 3
  • Eine Literaturübersicht identifizierte 41 anekdotische Fälle von Neutropenie oder Agranulozytose während der Olanzapin-Behandlung in insgesamt 24 Publikationen 4

Kontext bei Chemotherapie-Patienten

Wichtig: Bei Chemotherapie-Patienten ist Olanzapin als Antiemetikum in hochrangigen Leitlinien fest etabliert und wird routinemäßig empfohlen:

  • Die ASCO-Leitlinien empfehlen eine 4-Medikamenten-Kombination mit Olanzapin für hochemetogene Chemotherapie (starke Empfehlung, hohe Evidenzqualität) 5
  • Olanzapin 10 mg sollte an den Tagen 1-4 fortgesetzt werden 5, 6
  • In Phase-III-Studien verbesserte Olanzapin signifikant die Kontrolle von Übelkeit und Erbrechen bei Cisplatin- und AC-Chemotherapie 5

Klinischer Algorithmus für die Praxis

Vor Beginn der Olanzapin-Therapie bei Chemotherapie-Patienten:

  1. Überprüfen Sie das Blutbild (CBC) auf vorbestehende Leukopenie oder Neutropenie 1
  2. Erfragen Sie die Anamnese bezüglich medikamenteninduzierter Leukopenie/Neutropenie 1
  3. Bei Patienten mit klinisch signifikant niedriger Leukozytenzahl oder Vorgeschichte von medikamenteninduzierter Leukopenie/Neutropenie: häufige CBC-Kontrollen in den ersten Therapiemonaten 1

Während der Olanzapin-Therapie:

  • Bei klinisch signifikantem Abfall der Leukozytenzahl ohne andere Ursachen: Erwägen Sie das Absetzen von Olanzapin 1
  • Bei schwerer Neutropenie (absolute Neutrophilenzahl <1.000/mm³): Setzen Sie Olanzapin ab und überwachen Sie die Leukozytenzahl bis zur Erholung 1
  • Überwachen Sie Patienten mit klinisch signifikanter Neutropenie sorgfältig auf Fieber oder Infektionssymptome 1

Wichtige Unterscheidung:

Die Neutropenie bei Chemotherapie-Patienten ist fast immer auf die Chemotherapie selbst zurückzuführen, nicht auf Olanzapin. Die dokumentierten Fälle von Olanzapin-induzierter Neutropenie stammen aus psychiatrischen Populationen ohne Chemotherapie 2, 4, 7, 3, 8.

Häufige Fallstricke

  • Verwechseln Sie nicht die chemotherapiebedingte Myelosuppression mit einer medikamentösen Nebenwirkung von Olanzapin – die Chemotherapie ist die weitaus wahrscheinlichere Ursache für Neutropenie
  • Setzen Sie Olanzapin nicht vorschnell ab bei Neutropenie während Chemotherapie – dies würde den Patienten der antiemetischen Wirkung berauben, die für die Lebensqualität entscheidend ist
  • Beachten Sie, dass die Inzidenz von Olanzapin-induzierter Neutropenie sehr niedrig ist – deutlich niedriger als bei Clozapin 2, 8

Fazit für die klinische Praxis

Olanzapin bleibt ein sicheres und hochwirksames Antiemetikum für Chemotherapie-Patienten trotz des theoretischen Risikos einer Neutropenie. Die Vorteile (signifikante Verbesserung der Übelkeitskontrolle und Lebensqualität) überwiegen bei weitem die sehr seltenen Risiken 5, 6. Eine routinemäßige Blutbildüberwachung ist bei Chemotherapie-Patienten ohnehin Standard, sodass eine Olanzapin-induzierte Neutropenie, falls sie auftritt, frühzeitig erkannt würde 1.

References

Research

Reversible neutropenia during treatment with olanzapine: three case reports.

The world journal of biological psychiatry : the official journal of the World Federation of Societies of Biological Psychiatry, 2004

Research

Dose-dependent olanzapine-associated leukopenia: three case reports.

International clinical psychopharmacology, 2001

Research

Fatal agranulocytosis: the use of olanzapine in a patient with schizophrenia and myelodysplasia.

Progress in neuro-psychopharmacology & biological psychiatry, 2007

Guideline

Guideline Directed Topic Overview

Dr.Oracle Medical Advisory Board & Editors, 2025

Guideline

Olanzapine for Chemotherapy-Induced Nausea and Vomiting

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2026

Research

Olanzapine-induced leucopenia and neutropenia.

Progress in neuro-psychopharmacology & biological psychiatry, 2005

Research

Olanzapine-Induced Neutropenia.

Mental illness, 2015

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