NSAIDs können die durch Prostaglandin-Analoga verursachte Irispigmentierung nicht rückgängig machen
Die durch Prostaglandin-Analoga induzierte Irispigmentierung ist irreversibel und wird durch NSAIDs nicht aufgehoben. Die verfügbare Evidenz zeigt eindeutig, dass diese kosmetische Nebenwirkung permanent ist und nach Absetzen der Prostaglandin-Therapie bestehen bleibt 1, 2, 3.
Mechanismus der Irispigmentierung
- Prostaglandin-Analoga stimulieren die Melanogenese in den Irismelanocyten, was zu einer erhöhten Melaninproduktion und Vergrößerung der Melaningranula führt 2, 3.
- Die Pigmentierung entsteht durch Hochregulation der Tyrosinase-Gentranskription in den Melanocyten der Irisstroma 2.
- Histopathologische Studien zeigen, dass die einzige nachweisbare Veränderung eine Vergrößerung der Melaningranula ist, ohne andere strukturelle Schäden 3.
Irreversibilität der Pigmentierung
- Die Irispigmentierung ist permanent oder nur sehr langsam reversibel nach Absetzen der Prostaglandin-Analoga 2, 4.
- Patienten mit haselnussbraunen oder heterochromen Augen haben die höchste Prädisposition für diese Nebenwirkung 2.
- Bei einseitiger Behandlung kann eine permanente Heterochromie zwischen den Augen entstehen, was der einzige klinisch relevante Nachteil dieser rein kosmetischen Nebenwirkung ist 2.
NSAIDs und Prostaglandin-Wirkung
- NSAIDs haben keinen Einfluss auf die bereits etablierte Irispigmentierung, da der Mechanismus auf strukturellen Veränderungen der Melanocyten basiert, nicht auf einer akuten Entzündungsreaktion 1, 2, 3.
- Die Pigmentierung ist eine direkte Folge der FP-Rezeptor-Stimulation durch Prostaglandin-Analoga (insbesondere Latanoprost und Travoprost), die nicht durch NSAIDs antagonisiert wird 2.
Klinische Sicherheit
- Histopathologische Untersuchungen zeigen keine schädlichen Konsequenzen der Irispigmentierung über den kosmetischen Aspekt hinaus 2, 3.
- Die Nebenwirkung ist rein kosmetischer Natur ohne ernsthafte klinische Folgen 3.
Praktische Konsequenzen
- Patienten müssen vor Therapiebeginn über die permanente Natur dieser Nebenwirkung aufgeklärt werden, insbesondere bei einseitiger Behandlung 1, 2.
- Ein Absetzen der Prostaglandin-Therapie führt nicht zur Rückbildung der Pigmentierung 2, 4.
- NSAIDs bieten keine therapeutische Option zur Umkehrung dieser Nebenwirkung 1, 2, 3.